Barçawelt
·15 April 2026
Elf Jahre kein Henkelpott: Barças Liste des Scheiterns wird immer länger

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·15 April 2026

Für den FC Barcelona geht es in der Champions League seit langem nur noch bis zu einem gewissen Punkt – und dann nicht weiter. Auch im elften Anlauf verpassen die Katalanen den Gewinn ihres sechsten Henkelpotts. Die Liste des Scheiterns wird immer länger.
2:1 im Riyadh Air Metropolitano am 4. April, 2:1 im Riyadh Air Metropolitano am 14. April – doch unterschiedlicher hätten die Gefühlslagen nach den Duellen kaum sein können. Nach dem meisterschaftsvorentscheidenden Erfolg in LaLiga hat der FC Barcelona am Mittwoch gegen Atlético Madrid seinen zweiten Auswärtssieg binnen anderthalb Wochen eingefahren.
Ein Auswärtssieg mit einem für die Katalanen traurigen Ende: Sie sind aus im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden. Das Resultat mit dem einen Tor Unterschied bedeutet den K.o., weil die „Rojiblancos“ das Hinspiel im Camp Nou 2:0 gewonnen hatten. Das Team von Diego Simeone hatte jenes von Hansi Flick schon im Halbfinale der Copa del Rey eliminiert, ist nun also endgültig zu Barças Saison-Albtraum geworden.
Die Blaugrana war trotz des Rauswurfs im spanischen Pokal zweifellos als Favorit in die internationale Runde der letzten Acht gegangen. Nun ist die Reise im internationalen Geschäft wider Erwarten dann doch schon zu Ende – und das einmal mehr vor dem Finale. Es bleibt auch in der elften Saison in Folge dabei: Barça wartet auf sein erstes Endspiel in der Königsklasse seit dem 6. Juni 2015 gegen Juventus, damit zugleich also auch auf den ersten Titelgewinn seit jenem 3:1 im Berliner Olympiastadion. Die Mission des sechsten Champions-League-Triumphs der Vereinsgeschichte zieht sich immer weiter in die Länge.
Nächste Saison geht die aktuelle Durststrecke im wichtigsten Klubwettbewerb der Welt für Barça in das zwölfte Jahr. Somit macht sie der bislang längsten allmählich Konkurrenz. Nach dem ersten Coup in 1992 dauerte es 14 Jahre, bis es 2006 mal wieder so weit war. Dann bestiegen Lionel Messi und Co. den Thron alle paar Jahre: 2009, 2011 – und eben 2015. Seitdem: eine unrühmliche Serie an bitteren Abenden mit zu wenig Abgeklärtheit bis hin zu kolossalen Vollversagen, an die sich an der Mittelmeerküste niemand gerne zurückerinnert.
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Auch Flick erweist sich noch nicht als der Heilsbringer. Der Blaugrana ist es einerseits gelungen, sich fußballerisch spürbar zurück in Europas Elite zu spielen. Die Mannschaft wirkt gefestigter, reifer, klarer strukturiert – und dennoch bleibt erneut nur die bittere Erkenntnis, dass all das international nicht reicht. Zum Flick-Fußball gehört mit der hochstehenden Abwehrkette, die die Gegner ins Abseits stellen soll, aber auch ein ständiges Risiko, an dem er partout nicht rütteln will. Beim K.o. am Dienstag in Madrid fiel das Gegentor zum 1:2 nach diesem Muster (31.).
Der Trainer, dem so oder so eine erneute Vertragsverlängerung – diesmal bis zum 30. Juni 2028 – winkt, wird mit dem europäischen Misserfolg sicherlich noch einige Zeit zu knabbern haben. „LaLiga ist die Basis, der Grund, warum du Champions League spielst. Aber der Traum von jedem Spieler, den Klub, der Fans und aller Trainer ist es, die Champions League zu spielen und zu gewinnen. Deswegen sind wir hier. In jedem Spiel sieht man, dass das Team mehr als 100 Prozent motiviert ist. Das ist der Wettbewerb, den wir gewinnen wollen. Wir müssen unseren alltäglichen Job machen, der LaLiga ist. Aber am Ende ist das Wichtigste, die Champions League zu gewinnen“, hatte Flick erst am Freitag betont.
Der Henkelpott ist es, der Prestige und Anerkennung verleiht, die größten Emotionen auslöst. Kein anderer Pokal. Genau darin liegt das Problem: Nationale Titel mögen die Entwicklung unterstreichen, sie können Europas Scheitern aber nicht überdecken. Denn wie oft will Barça sich noch mit Meisterschaften und Pokalsiegen zufriedengeben?
So wichtig nationale Erfolge für das Fundament eines Spitzenteams auch sind: Für einen Klub dieses Kalibers können sie auf Dauer nur Begleiterscheinungen sein. Der wahre Maßstab ist die Champions League. Erst dort entscheidet sich, ob eine Mannschaft nur gut oder tatsächlich groß genug für die Geschichtsbücher ist. Barça scheint nicht reif genug zu sein – immer noch.
Langsung









































