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·9 Januari 2026
Hinrunden-Zeugnis & Prognose: Die obere Tabellenhälfte

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·9 Januari 2026

Die Hinrunde ist absolviert und die 3. Liga befindet sich derzeit in der Winterpause – der perfekte Zeitpunkt, um das bisherige Abschneiden der 20 Drittligisten unter die Lupe zu nehmen und Hinrunden-Zeugnisse auszustellen. Weiter geht es mit der oberen Tabellenhälfte.

Lage: Muss der VfB Stuttgart II nach dem Zitter-Klassenerhalt in der Vorsaison erneut um den Ligaverbleib bangen? Nach einem halben Jahr lässt sich diese Frage klar verneinen. Unter Neu-Trainer Nico Willig haben sich die jungen Schwaben deutlich stabilisiert und sich im gesicherten Tabellenmittelfeld etabliert. Acht Siege bei lediglich sechs Niederlagen stellen eine starke Zwischenbilanz dar. So beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz bereits acht Punkte.
Mit Torwarttalent Florian Hellstern, Mittelfeldlenker Mirza Catovic oder Torjäger Mansour Ouro-Tagba haben in dieser Saison neue Youngstars den Sprung ins Lampenlicht geschafft. Zudem gibt es anders als in der Vorsaison weniger Personalfluktuation, was dazu beiträgt, dass der VfB II deutlich gefestigter agiert. Die 0:5-Niederlage gegen Energie Cottbus Ende September ist bis dato der einzige Ausrutscher der jungen Schwaben.
Note: 2-
Prognose: Anders als in der Vorsaison wird Stuttgart II in dieser Saison nichts mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen. Gelingt es den zahlreichen Youngstern, in der Rückrunde den nächsten Entwicklungsschritt zu gehen, winkt vielmehr am Saisonende ein einstelliger Tabellenplatz.

Lage: Bundesweite Negativschlagzeilen bereits nach zwei Spieltagen? Genau dafür sorgte der SV Waldhof Mannheim mit der Entlassung von Trainer Dominik Glawogger, für den der SVW erst im Sommer eine Ablöse an Regensburg gezahlt hatte. Ein mutiger Schritt von Sportchef Gerhard Zuber, der stattdessen den langjährigen luxemburgischen Nationaltrainer Luc Holtz installierte – eine bislang goldrichtige Entscheidung.
Unter Holtz spielt der Waldhof nach zwei Jahren im Abstiegskampf von Anfang an befreit auf. Vor allem das Sturmduo aus Routinier Terrence Boyd und Youngster Kennedy Okpala sorgte für Furore. Längst dürfen sich die Mannheimer eher nach oben als nach unten orientieren: Als Neunter fehlen den Blau-Schwarzen nur fünf Punkte auf den Relegationsplatz. Eine teils wackelige Defensive und mangelnde Konstanz verhinderten eine noch bessere Ausgangslage.
Note: 2-
Prognose: Nur allzu gerne würden die Buwe in der Rückrunde oben angreifen, doch der Winterabgang von Shootingstar Okpala zum SC Paderborn erschwert die Mission erheblich. Die starke Entwicklung unter Holtz wird dennoch zumindest einen einstelligen Tabellenplatz bringen.

Lage: Dass sich die Uhren rund um den TSV 1860 München etwas schneller drehen als andernorts, ist längst hinlänglich bekannt. In dieser Hinrunde setzten die Löwen allerdings noch mal einen drauf: Auf die große Sommereuphorie und den Traumstart mit Rang zwei nach fünf Spieltagen folgte ein tiefer Herbst-Blues. Sportchef Dr. Christian Werner und Trainer Patrick Glöckner mussten gehen, und in der Tabelle fanden sich die Löwen nach einer Phase mit nur einem Punkt aus fünf Spielen plötzlich in der erweiterten Abstiegszone wieder.
Doch schnell sollte sich das Pendel wieder auf die andere Seite ausschlagen: Neu-Trainer Markus Kauczinski stellte eindrucksvoll unter Beweis, die richtigen Schlüsse in petto zu haben und verordnete Sechzig nüchternen Ergebnisfußball, der den Löwen in den neun Partien unter Kauczinski starke sechs Siege bescherte. Der Kontakt nach oben ist damit wieder hergestellt – und die Welt in München Giesing wieder halbwegs in Ordnung.
Note: 4+
Prognose: Stellt sich die Frage, ob die Löwen in der Rückrunde an die gute Entwicklung unter Kauczinski anknüpfen und sogar den 4-Punkte-Rückstand auf den Relegationsplatz aufholen können? Ersteres dürfte gelingen, doch für den ganz großen Wurf wird es nicht reichen.

Lage: Die allgemeine Begeisterung ob des Aufstiegs der Zweitvertretung der TSG 1899 Hoffenheim hielt sich im Sommer arg in Grenzen. Nach der ersten Halbserie lässt sich aber ohne Zweifel festhalten, dass die Kraichgauer zumindest sportlich eine echte Bereicherung für die 3. Liga darstellen. Mit Flügelstürmer Ayoube Amaimouni-Echghouyab, Abwehrtalent Luca Erlein oder Mittelfeldmotor Luka Duric weiß die TSG einige hochspannende Spieler in ihren Reihen, die für viel Furore sorgten.
Auch ergebnistechnisch waren einige Kracher dabei: 4:1 gegen Cottbus, 5:1 gegen 1860 München, 4:1 gegen Duisburg, 4:0 gegen Osnabrück! Auch auf kleinere Rückschläge fand die von Trainertalent Stefan Kleineheismann gut eingestellte Talentetruppe stets eine passende Antwort. Der Lohn ist ein starker siebter Tabellenplatz zur Saisonhalbzeit.
Note: 2+
Prognose: Auch ohne Shootingstar Amaimouni-Echghouyab, den es im Winter zu Champions-League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt zog, ist Hoffenheim II auch in der Rückrunde eine gute Rolle zuzutrauen. Im Idealfall winkt ein Platz in den Top 6.

Lage: Nach der historischen Aufholjagd zum Klassenerhalt und dem personellen Umbruch im Sommer samt Trainerwechsel war im Vorfeld der Saison zu erwarten, dass sich der VfL Osnabrück zunächst neu sortieren müsse. Unter Neu-Trainer Timo Schultz übersprangen die Niedersachsen diesen Findungsprozess jedoch geradezu. Vor allem dank einer sehr stabilen Defensive (erst 21 Gegentreffer) präsentierten sich die Lila-Weißen von Beginn an erstaunlich konstant und etablierten sich früh im Spitzenfeld der Liga.
Erst in den Wochen vor der Winterpause ließ die Formkurve etwas nach. Drei der letzten vier Partien gingen verloren, dabei kassierte Osnabrück insgesamt neun Gegentore. In der Folge rutschte der VfL auf Rang sechs ab – die schwächste Platzierung seit September.
Note: 2
Prognose: Nur zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz sind eine starke Zwischenbilanz für die Schultz-Truppe. Um in der Rückrunde ganz oben angreifen zu können, müssen die Niedersachsen aber dringend ihre Offensive verbessern: 26 erzielte Tore werden nur von den Abstiegskandidaten Aue, Havelse und Schweinfurt unterboten. Gelingt hier eine Steigerung, ist mit dem VfL zu rechnen. Neuzugang Julian Kania soll für Abhilfe sorgen.

Lage: Bisweilen lassen sich in einer Saisonrückschau entscheidende Wendepunkte identifizieren. Ein solcher war für den F.C. Hansa Rostock zweifellos das 2:2 beim damaligen Tabellenführer MSV Duisburg am 10. Spieltag. Ohne dieses hart erkämpfte Remis wäre die Situation für Trainer Daniel Brinkmann wohl kritisch geworden, schließlich rangierte der ambitionierte FCH nach gut einem Viertel der Saison mit lediglich zwei Siegen auf einem ernüchternden 15. Tabellenplatz.
Durch das Lebenszeichen in Duisburg blieb Brinkmann im Amt – und leitete ein äußerst erfolgreiches zweites Saisonviertel ein. Seit Anfang Oktober sammelte Rostock aus zehn Spielen starke 22 Punkte und arbeitete sich damit bis auf Rang fünf vor. Die Aufstiegsplätze sind längst in Reichweite: Auf den Relegationsplatz fehlen nur noch zwei Punkte, Rang zwei ist drei Zähler entfernt.
Note: 2-
Prognose: Die Kogge ist ins Rollen gekommen und scheint nur noch schwer zu stoppen. Setzt der FCH den eingeschlagenen Weg fort, ist am Saisonende ein Platz unter den Top drei realistisch – insbesondere, wenn das umworbene Sturmtalent Ryan Naderi wie von den Verantwortlichen angekündigt tatsächlich gehalten werden kann.

Lage: Im Essener Halbjahreszeugnis steht: Erwartungen erfüllt! Und das ist bei Rot-Weiss Essen keineswegs selbstverständlich, gilt das Umfeld des Deutschen Meisters von 1955 doch als besonders anspruchsvoll. Mit 34 Punkten belegt RWE zur Winterpause einen starken vierten Tabellenplatz, lediglich das schlechtere Torverhältnis trennt die Essener von Erzrivale MSV Duisburg auf Rang drei.
Ganz so einfach ist die Hinrunde allerdings doch nicht abgehandelt, schließlich verliefen die Auftritte der Rot-Weissen phasenweise wenig glanzvoll. 30 kassierte Gegentore trüben das Bild ebenso wie das nach wie vor ungelöste Sturmproblem. Positiv hervorzuheben ist jedoch die Reaktionsfähigkeit der Mannschaft von Trainer Uwe Koschinat. In kritischen Momenten – etwa nach der Heimniederlage gegen Aachen oder der 1:6-Pleite in Mannheim – fand RWE stets eine passende Antwort.
Note: 2
Prognose: Essen liegt zur Halbzeit im Soll, und die Euphorie ist groß. Für den ganz großen Wurf wird es in der Rückrunde jedoch eine weitere Leistungssteigerung brauchen. Gelingt diese, zählt RWE zu den heißesten Aufstiegskandidaten.

Lage: Was für ein Rausch! Mit sechs Auftaktsiegen sorgte der MSV Duisburg für einen Startrekord in der 3. Liga. Immer wieder wussten die von Dietmar Hirsch hervorragend eingestellten Zebras zu begeistern – mit zahlreichen Jokertoren, spektakulären Aufholjagden und sehenswerten Treffern. Erst am elften Spieltag kassierte der Aufsteiger gegen 1860 München die erste Niederlage. Entsprechend gewaltig fällt die Euphorie rund um das Bundesliga-Gründungsmitglied aus: Im Schnitt strömten rund 22.500 Zuschauer in die Schauinsland-Reisen-Arena – und damit so viele wie seit der letzten Bundesliga-Saison 2007/08 nicht mehr.
Zur ganzen Wahrheit gehört jedoch auch, dass die Ergebnisse nach dem furiosen Saisonstart nachließen. Aus den letzten elf Partien wurden nur noch zwei Siege eingefahren, wodurch der zwischenzeitlich komfortable Vorsprung schmolz und Duisburg am letzten Spieltag vor der Winterpause erstmals seit Saisonbeginn von den direkten Aufstiegsplätzen verdrängt wurde.
Note: 1
Prognose: Um tatsächlich den Durchmarsch von der Regionalliga in die 2. Liga zu realisieren, müssen die Zebras im neuen Jahr noch mal einen Entwicklungsschritt vollziehen. Die namhaften Wintertransfers von Aljaz Casar und Lex-Tyger Lobinger lassen allerdings keinen Zweifel daran, dass die Meidericher ihre gute Ausgangslage nutzen wollen.

Lage: Allmählich sind keine neuen Superlative mehr übrig, die die Leistung des SC Verl adäquat beschreiben könnten. Trotz erneut schmerzhafter Sommerabgänge – inklusive der sportlichen Führung um Sportchef Sebastian Lange und Erfolgstrainer Alexander Ende – sowie eines weiterhin geringen Budgets ist es dem Sportclub in der Hinrunde erneut gelungen, noch mal einen draufzusetzen.
Nach einem etwas holprigen Saisonstart mit vier sieglosen Partien legte der Sportclub eine beeindruckende Serie hin. Seit dem fünften Spieltag sammelten die spielerisch versierten Schwarz-Weißen 32 Punkte – und damit so viele wie kein anderer Drittligist in diesem Zeitraum. Mit etwas mehr Konsequenz wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Aber auch so gilt: Chapeau vor Trainer Tobias Strobl und seinem Team! Zur Belohnung für die großartige Leistung überwintert Verl als Tabellenzweiter.
Note: 1
Prognose: Die große Frage lautet: Gelingt dem gallischen Dorf aus Ostwestfalen tatsächlich der große Coup? Vieles wird davon abhängen, ob Verl die stark umworbenen Leistungsträger wie Timur Gayret halten kann. Gelingt dies, dann ist dieser Mannschaft mittlerweile alles zuzutrauen.

Lage: Claus-Dieter Wollitz hat in seiner langen Trainerkarriere schon viel erreicht. Doch diese Hinrunde mit dem FC Energie Cottbus zählt zweifellos zu den größten Leistungen des 60-Jährigen. Trotz des schmerzhaft verpassten Durchmarschs in der Vorsaison und des großen personellen Umbruchs im Sommer formte der 60-Jährige in Akkordzeit eine hungrige, eingeschworene Mannschaft, die wie schon im Vorjahr die Massen begeistert und die 3. Liga aufmischt. Besonders hervorzuheben sind natürlich Torjäger Erik Engelhardt mit 13 Treffern sowie Spielmacher Tolcay Cigerci mit beeindruckenden 20 Scorerpunkten.
Energie steht wie keine andere Mannschaft für Spektakel: Bestes Beispiel das Spitzenspiel gegen Duisburg, als Cottbus nach einer 2:0-Führung spät den Ausgleich kassierte, nur um am Ende doch noch einen Last-Minute Sieg zu feiern. Diese Partie dient jedoch auch als Beispiel dafür, dass es den Brandenburgern noch etwas an Konstanz und defensiver Stabilität mangelt, was sich in schon 33 Gegentoren äußert.
Note: 1
Prognose: Kann Cottbus anders als in der Vorsaison die starke Hinrunde bestätigen? Der Kader ist auf jeden Fall ausgewogener besetzt. Ein möglicher Aufstieg bleibt eine anspruchsvolle Aufgabe, die diesmal jedoch durchaus gelingen könnte – es wäre die endgültige Krönung für Wollitz.
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