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·3 April 2025

FC Bayern: Eberl unter Druck – und das völlig zu Unrecht!

Gambar artikel:FC Bayern: Eberl unter Druck – und das völlig zu Unrecht!

Max Eberl ist seit etwas über einem Jahr Sportvorstand des FC Bayern. Und obwohl Transfers, Kaderstruktur und das Verhältnis zum Trainer stimmen wie seit Jahren nicht, mehren sich rund um die Säbener Straße die Gerüchte über Unzufriedenheit im Aufsichtsrat.

Die alte Bayern-Garde um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge scheint mit dem Kurs nicht restlos einverstanden. Doch was erwarten sie eigentlich – und vor allem: Ist das realistisch?


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Max Eberl: Der Hoeneß-Nachfolger, der zu unabhängig wurde?

Als Eberl nach München kam, schien es, als hätte Hoeneß seinen idealen Nachfolger gefunden: ein Mann mit Stallgeruch, laut, durchsetzungsstark, rhetorisch scharfzüngig – fast eine jüngere Kopie seiner selbst. Doch nun, da Eberl tatsächlich eigene Ideen entwickelt, wirkt es, als sei genau das das Problem.

Aber sein Profil war schon vorher bekannt. Eberl ist kein Teamplayer im klassischen Sinne, sondern ein Macher, der sich nicht gerne reinreden lässt. Genau das führte laut Oliver Mintzlaff zum Bruch in Leipzig, wo Eberl sich nicht an Absprachen gehalten und zudem zu viel Geld ausgegeben haben soll.

Ursprünglich stand ich der Verpflichtung von Eberl eher skeptisch gegenüber. Sein öffentliches Auftreten und die häufigen Auseinandersetzungen mit Medien, Gegnern und sogar den eigenen Fans erinnerten mich zu sehr an Uli Hoeneß. Auch eine übergeordnete, strategische Idee war für mich in seiner Rolle als Manager lange Zeit nicht erkennbar. Seit seiner Zusammenarbeit mit Lucien Favre setzt er vermehrt auf junge, talentierte Spieler und Trainer – oft aus kleineren Ligen. Wie diese Neuzugänge aber konkret in ein stimmiges Gesamtkonzept passen sollen, blieb für mich oft unklar.

Doch in München kann man ihm bisher wenig vorwerfen.

Ein starkes Transferjahr: Olise, Urbig, Ito – Eberl punktet

Wenige Transfers der letzten Jahre wurden von Fans und Fachleuten gleichermaßen so einhellig gefeiert wie der von Michael Olise. Der offensive Mittelfeldspieler kam für englische Verhältnisse vertretbares Geld aus der Premier League und spielte sich in München mit Spielwitz, Torgefahr und Tempo in die Herzen der Fans. Ein Topspieler, an dem der FC Bayern über Jahre noch Freude haben wird.

Auch die Verpflichtung von Torwarttalent Jonas Urbig wirkt mit Blick auf die mittelfristige Neuer-Nachfolge wie eine zukunftsorientierte Maßnahme. Hiroki Itō, ebenfalls ein smarter Transfer, der bisher nur von Verletzungen ausgebremst wurde. Palhinha bleibt bislang unter den Erwartungen, scheint aber mehr Projekt der Vorsaison gewesen zu sein.

Auf der Abgangsseite wurde ordentlich Geld generiert und sollte Tottenham die Kaufklausel von Mathys Tel ziehen, wartet noch der 55-Millionen-Jackpot.

Dazu kommt: Die Entscheidung, nicht auf Matthijs de Ligt, sondern auf das Duo Upamecano/Min-jae zu setzen, erwies sich sportlich als richtig – auch wenn Upamecano aktuell verletzt fehlt, passen beide besser ins Spielsystem Kompanys.

Trainerfrage: Kompany als Volltreffer

Eberls mutigste Entscheidung: Vincent Kompany. Nach langem Hin und Her als vermeintliche Notlösung gekommen, hat der Belgier dem Bayern-Spiel nicht nur ein neues Gesicht gegeben, sondern auch den Spaß zurückgebracht. Unter ihm spielen die Münchner wieder aktiv und offensiv. Einzelspieler wie Alphonso Davies oder Joshua Kimmich blühen sichtlich auf. Die Handschrift ist klar erkennbar – auch das ist ein Unterschied zu früheren Trainerlösungen der letzten Jahre.

Vertragsverlängerungen: Eberl liefert Stabilität – der Aufsichtsrat die Kritik

Gerade in der Kaderpolitik bewies Eberl Verhandlungsgeschick: Mit Davies, Kimmich und Musiala wurden drei absolute Schlüsselspieler langfristig gebunden. Auch Manuel Neuer und Josip Stanišić verlängerten. Das Argument, die Gehälter seien zu hoch, trifft Eberl nur bedingt. Denn die Lohnstruktur im Kader war schon vorher aus dem Ruder gelaufen – mitverantwortlich dafür: Der Aufsichtsrat, der jetzt Kritik übt.

Musiala, Kimmich und Davies gehören zu den besten ihrer Positionen weltweit – dass sie ähnliche Konditionen wie andere Leistungsträger im Kader verlangen, ist völlig nachvollziehbar. Es war Eberls Verdienst, sie trotz internationaler Konkurrenz an den Verein zu binden.

Dass Thomas Müller seine Zukunft bei Eberl selbst entscheiden hätte dürfen, spricht zudem für sein Fingerspitzengefühl im Umgang mit Vereinsikonen. Der Stil, mit dem der Aufsichtsrat Müller nun vor die Tür setzt, lässt Fragen offen.

Verkaufskandidaten: Haben es zu schön in München

Um finanziellen Spielraum für Verstärkungen zu schaffen, müssten eigentlich auch Einnahmen durch Abgänge her – doch genau das ist schwierig. Spieler wie Serge Gnabry, Kingsley Coman und Leon Goretzka sind sportlich austauschbar, aber verdienen in München so gut, wie es in Europa kaum wo darstellbar ist.

Damit solche Spieler wechseln und auf Geld verzichten, muss das Paket beim aufnehmenden Verein schon sehr stimmig sein. Das sportliche Niveau ist deutlich höher, aber es drohen Situationen wie in Bouna Sarr. Der Franzose spielte in München nie wirklich eine Rolle, verdiente aber so gut, dass er seinen Vertrag bis zum letzten Sommer einfach aussaß.

Eberl versucht, den Kader umzubauen – aber gegen bestehende Strukturen und ohne breite Unterstützung aus dem Aufsichtsrat sind die Möglichkeiten begrenzt.

Die Abwehr: Problem erkannt, Lösung verhindert

Schon im Sommer versuchte Eberl, mit Jonathan Tah zusätzliche Qualität für die Defensive zu verpflichten. Der Deal scheiterte am Veto des Aufsichtsrats, der den Preis als zu hoch empfand. Heute ist klar: Gerade in der aktuellen Verletzungskrise fehlt es an Qualität in der Spitze der Defensive – nicht in der Breite. Tah hätte hier eine Lücke schließen können.

Fazit: Eberl liefert – der Aufsichtsrat bremst

Max Eberl macht bislang vieles richtig. Transfers, Kaderarchitektur, Trainerwahl, Vertragsverlängerungen – all das ist im Vergleich zu den chaotischen Vorjahren deutlich strukturierter. Dass er dafür nun intern unter Druck gerät, wirkt paradox. Doch vielleicht ist genau das das Problem: Ein Sportvorstand, der sachlich, ruhig, effektiv arbeitet, passt nicht zum impulsgetriebenen Stil eines Hoeneß oder Rummenigge.

Eberl hat auch den öffentlichen Auftritt des FC Bayern spürbar professionalisiert. Er gibt dem Klub ein Gesicht, das nicht mehr vom Trainer allein getragen wird – souverän, klar, ohne ständige Nebenschauplätze. Wo zuvor oft Hektik herrschte, wirkt der Verein nach außen wieder stabiler und berechenbarer.

Wer Eberl kritisiert, muss sich fragen lassen: Was genau ist das Ziel? Und wer soll es besser machen? Denn Stand jetzt ist Max Eberl für den FC Bayern deutlich mehr Teil der Lösung als Teil des Problems.

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