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·9 April 2026
Frauen Fußball heute: DFB-Frauen vor WM-Qualifikationsspielen gegen Österreich – Sarai Linder im DFB.de Interview

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·9 April 2026

Die WM-Qualifikation der DFB-Frauen geht in die nächste Phase: Am Dienstag, 14. April, empfängt das Team Österreich in Nürnberg, Anstoß ist um 18.30 Uhr, live im ZDF. Das Rückspiel folgt am Samstag, 18. April, ab 18 Uhr in Ried. Für Sarai Linder hat die Partie an der Frankenstraße dabei eine besondere Note.
Sarai Linder von der deutschen Frauennationalmannschaft im Einsatz beim WM-Qualifikationsspiel zur FIFA Frauen-WM 2027 zwischen Deutschland und Slowenien im Rudolf-Harbig-Stadion am 3. März 2026 in Dresden. Foto: Thomas Eisenhuth / Getty Images
Im DFB.de-Interview sprach die deutsche Nationalspielerin über die anstehenden Duelle, ihre mittlerweile drei Jahre im Kreis der Nationalmannschaft und die Vorfreude auf Nürnberg. Dort bestritt die 24-Jährige am 11. April 2023 ihr erstes Länderspiel – damals in einem Heimspiel gegen Brasilien, das mit 1:2 verloren ging. Trotz des Ergebnisses bleibt der Abend für sie ein Meilenstein, zumal mit Dzsenifer Marozsan an diesem Tag eine große Nationalspielerin verabschiedet wurde.
„Wirklich sehr schön. Es ist immer wieder toll, in diesem Kreis zusammenzukommen. Die Stimmung ist richtig gut. Wir freuen uns auf die beiden Begegnungen mit Österreich. Und ich sogar in doppelter Hinsicht.“
Warum sie die Begegnung besonders bewegt, erklärt Linder mit der Nähe zu ihrer Heimat: „Erstens weil das für mich fast ein Heimspiel ist. Ich bin in der Nähe groß geworden. Meine Familie wird da sein. Außerdem viele Freunde und Bekannte. Wenn wir nicht unter der Woche spielen würden, wären es vermutlich noch deutlich mehr. Und zweitens weil ich Nürnberg mein erstes Länderspiel bestritten habe.“
Ihr Debüt liegt inzwischen fast genau drei Jahre zurück, und diese Zeit ist für Linder rasend schnell vergangen. Damals sei vieles neu gewesen, berichtet sie, sie habe vor allem von Spielerinnen wie Alexandra Popp und Svenja Huth gelernt. Beide haben ihre Nationalmannschaftskarrieren inzwischen beendet. Heute zählt sich Linder selbst zu den erfahreneren Kräften, die den jüngeren Spielerinnen beim Ankommen helfen. Im Training, wenn in zwei Teams „jung gegen alt“ gespielt wird, steht sie nach eigener Aussage immer bei den Älteren.
Zu den Höhepunkten der vergangenen drei Jahre zählt die Abwehrspielerin vor allem die Europameisterschaft im vergangenen Jahr. Sie beschreibt das Turnier als extrem emotional und erinnert daran, wie das Team trotz zahlreicher Hindernisse und Rückschläge zusammengefunden und sich durchgebissen hat. Auch der Gewinn der Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gehört für sie dazu. Persönlich ordnet sie zudem ihr erstes Länderspieltor gegen die Niederlande als wichtigen Karriereschritt ein.
Sportlich läuft es für die DFB-Frauen in der Qualifikation bislang nach Plan: Mit zwei Siegen und ohne Gegentor ist die Mannschaft gestartet, 5:0 gegen Slowenien und 4:0 gegen Norwegen. Genau daran wollen sie nun gegen Österreich anknüpfen. Linder sieht die Gegnerinnen als ernstzunehmend an, nicht zuletzt, weil viele Österreicherinnen in der Bundesliga spielen. Das zeige, welche Qualität im Kader stecke. Gleichzeitig betont sie die Teamstärke der ÖFB-Auswahl. Der deutsche Fokus liege aber zunächst auf den eigenen Abläufen.
„Grundsätzlich schauen wir zunächst auf uns, dann erst auf die Gegnerinnen“, sagt Linder. „Klar ist aber, dass viele Österreicherinnen in Deutschland in der Bundesliga spielen. Alleine das zeigt, dass sie Qualität haben und dass wir gewarnt sein sollten. Sie haben eine gute Mannschaft und sind vor allem als Team stark. Aber wir sind mit zwei Siegen und ohne Gegentor ergfolgreich in die WM-Qualifikation gestartet. Diese Serie wollen wir fortsetzen.“
Auch mit der eigenen Leistung ist sie zufrieden. Vor allem die Defensive soll stabil bleiben, doch auch offensiv sieht sie ihr Team gut aufgestellt: „Genau, das waren sehr ordentliche Auftritte von uns. Mir als Abwehrspielerin ist es natürlich wichtig, dass hinten die Null steht. Aber auch nach vorne waren wir sehr kreativ und torgefährlich. Ich habe den Eindruck, dass es im Moment einfach sehr gut passt.“
Im Vergleich zum Vorjahr sei die Mannschaft spürbar gefestigter. Die Abläufe griffen immer besser, jede Spielerin wisse inzwischen genau, was auf ihrer Position gefragt sei. Das Team wirke eingespielt, die Handschrift des Trainerteams sei klar erkennbar. Entscheidend sei nun, den Weg konsequent fortzusetzen und weiter hart zu arbeiten.
Dass in diesem Jahr kein großes Turnier auf dem Programm steht, sieht Linder positiv. Sie könne im Sommer ein paar Tage länger ausspannen, mal durchatmen, abschalten und neue Kraft sammeln. „Ja, absolut. Da wird es guttun, im Sommer mal ein paar Tage länger frei zu haben und mal durchatmen zu können. Ich freue mich darauf, mal etwas abschalten und neue Kraft tanken zu können. Danach geht es ja Schlag auf Schlag weiter.“
Der Blick nach vorn reicht bereits bis ins nächste Jahr und darüber hinaus: 2027 steht die WM in Brasilien an, 2028 die Olympischen Spiele in Los Angeles und 2029 die Heim-EM. Doch Linder mahnt zur Gegenwart. Zunächst müsse sich die Auswahl überhaupt erst für die Weltmeisterschaft qualifizieren. Die Perspektive bleibt trotzdem reizvoll – vor allem wegen der Europameisterschaft im eigenen Land. „Absolut. Aber so weit schauen wir noch gar nicht nach vorne, zumal wir uns ja auch für die WM erstmal qualifizieren müssen. Klar ist aber, dass die Heim-EM natürlich ein Traum für uns alle ist. Das erlebt man als Fußballerin wahrscheinlich nur einmal im Leben.“









































