Havertz & Brown überzeugen, Nmecha unerwartet schwach – Deutschland in der Einzelkritik | OneFootball

Havertz & Brown überzeugen, Nmecha unerwartet schwach – Deutschland in der Einzelkritik | OneFootball

In partnership with

Yahoo sports
Icon: LIGABlatt

LIGABlatt

·6 Juni 2026

Havertz & Brown überzeugen, Nmecha unerwartet schwach – Deutschland in der Einzelkritik

Gambar artikel:Havertz & Brown überzeugen, Nmecha unerwartet schwach – Deutschland in der Einzelkritik

Im letzten Testspiel vor der Weltmeisterschaft traf die deutsche Nationalmannschaft in Chicago auf einen der drei Gastgeber und Türkei-Gruppengegner, nämlich die USA. Am Ende konnte das Team von Julian Nagelsmann einen 2:1-Sieg einstreichen, es war der neunte Sieg infolge für das deutsche Team, doch restlose Begeisterungsstürme konnte man in diesem durchaus knappen Duell nicht unbedingt auslösen. Welche Spieler dann schlussendlich doch Argumente für einen Startelf-Einsatz beim WM-Auftakt gegen Curaçao am 14. Juni sammeln konnte, und wer eher für Kopfkratzen sorgte, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik. 

Oliver Baumann: Auch in diesem Spiel stand wieder die eigentliche Nummer zwei im Kasten und zeigte, dass man, sollte Manuell Neuer zum WM-Start nicht rechtzeitig wieder fit werden, zumindest auf dieser Position kein Problem hat, denn der Hoffenheimer konnte sich gleich mehrfach durch gute Paraden auszeichnen und hielt, was zu halten war. Beim Gegentreffer konnte Oliver Baumann allerdings nichts ausrichten, da die Direktabnahme von Antonee Robinson beinahe das Tornetz zerrissen hätte. (Note: 2)


Video OneFootball


Joshua Kimmich: Der Kapitän der deutschen Mannschaft fügte sich durch eine Wunderbare Torvorlage auf Kai Havertz nach einem Freistoß ein, hatte danach aber immer wieder seine Schwierigkeiten, da er viel ins Mittelfeld abkippte und dadurch hinter sich den Raum aufmachte, was die Amerikaner zu Angriffen über die Flügel einlud. In den Zweikämpfen war Kimmich zwar wieder gewohnt giftig, mit dem Ball am Fuß allerdings zuweilen etwas schläfrig, weshalb er sich ohne Not mehr als einmal die Kugel abnehmen ließ. In der 61. Spielminute wurde der 31-Jährige dann für Waldemar Anton ausgewechselt. (Note: 3)

Jonathan Tah: Der deutsche Abwehrchef hatte einen unerwartet aufwändigen Arbeitstag, den er allerdings sehr gut annahm, indem er viele Bälle herausköpfte, immer wieder clever seinen Körper hineinstellte, um so den Gegner vom Ball zu trennen und in den entscheidenden Momenten einfach da war und prinzipiell nichts zuließ. Zwar war es beim Gegentreffer sein Kopfball, der beim Torschützen Antonee Robinson landete, doch war das eher ein Fehler der Zuordnung, dass der Linksverteidiger zum Schuss kam, als ein Fehler Tahs. (Note: 2)

Nico Schlotterbeck: Ebenso wie sein Nebenmann Jonathan Tah praktisch fehlerfrei, machte auch der Dortmunder eine gute Partie, wobei er eher die Rolle des Aufbauspielers einnahm. Neben den vielen Zweikämpfen, in denen es an Schlotterbeck praktisch kein Vorbei gab, zeichnete er sich auch durch seine eröffnenden Bälle aus, wobei auffiel, dass die deutschen Angreifer beim stumpfen Rasen große Mühe hatten, die langen Pässe zu erlaufen. Insgesamt aber stand die Innenverteidigung bestehend aus Tah und Schlotterbeck sehr stabil. (Note: 2)

Nathaniel Brown: In der ersten Halbzeit war Sohn eines US-amerikanischen Vaters der vielleicht beste deutsche Spieler, der sowohl vorne durch seine Tiefenläufe, als auch hinten durch seine Zweikampfsicherheit und seine Ruhe in den Laufduellen einen richtig guten Eindruck machte und sich für einen erneuten Startelfeinsatz dann zum WM-Auftakt empfahl. Grundsätzlich funktionierte auch die Synergie mit Florian Wirtz auf dem linken Flügel gut, sodass Brown Situativ entweder die Außenlinie beackerte, oder in den Halbraum vorstieß. Nach einer Stunde wurde der 22-Jährige dann für David Raum ausgewechselt. (Note: 2)

Felix Nmecha: Gegen Finnland war der Dortmunder noch eine der Entdeckungen gewesen, die durch ihren läuferischen Einsatz und Effizienz in den Zweikämpfen für eine gute Dynamik im deutschen Spiel sorgte, doch an diesem Tag tat sich Felix Nmecha spürbar schwer. Auf dem schwierig zu bespielenden Rasen konnte er im Passspiel nicht das gewohnte Tempo im Passspiel aufnehmen und lief allgemein mehr hinterher als aktiv ins Spiel eingebunden zu sein. Zwar ging der 25-Jährige keinem Zweikampf aus dem Weg, doch war er ab und an den entscheidenden Schritt zu spät, was die Amerikaner zu Chancen einlud. In der 80. Spielminute wurde Nmecha dann für Leon Goretzka ausgewechselt. (Note: 4)

Aleksandar Pavlović: Als das Metronom im deutschen Spiel war der Münchner natürlich auch in dieser Partie oft am Ball und diktierte das Tempo im deutschen Spiel, doch wirkte Aleksandar Pavlović dabei zuweilen etwas schlafmützig, sodass ihm mehr als nur einmal der Ball abgeluchst wurde – so etwas ist man von ihm bei den Bayern nicht gewohnt. In der zweiten Halbzeit war dann allerdings auch beim 22-Jährigen eine deutliche Leistungssteigerung festzustellen, sodass er dann mit der nötigen Ernsthaftigkeit agierte und auch beim 2:1 durch Leroy Sané seine Füße mit im Spiel hatte. In der 80. Spielminute wurde er dann durch Angelo Stiller ersetzt. (Note: 3)

Leroy Sané: Der Galatasaray-Angreifer hatte ein für seine Karriere sehr bezeichnende Partie, indem er in der Anfangsphase mit guten Tiefenläufen für Gefahr sorgte, dann aber komplett abtauchte und wieder seine viel angesprochenen Schultern hängen ließ, nur um dann zu Beginn der zweiten Hälfte noch einmal aufzudrehen und in der 57. Spielminute den Siegtreffer zu erzielen. Hiernach war der 30-Jährige wieder praktisch unsichtbar, um dann in der 72. Spielminute für Jamie Leweling ausgewechselt zu werden. (Note: 2,5)

Jamal Musiala: Es sind einzelne Momente, in denen der 23-Jährige seine Genialität aufblitzen ließ, indem er sich mit tollen Dribblings durchsetzte, oder geschickte Steckpässe spielte. Die meiste Zeit spielte er jedoch ziemlich zögerlich agierte oder häufig einfach zu lange für die Entscheidungsfindung brauchte. Immer wieder tauchte Musiala für längere Phasen ab oder wirkte in den Zweikämpfen teils erschreckend schwach. In der zweiten Hälfte dann fand "Bambi" etwas besser in die Spur und nahm merklich aktiver an der Partie teil, ohne jedoch die ganz großen Momente zu haben. Nach knapp 80 Minuten ging es dann für Musiala vom Platz und für ihn kam Nadiem Amiri in die Partie. (Note: 3,5)

Florian Wirtz: In der ersten Hälfte neben Kai Havertz der wohl auffälligste deutsche Offensivspieler, versuchte der Liverpooler durch Steckpässe und Eins-gegen-Eins-Situationen für Gefahr zu sorgen, blieb dabei allerdings immer wieder an den bissigen USA-Verteidigern hängen. Grundsätzlich machte Florian Wirtz keine schlechte Partie, hatte aber einfach nicht diesen einen genialen Moment, den man im DFB-Trikot ansonsten in den letzten Monaten so oft sehen konnte. Auch der ehemalige Leverkusener wurde dann beim Vierfachwechsel in der 80. Spielminute heruntergenommen und für ihn bekam dann Maximilian Beier die Chance. (Note: 3)

Kai Havertz: Hat Deutschland etwa doch kein Stürmerproblem mehr? Gegen Finnland hatte Deniz Undav noch doppelt getroffen und einen weiteren Treffer vorbereitet, während Kai Havertz beim Champions-League-Finale für den FC Arsenal traf. Auch gegen die USA durfte der 26-Jährige bereits in der zweiten Spielminute seinen Treffer bejubeln und hätte danach auch fast den Doppelpass geschnürt, doch war der Ball vorher knapp im Aus gewesen. Grundsätzlich war Havertz stets ein Aktivposten, der vor allem durch seine Beweglichkeit auffiel und praktisch überall auf dem Rasen zu finden war. In der zweiten Hälfte hatte der Arsenal-Angreifer einige gute Momente und bereitete dann in der 57. Spielminute das 2:1 durch Leroy Sané vor. Wenige Minuten später wurde er dann durch Deniz Undav ersetzt. (Note: 1,5)

David Raum (ab Spielminute 61): Der Leipziger fügte sich eigentlich gut in die Partie ein, indem er einige Läufe über links startete und mit Hereingaben für Gefahr zu sorgen versuchte. Gegen den Ball sah das beim 28-Jährigen die meiste Zeit auch ordentlich aus, jedoch ließ er sich schnell reizen, weshalb er sich in unnötigen Wortgefechten verstrickte, was ihm auch eine Verwarnung einbrachte. (Note: 3)

Waldemar Anton (ab Spielminute 61): Als Rechtsverteidiger für Joshua Kimmich eingewechselt, machte der Dortmunder seine Sache ziemlich gut, da er nicht nur gegen den Ball sauber arbeitete, sondern in ein, zwei Situationen auch in der Offensive gute Aktionen hatte, in denen er sich Chancen fürs deutsche Team erarbeitete. Grundsätzlich interpretierte Anton die Rechtsverteidiger-Rolle deutlich konservativer als Kimmich, ließ sich so aber auch seltener überspielen. (Note: 2,5)

Deniz Undav (ab Spielminute 61): Gegen Finnland noch der Matchwinner, hatte der Stuttgarter an diesem Tag deutlich weniger Glück auf seiner Seite, sondern wirkte vor dem tiefen Block der US-Amerikaner die meiste Zeit ziemlich verloren. Einmal hatte Undav bei einer Hereingabe von Jamie Leweling die Chance per Kopf, das 3:1 zu erzielen, doch war der Ball schwer zu verarbeiten und der Kopfball ging übers Tor. Hiervon abgesehen war der Stürmer kaum zu sehen. (Note: 4)

Jamie Leweling (ab Spielminute 72): Für Torschütze Leroy Sané eingewechselt, hatte der Stuttgarter praktisch sofort die Chance, das 3:1 zu machen, war aber zu "brav" und legte die Kugel noch einmal quer, obgleich Florian Wirtz gleich vier Gegenspieler um sich herum hatte, anstatt selbst abzuziehen. So verpuffte die Chance ungenutzt. Kurz darauf löste sich Leweling noch einmal clever im gegnerischen Strafraum und legte auf Deniz Undav ab, jedoch wurde auch diese Chance vergeben. Hiervon abgesehen wirkte der Flügelstürmer sehr fleißig und lauffreudig, hatte aber keine großen Szenen mehr. (Note: 3)

Angelo Stiller (ab Spielminute 80): Ohne Wertung.

Nadiem Amiri (ab Spielminute 80): Ohne Wertung.

Leon Goretzka (ab Spielminute 80): Ohne Wertung.

Maximilian Beier (ab Spielminute 80): Ohne Wertung.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images 

Lihat jejak penerbit