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·26 April 2026

FC Bayern unterstreicht in Mainz seine vielleicht größte Qualität – die noch besser werden kann

Gambar artikel:FC Bayern unterstreicht in Mainz seine vielleicht größte Qualität – die noch besser werden kann

Der FC Bayern München dreht in Mainz einen 0:3-Rückstand. Bei allem Jubel über das Comeback nimmt man auch einen Auftrag für die kommende Saison mit.

Wenn der FC Bayern München am Dienstagabend in Paris den ersten Schritt in Richtung Champions-League-Finale gehen möchte, kann er auf fast alle Schlüsselspieler dieser Saison zurückgreifen.


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Lediglich in der Offensive ist der Kader durch die Ausfälle von Serge Gnabry und Lennart Karl etwas dünn geworden. Trotzdem werden die Münchner ihre vermeintlich bestmögliche Elf auf den Rasen schicken können. Anders als im Vorjahr.

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Damals fielen zahlreiche Top-Spieler gegen Inter Mailand aus, was das Viertelfinale extrem erschwerte. Ein entscheidender Unterschied zur damaligen Saison liegt darin, dass Vincent Kompany mehr rotiert. Der Belgier erklärte vor dem Jahreswechsel selbst, dass er dazu nun mehr Gelegenheiten habe: „Vor eineinhalb Jahren habe ich hier angefangen. Und da ging es mir wie jedem Trainer beim FC Bayern: Man muss gewinnen, man muss Ergebnisse liefern.“

Und weiter: „Man muss die Startelf schnell finden. Die ersten drei, vier Monate sind nicht der Moment, um als neuer Trainer groß zu rotieren. Es geht darum, den Spielern Selbstvertrauen und Stabilität zu geben.“

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Vincent Kompany hat den Kader des FC Bayern im Griff

Das ist ihm gelungen. Wobei man die Startelf hier sogar auf eine Startvierzehn oder gar -fünfzehn erweitern kann. Rotiert der Belgier im kleinen Ausmaß, ist meist kaum noch ein Qualitätsverlust zu bemerken. Die Spieler wissen, was von ihnen verlangt wird, und sie haben ihre festen Rollen im Team, in die sie hineingewachsen sind.

Die Verpflichtungen von Jonas Urbig, Tom Bischof und Jonathan Tah haben gewiss dazu beigetragen, dass Kompany die Rotation etwas leichter fällt. Sie alle passen gut ins System und haben viel Qualität. Gerade in der Innenverteidigung ist es so möglich, regelmäßig durchzutauschen. So groß die Kritik an Minjae Kim als Stammspieler war, so ausreichend sind seine Leistungen als Backup.

Für Dayot Upamecano und Tah bedeutet das, dass sie sich regelmäßig Pausen nehmen können. In seiner ersten Saison verzichtete Kompany weitestgehend auf Rotation, weil er in Eric Dier nicht den optimalen Ersatz sah. Die Upamecano-Verletzung war in der Champions League schließlich ein herber Rückschlag.

In der gesamten Saison 2024/25 (ohne Klub-WM) kamen 19 Spieler des FC Bayern auf mindestens 1.000 Minuten. Einige Wochen vor Saisonende sind es aktuell schon 18. Hiroki Ito (874 Minuten), Alphonso Davies (761) und Jamal Musiala (750) haben noch gute Chancen, diese Marke ebenfalls zu reißen.

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Kompany schenkt dem gesamten Kader Vertrauen

Die Verteilung der Spielzeit von oben nach unten ist dabei, klammert man die Talente mal aus, recht gleichmäßig. Riesige Löcher gibt es bis zu den 630 Minuten von Sacha Boey nicht. Nur zwischen Josip Stanišić (2.726) und Leon Goretzka (2.119) klafft ein etwas größeres Loch. In der Saison 2024/25 gab es die erste größere Lücke schon zwischen den Plätzen eins und zwei: Joshua Kimmich (4.377) war fast 1.000 Minuten vor Kim (3.579). Zwischen Michael Olise (3.465) und Manuel Neuer (2.998) gab es eine weitere kleine Lücke.

Und auch im weiteren Verlauf sind die Abstände etwas weniger gleichmäßig. Das kann natürlich auch Zufall sein oder stark von Ausfällen abhängen. Es deckt sich aber mit dem Eindruck, dass Kompanys Kadermanagement deutlich besser geworden ist und Spieler auch dann Pausen bekommen, wenn in der Bundesliga ein schwereres Spiel ansteht.

So rotierte Kompany beispielsweise am 9. Spieltag beim Heimspiel gegen Bayer Leverkusen durch. Karl, Goretzka, Kim, Bischof, Raphaël Guerreiro und Nicolas Jackson standen damals in der Startelf. Die Bayern gewannen mit 3:0.

Etwas Glück gehörte mit dazu

Nicht immer lief es so reibungslos. In Hoffenheim rotierte der Belgier ordentlich durch und seine Mannschaft spielte eine schwache erste Halbzeit, an deren Ende eine glückliche 1:0-Führung stand. Oft genug musste er zur Pause oder kurz nach der Pause dann doch die Stammspieler bringen, um eine Partie noch umzubiegen.

Zuletzt gelang das gegen Mainz 05 spektakulär. Am vergangenen Samstag drehten sie einen 0:3-Rückstand noch in eine 4:3-Führung. Es spricht für Kompany, dass er trotzdem immer wieder die Notwendigkeit zur Rotation erkennt und er den Spielern hinter den ersten 14, 15 Kaderpositionen Vertrauen schenkt – selbst, wenn sie mal nicht die Leistung bringen, die sich das Trainerteam von ihnen erhofft.

Gleichzeitig muss man festhalten, dass auch ein Quäntchen Glück dazu beigetragen hat, dass die Rotation von Kompany derart erfolgreich verlief. In Gladbach half eine frühe Rote Karte nach sehr zähem Beginn. Auch in Stuttgart war das Spiel lange sehr offen, ehe die Stammspieler das Geschehen deutlich entschieden haben. Es gibt noch einige andere Beispiele, in denen die Spielgeschichte günstig verlaufen ist.

Man könnte das unter „wenn es läuft, dann läuft es eben“ zusammenfassen. Wenngleich die grundsätzliche Menge an Erfolgen so erdrückend ist, dass der Zufall nicht der Hauptfaktor ist, gibt es hier im Kader klaren Optimierungsbedarf.

Im Sommer muss der FC Bayern nachjustieren

Die Bayern haben das auch erkannt. Raphaël Guerreiro und Leon Goretzka werden den Klub verlassen. Ihre Leistungen waren sehr wechselhaft, ihr Spielerprofil passt nicht optimal ins System. Guerreiro ist zwar technisch stark, aber als Defensivspieler nicht stabil genug und auf den Offensivpositionen erheblich schwächer als seine Konkurrenz. Goretzkas Profil ist im dominanten und ballbesitzorientierten Spiel der Münchner nicht so gefragt.

In Mainz hat sich mal wieder gezeigt, dass sein Einfluss auf das Spiel gegen tiefstehende Mannschaften zu gering ist. Zu deutlich ist der Unterschied im Vergleich zur spielstarken Doppelsechs Kimmich-Pavlović. Überraschend wäre es zudem, wenn die Bayern Nicolas Jackson verpflichten würden.

Der Mittelstürmer lieferte mit 14 Scorern in 1.151 Minuten zwar starke Werte für einen Backup-Stürmer, doch im Kombinationsspiel ist er oft zu behäbig, gedanklich nicht schnell genug. Seine Qualitäten im Umschaltspiel und bei Tiefenläufen werden zu selten gebraucht. Die über 60 Millionen Euro, die spekuliert wurden, wären viel zu teuer. Und selbst für 30 Millionen Euro sollte der FCB in der Lage sein, eine bessere Alternative für die Offensive zu finden.

Hinzu kommen große Fragezeichen hinter der Verfügbarkeit und/oder Qualität von Hiroki Ito. Das Spiel der Münchner ist ein komplett anderes, wenn sie alle auf dem Feld stehen. Und bis zu einem gewissen Punkt ist das kaum zu vermeiden. Es ist unmöglich, Weltklasse-Spieler auf den Kaderpositionen 15+ zu parken.

Mainz zeigt dem FCB abermals Optimierungsbedarf

Was aber möglich ist: Die richtigen Spielertypen für den Trainer zu finden. Das ist auch kein Vorwurf an vergangene Transfersommer. Wenn man frei nach Uli Hoeneß keinen „Geldscheißer“ hat, muss der Kader über mehrere Jahre optimiert werden.

Sommer für Sommer tun sich darüber hinaus weitere Baustellen auf. Kaderplanung ist ein fortlaufender Prozess, weshalb es fast nie die perfekte Kaderkonstellation gibt. Nachdem die Spitze des Kaders in den vergangen ein, zwei Jahren deutlich angehoben wurde, wird es nun im Sommer aber vor allem darum gehen, die Breite zu verbessern.

Das bedeutet nicht, dass es zwingend mehr Spieler im Kader braucht. Numerisch half die Struktur dabei, dass junge Spieler wie Karl überhaupt eine Perspektive im Team hatten. Das sollte auch in Zukunft möglich sein. Es geht darum, die Rotation für den Trainer noch einfacher zu machen und Spielertypen zu finden, mit denen er noch mehr anfangen kann. Spielertypen, die die Anlage des Bayern-Spiels durch ihre Präsenz nicht gänzlich verändern.

In Mainz mag es sportlich um nichts mehr gegangen sein. Aber die Probleme, die das Team in den ersten 45 Minuten hatte, waren nicht neu. Hier gibt es bei allem berechtigen Lob für das herausragende Kadermanagement von Kompany noch Optimierungsbedarf.

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