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·22 Juli 2026
FIFA-Kritiker Matthäus beklagt Fall Balogun war „Verrat am Fußball“

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Auch Lothar Matthäus schlägt sich nun deutlich auf die Seite der FIFA-Kritiker. In der Sport Bild rechnet der deutsche Rekordnationalspieler mit dem Weltverband ab und nimmt dabei besonders die Vorkommnisse rund um die WM ins Visier.

FIFA-Kritiker Matthäus beklagt Fall Balogun war „Verrat am Fußball“ (Screenshot RTL Video)
„Die FIFA hat den Fußball längst verkauft“, stellt Matthäus in seiner Kolumne klar. Besonderen Anstoß nimmt er dabei am sogenannten „Fall Balogun“. Nachdem US-Präsident Donald Trump offenbar bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen hatte, wurde eine Rote Karte gegen den amerikanischen Angreifer Folarin Balogun im Nachhinein zurückgenommen. Für den 65-Jährigen ein Skandal: „Völlig indiskutabel ist, dass die FIFA nach Trumps Anruf bei Infantino die Rote Karte gegen den US-Stürmer Folarin Balogun ausgesetzt hat. Das hätte niemals passieren dürfen, das war Verrat am Fairplay und am Fußball.“ Auch das öffentliche Auftreten der beiden Amtsträger stieß ihm sauer auf, die „Trump-Infantino-Show“ habe ihn regelrecht geärgert.
Neben dem konkreten Vorfall stört sich Matthäus grundsätzlich an der Entwicklung des Turniers in den USA. Die zunehmende „Amerikanisierung des Fußballs und die extreme Kommerzialisierung“ hätten ihm missfallen. Als Beispiel nennt er die umstrittenen Trinkpausen, die aus seiner Sicht rein wirtschaftlichen Motiven dienen: „Kein Mensch braucht Trinkpausen (…). Und natürlich vermarkten die FIFA und die TV-Sender die Unterbrechungen – das ist der wahre Grund für deren Einführung.“
Auch die Halbzeitshow beim Endspiel sorgte bei ihm für Stirnrunzeln. Zwar lobt er die künstlerische Qualität, hinterfragt aber die Terminierung: „Tolle Künstler, tolle Musik – aber warum in der Halbzeit, die dadurch viel zu lang wurde? Warum nicht vor dem Spiel?“
Ein weiterer Kritikpunkt des Rekordinternationalen betrifft die finanzielle Belastung der Anhänger. Die Preise für Eintrittskarten seien insgesamt zu hoch gewesen, vor allem für die Fans vor Ort in den USA. Matthäus formuliert dazu einen fast schon nostalgischen Wunsch: „Wahrscheinlich ist es zu romantisch gedacht, aber ich würde es schön finden, wenn Fußball Fußball bleibt – für alle!“
Mit Blick auf die geplante Aufstockung der Weltmeisterschaft auf künftig 64 teilnehmende Mannschaften zeigt sich der Experte dennoch versöhnlich und liefert einen humorvollen Seitenhieb in Richtung der italienischen Nationalmannschaft, die zuletzt zwei Endrunden in Folge verpasst hatte: „Kleiner Scherz: Dann wäre auch Italien wieder sicher dabei.“







































