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·21 Juni 2026

Gruppensieg fix, Schlotterbeck bangt: DFB-Team zwischen Jubel und Sorgen

Gambar artikel:Gruppensieg fix, Schlotterbeck bangt: DFB-Team zwischen Jubel und Sorgen

Der späte Sieg gegen die Elfenbeinküste hat die deutsche Mannschaft mit einer echten Emotionsexplosion zurück ins Turnier gespült. Durch das 2:1 in der Nachspielzeit ist der Gruppensieg schon vor dem letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador sicher, zugleich wächst die Zuversicht auf einen langen WM-Run. Getrübt wird der Erfolg allerdings durch Sorgen um Nico Schlotterbeck, bei dem ein Innenbandriss im Sprunggelenk droht.

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Maximilian Beier trifft gemeinsam mit Nick Woltemade, Nico Schlotterbeck, Pascal Gross und Waldemar Anton zum offiziellen Mannschaftsfoto der deutschen Nationalmannschaft am 10. Juni 2026 im W. Dennie Spry Soccer Stadium in Winston-Salem, North Carolina ein. (Alexander Hassenstein / Getty Images)


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Undav zündet den nächsten DFB-Moment

Die späte Freude auf dem Kurztrip nach Kanada sorgte auch am Familientag noch für gute Laune bei den Nationalspielern um Deniz Undav. DFB-Präsident Bernd Neuendorf zeigte sich nach dem zweiten Sieg im zweiten WM-Spiel „erfüllt mit Stolz und Glück“, und mit dem erstmaligen Sprung in die K.o.-Runde seit dem WM-Triumph 2014 lebt zwölf Jahre später auch der Titeltraum wieder auf.

Julian Nagelsmann sprach nach dem hart erkämpften Erfolg von einer Mannschaft, die deutlich spürbar an Selbstvertrauen gewonnen habe. „Das tut gut, alle spüren die Wertigkeit. Nach dem Siegtreffer lag die ganze Mannschaft im Eck, das ist ein cooles Zeichen. Das kann schon Kräfte freisetzen“, sagte der Bundestrainer noch vor der Rückreise von Toronto ins Team-Quartier nach Winston-Salem. Dort warteten nach dem zweistündigen Flug jubelnde Hotelmitarbeiter mit wehenden Deutschland-Fahnen auf die DFB-Auswahl.

Für zusätzliche Erleichterung sorgte die überraschende Nullnummer von Ecuador gegen Curacao. Dadurch steht bereits vor dem direkten Duell mit den Südamerikanern am Donnerstag der Gruppensieg fest, womit die Nationalelf im Sechzehntelfinale auf einen vermeintlich leichteren Gegner trifft. Deniz Undav, der mit einem Doppelpack zum Matchwinner avancierte, forderte: „Diesen Flow, die Positivität müssen wir jetzt mitnehmen.“

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TORONTO, ONTARIO – 20. Juni: Franck Kessié (Nr. 8) von der Elfenbeinküste jubelt über den ersten Treffer seiner Mannschaft während des WM-Gruppenspiels 2026 zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste im Toronto Stadium am 20. Juni 2026 in Toronto, Ontario. (Foto: Michael Reaves/Getty Images)

Widerstandskraft nach dem Rückstand

Nach dem Rückstand durch Franck Kessié in der 30. Minute zeigte Deutschland die nötige Turnierhärte. Jonathan Tah lobte den Auftritt mit Blick auf die entscheidenden Phasen: „Siegermentalität, Teamgeist – wir hatten genau das, was man braucht, um in einem Turnier erfolgreich zu sein.“ Nagelsmann schloss sich dieser Einschätzung an und erklärte, seine Mannschaft habe „an der Mutschraube gedreht“ und „das Risiko genommen, weil sie das Spiel gewinnen wollten“. Er sei „superglücklich für die Truppe“.

Großen Anteil am Umschwung hatte der Bundestrainer auch mit seinen Wechseln. Nadiem Amiri bereitete den Ausgleich mit einer feinen Flanke vor, Jamie Leweling brachte auf der rechten Seite Schwung, und Leon Goretzka rettete beim Stand von 1:1 in der 88. Minute spektakulär gegen Simon Adingra. Den entscheidenden Treffer erzielte schließlich Undav in der 90.+4 Minute, nachdem er bereits in der 68. Minute getroffen hatte. Felix Nmecha überzeugte erneut stark und legte auch das späte Tor von Undav vor.

„Meine Mitspieler machen es mir einfach“, sagte der Doppel-Torschütze. Ob er künftig auch von Beginn an spielen wird, ließ Nagelsmann offen. „Warum sollte ich seinen Flow jetzt brechen“, fragte der Coach zunächst, schränkte dann aber ein: „Man kann aber auch sagen, er soll von Beginn an spielen. Wir werden beides diskutieren, auch mit Deniz.“

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Bundestrainer Julian Nagelsmann reagiert an der Seitenlinie im WM-2026-Gruppenspiel der Gruppe E zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste am 20. Juni 2026 im Toronto Stadium. (Alexander Hassenstein / Getty Images)

WM 2026 Tabelle Gruppe E

Rhythmus, Familienzeit und die Frage nach dem Favoritenkreis

Nach dem Spielersatztraining und der Regeneration erhalten die DFB-Stars wie nach dem 7:1 gegen Curacao anderthalb freie Tage. „Das gibt den Jungs und uns allen Kraft, wenn wir die Familien sehen“, sagte Nagelsmann, betonte mit Blick auf die Jagd nach dem fünften Stern aber auch: „Wir lassen deswegen ja kein Training ausfallen. Wir behalten unseren Rhythmus bei.“

Der neue WM-Rekordtorwart Manuel Neuer, für den es der 21. Turniereinsatz war, sprach von einem wachsenden Glauben an den großen Coup. „Der Glaube an den großen Wurf sei einfach da“, sagte er. Thomas Müller ordnete den zweiten Sieg im zweiten WM-Spiel und den elften Erfolg in Serie bei MagentaTV ein: „Man hat gesehen, warum wir nicht zum absoluten Favoritenkreis gehören – und, warum wir vielleicht doch dazugehören.“

Ganz ohne Fragezeichen ging der Abend dennoch nicht zu Ende. Neben Schlotterbecks möglicher Sprunggelenksverletzung blieb auch sein Einsatz der größte Wermutstropfen. Der Innenverteidiger hatte sich am Ende der Partie verletzt, und Nagelsmann meinte nach der Landung um 23.15 Uhr Ortszeit gemeinsam mit Neuendorf als erster von Bord gehend: „Es sah nicht so gut aus – leider.“

Während sich die Mannschaft in der Nobelunterkunft The Graylyn Estate in Winston-Salem von dem emotionalen Erfolg erholte, war die Diskussion um Titelreife längst in vollem Gange. Intern aber genossen die Spieler zunächst lieber die Erinnerung an die Gefühlsexplosion, die der späte Treffer ausgelöst hatte.

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