MillernTon
·19 April 2026
FC St. Pauli vs. 1. FC Köln „It feels like two lost points“

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·19 April 2026

Der FC St. Pauli musste sich am Freitagabend mit einem Unentschieden zufriedengeben. Spieler und Trainer ärgern sich über verlorene Punkte, doch die Statistiken zeigen: Es geht in die richtige Richtung.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Das Spiel zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FC Köln endete am Freitagabend mit einem 1:1. Flutlicht, DOM und Millerntor – die Stimmung war da und zu Spielbeginn gab es schon die ersten Pyros, beide Fanszenen waren bereit für spannendes und wichtiges Spiel. Nach den ersten zehn Minuten, die Köln kontrollierte, kam St. Pauli besser ins Spiel. Braun-weiß gab deutlich mehr Schüsse aufs Tor ab, doch belohnte sich in der ersten Halbzeit zunächst nicht. In der 69. Minute, nach Ecke von Sinani, verlängerte Wahl vom langen Pfosten Richtung Mitte, wo Karol Mets per Kopf einschob. Dieser Treffer war für den Verteidiger der erste im Trikot des FC St. Pauli. Doch die Freude darüber sollte nur kurz anhalten. 15 Minuten später ging Kaminski im Zweikampf mit Mets im Strafraum zu Boden. Nach VAR-Eingriff entschied der Unparteiische Jöllenbeck auf Elfmeter für Köln (durchaus eine umstrittene Entscheidung). Luca Waldschmidt trat an den Punkt und verwandelte ins rechte Eck, Vasilj war in die andere Ecke unterwegs. Trotz acht Minuten Nachspielzeit passierte nach dem Ausgleich nicht mehr viel und so trennten sich die Vereine im Remis.
„Ich glaube, wir kommen die ersten zehn Minuten gut ins Spiel“, erklärte der Cheftrainer des 1. FC Köln René Wagner. „Dann schaffen wir es nicht, uns vom langen Ball zu trennen. Dann wollen wir zu oft auch den langen Ball spielen und haben dann mit Ball kein gutes Spiel gemacht.“ Dennoch hob er hervor, dass seine Mannschaft gut verteidigt habe und nicht viel zuließ. Trotzdem musste Wagner dann in der zweiten Hälfte das 0:1 hinnehmen: „Kommen in die zweite Halbzeit, gehen in Rückstand nach einem Standard, den wir nicht gut verteidigen.“ Dennoch lobte er sein Team und wie sie zurückkamen und das 1:1 machten. Das die Kölner abgesehen von dem Elfmeter nicht viele Chancen hatten, lag laut Wagner unter anderem an der Defensive des FC St. Pauli: „Der Gegner hat super verteidigt, die haben die Räum eng gehalten, super block-verteidigt, es war nicht einfach, da durchzukommen.“ Dank dem etwas glücklichen Elfmeter seien sie „zufrieden mit dem Punkt“ und René Wagner erklärte noch einmal: „Wir lagen 0:1 zurück, jetzt können wir froh sein, dass wir einen Punkt geholt haben. Der ist ungemein wichtig für uns. Wir haben den Abstand gleichgehalten und darüber müssen wir uns heute freuen.“
Ganz anders als sein Kollege, war Alexander Blessin gar nicht happy über das Unentschieden: „Wir sind natürlich nicht zufrieden mit dem Punkt und das ist klar.“ Auch er schätzte die Situation so ein, dass sein Team die ersten zehn Minuten schwerer reinkam und Anpassungsprobleme hatte. Dann waren die Spieler besser in der Partie und hatten laut Blessin zwei gute Dinger, wo sie hätten in Führung gehen können. „Es war dann trotzdem auf weite Strecken ausgeglichen, ich finde dann trotzdem, dass wir teilweise in den Chancen ein bisschen näher dran waren. Wir machen dann das Tor (…) und dann finde ich trotzdem, gehen wir verdient 1:0 in Führung.“ Über die Elfmeter-Situation sagte er, dass er anfangs eigentlich ruhig war, da der Kontakt von Mets klar da war und das sei dann eben ein Elfer, doch nach Ansicht der Bilder fügte er hinzu: „Der Fuß von Kaminski geht zuerst auf die Wade von Karol und dadurch ist es für mich auch kein Foul.“ Dennoch lobte er das Schiedsrichtergespann sehr und sagte lediglich: „Das ist dann schon sehr, sehr ärgerlich, weil wie gesagt, die drei Punkte wären dann schon nicht unverdient gewesen. Deswegen sind wir natürlich schon auch unzufrieden.“
Jedenfalls zeigte sich die Mannschaft stärker als in den ganzen letzten Spielen. Seit dem 2:1 gegen Stuttgart gab der FC St. Pauli nicht mehr 12 Schüsse in einem Spiel mehr ab. Dazu gingen 50% dieser Abschlüsse auch noch direkt auf das Tor. Sieben dieser Schüsse stammten aus der zweiten Halbzeit und davon vier aus der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff. Das klingt für mich nach einer Reaktion, die man nach der schon guten ersten Hälfte unbedingt zeigen wollte. Im Gegensatz dazu brachte der 1. FC Köln nur einen der zehn Schüsse direkt aufs Tor, ausgerechnet den verwandelten Elfmeter. Schwer tat sich die Mannschaft von Alexander Blessin tatsächlich in den Zweikämpfen. In der ersten Hälfte gewannen die Gastgeber nur sieben Bodenzweikämpfe und drei Luftkämpfe. Köln hingegen gewann zwölf und vierzehn. Auch nach der Pause waren die Gäste hier deutlich überlegen.
Der FC St. Pauli ist in allen aufgelisteten xG-Kategorien besser gewesen als der Gegner. Wann hat man das denn zuletzt gesehen? Tatsächlich gab es das zuletzt beim Hinspiel gegen den FC Augsburg (2:1). Das ist, abgesehen von dem Aufeinandertreffen mit Köln am Freitag, auch das einzige Spiel, bei dem die Mannschaft von Blessin die xG-Werte-Tabelle anführte. Besonders hoch ist hier bei der xGOT-Wert, dafür sind primär die beiden Chancen von Hountondji (10. Und 33.), Ritzkas Schuss (35.) und natürlich das 1:0 von Karol Mets verantwortlich. Dieser lag übrigens alleine schon bei 0,91 xGOT und 0,29 xG.
Die tragische Figur des Spiels, Karol Mets, erklärte nach Abpfiff: „It feels like two lost points. I didn’t feel like they had a realistic chance to score a goal after we scored a goal, so I think we closed them down really well.“ Zu dem Elfmeter war der Verteidiger sehr selbstkritisch, gab den Kontakt direkt zu und meinte, er hätte die Situation besser handhaben müssen. Auch dass er sein erstes Tor für den FC St. Pauli erzielte freute ihn nur bedingt, da überwog der Ärger über den verursachten Elfer: „To be honest it’s more frustrating, ‚cause the three points would have helped us massively.“ Kapitän Jackson Irvine schloss sich diesem Statement an: „Yeah, it’s two lost points in the end. I thought we were really good tonight, strong mentally, really we looked like (…) ourselves, the team we can be, so to give away a penalty last minute is a tough one.“
Auch Hauke Wahl lobte die Mannschaft und meinte: „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, wir haben eine gute Energie auf dem Platz gehabt. Wir waren fokussiert, wir waren von der ersten Minute da.“ Was alle Spieler betonten, dass die Mannschaft wieder wie ein Team aussah, konnte Irvine erklären: „We had some big conversations this week, (…) to try and find some kind of connection to bring us back together and you saw it today. You could feel that everyone was there together.“
Nikolaj Vasilj brachte es nach dem Spiel auf den Punkt: „It’s just about the next game for us, which is Heidenheim, and taking three points from there.“ So unzufrieden man mit dem Spielergebnis auch ist, besonders durch den ärgerlichen Elfmeter, muss man dennoch anerkennen, das am Freitagabend schon viele Dinge wieder richtig liefen. Ganz anders als gegen den FC Bayern München ließ sich im Spiel gegen den 1. FC Köln die Identität der Mannschaft wieder blicken. Hauke Wahl erklärte dazu: „Alles in allem, die Energie, die Art und Weise wie wir gespielt haben, war super. Und das nehmen wir mit für die letzten vier Spiele.“ Am kommenden Samstag wird der FC St. Pauli zu Gast in Heidenheim sein, in einem weiteren „Sechs-Punkte-Spiel“. Deswegen gilt es jetzt, den Punkt und die guten Dinge aus diesem Spiel mitzunehmen und am nächsten Wochenende nochmal zu zeigen, warum der FC St. Pauli in die Bundesliga gehört.
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