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·7 Mei 2026

Essens Ramona Maier: "Letztes Hemd auf dem Platz lassen"

Gambar artikel: Essens Ramona Maier: "Letztes Hemd auf dem Platz lassen"

Für die SGS Essen geht es am Freitag (ab 18.30 Uhr, live bei MagentaSport und DAZN) im Spiel beim direkten Konkurrenten 1. FC Nürnberg um Alles oder Nichts. Nur mit einem Sieg kann der Tabellenvorletzte die Entscheidung um den Klassenverbleib in der Google Pixel Frauen-Bundesliga aus eigener Kraft auf das Saisonfinale vertagen und die Chance auf eine weitere Spielzeit in der höchsten Liga wahren.

Schon seit dem Sommer 2022 gehört Ramona Maier, die in der Nachwuchsabteilung des FC Bayern München ausgebildet wurde und über die Stationen beim SC Regensburg und FC Ingolstadt 04 zur SGS gewechselt war, zu den Leistungsträgerinnen beim Ruhrgebietsklub. Im DFB.de-Interview spricht die 30 Jahre alte Angreiferin mit Mitarbeiter Peter Haidinger über das "Abstiegsendspiel" im Max-Morlock-Stadion.


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DFB.de: Wie groß ist die Anspannung vor dem wichtigen Duell in Nürnberg, Frau Maier?

Ramona Maier: In der Kabine ist bereits zu spüren, was auf dem Spiel steht. Man kommt nicht locker und flockig zum Training, sondern ist voll fokussiert auf die kommende Aufgabe in Nürnberg. Es gilt, die Situation anzunehmen und das Beste daraus zu machen.

DFB.de: Ist das Team für dieses vermeintliche "Finale" gewappnet?

Maier: Wir haben jetzt hoffentlich noch zwei Endspiele. Dessen muss sich jeder im Team bewusst sein. Es herrscht eine Drucksituation, mit der wir umgehen müssen.

DFB.de: Der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz, den der Hamburger SV belegt, beträgt drei Punkte. Der FCN ist vier Zähler entfernt. Beide Teams weisen die bessere Tordifferenz auf. Wie zuversichtlich sind Sie dennoch, den Klassenverbleib zu schaffen?

Maier: Gegen Bayer 04 Leverkusen haben wir zuletzt mit dem 0:4 einen Dämpfer hinnehmen müssen. Uns wurden in diesem Spiel klar die Grenzen aufgezeigt, so ehrlich müssen wir sein. Wenn die Basics auf dem Platz nicht vorhanden sind, kann es nicht funktionieren. Zuversichtlich stimmt mich, dass wir in der Hinrunde gegen unsere nächsten beiden Gegner 1. FC Nürnberg und den SC Freiburg jeweils gepunktet haben.

DFB.de: In Leverkusen hatte die SGS allerdings im Hinspiel den ersten Saisonsieg gelandet. Warum ging diesmal gegen Bayer 04 nicht viel zusammen?

Maier: Nachdem wir sehr früh in Rückstand geraten sind und kurz vor der Halbzeit den zweiten Gegentreffer hinnehmen mussten, ging das Kopfkino los, was in unserer Situation nicht optimal ist. Leverkusen hatte aber auch einen sehr guten Tag erwischt. Unter dem Strich war das aus unserer Sicht auf allen Positionen ein Totalausfall.

DFB.de: Ist in Nürnberg ein Sieg Pflicht, um auch in der nächsten Saison noch in der Google Pixel Frauen-Bundesliga dabei zu sein?

Maier: Das muss definitiv unser Ziel sein, weil wir es aus eigener Kraft schaffen und nicht auf die Hilfe von anderen Vereinen angewiesen sein wollen. Bei einem Unentschieden können wir nicht sicher sein, am letzten Spieltag noch eine Chance zu haben. Außerdem wäre Nürnberg für uns dann schon nicht mehr erreichbar.

DFB.de: Das Hinspiel gegen den 1. FC Nürnberg wurde 2:0 gewonnen. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

Maier: An der Hafenstraße hatte es heftig geregnet. Wir haben uns mit dem FCN einen Fight geliefert und uns in die Partie gekämpft. Nach dem Treffer von Vanessa Fürst kurz vor der Halbzeit hatte Leonie Köpp in der Nachspielzeit den Sieg perfekt gemacht.

DFB.de: Worauf wird es im Endspurt ganz besonders ankommen?

Maier: Jede von uns muss ihr letztes Hemd auf den Platz lassen. Wir müssen noch einmal alle Kräfte mobilisieren. Das sind wir auch unseren Fans schuldig. Leidenschaft, Wille und Kampf sind die Basics, die jetzt gefordert sind. Wenn wir alles auf dem Platz bringen, dann haben wir gute Chancen.

DFB.de: Was sind insgesamt die Gründe, warum die SGS in diese Situation geraten ist?

Maier: Wir haben wirklich von Beginn an keine gute Saison gespielt. Vielleicht lag es daran, dass wir uns an das neue Trainerteam erst gewöhnen mussten. Nach dem Trainerwechsel mussten wir weitere Rückschläge hinnehmen, haben zwischenzeitlich auch ein wenig den Glauben an uns verloren. Hinzu kommt die magere Torausbeute von nur 21 Treffern nach 24 Spielen. Unser Spiel im letzten Drittel ist in dieser Saison nicht gut. Wir sind nach Ballgewinnen selten gefährlich in die gegnerische Box und zum Abschluss gekommen.

DFB.de: Wie wichtig wäre es, dass die SGS Essen als reiner Frauenfußballverein in der Google Frauen-Bundesliga bleibt?

Maier: Wir haben jetzt noch zwei Spiele, in denen wir zeigen wollen, dass wir in die Bundesliga gehören.

DFB.de: Beim Saisonfinale am 17. Mai gegen den SC Freiburg hofft der Verein auf eine große Kulisse im Stadion an der Hafenstraße. Haben Sie sich schon einmal ausgemalt, wie das werden könnte?

Maier: Bislang war in unseren Heimspielen meistens eine Tribüne ganz gut besucht. Wenn das Stadion sehr voll und zu einem Hexenkessel werden sollte, würde uns das sicherlich einen mächtigen Schub geben. Es liegt nun an uns, in Nürnberg dafür zu sorgen, dass wir am letzten Spieltag den Klassenverbleib noch schaffen können.

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