Textilvergehen
·27 Juli 2026
Horst Heldts Aufgabe bis zum Trainingslager

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·27 Juli 2026

In der vergangenen Saison habe ich mit dem Fußball der Profis Männer bei Union sehr gefremdelt. Zunächst fehlte mir im Sommer die Vision. Ich hatte das Gefühl, dass der Stadionausbau so über allem steht, dass man mit einem pragmatischen Durchwursteln bei den Männern ganz zufrieden gewesen wäre. Dann kamen in der zweiten Saisonhälfte schlechte Ergebnisse und wirklich fantasieloser Fußball dazu.
Während häufig achselzuckend auf den Wir-können-nur-Fünferketter-und-tief-verteidigen-Kader verwiesen wurde, zeigte Marie-Louise Eta in den letzten Spieltagen: Ein anderer Fußball ist möglich. Auch mit diesem Team. Doch wie viel Aufbruchstimmung sehen wir aktuell in der Vorbereitung unter dem neuen Trainer Mauro Lustrinelli?
Wenn wir uns die Testspiel-Ergebnisse anschauen, dann nicht so viel. Aber nicht nur Matze Koch (Lausitzer Rundschau) und Till Oppermann (RBB) weisen als journalistische Beobachter darauf hin, dass man die bisherige Vorbereitung nicht anhand der Testspiele bewerten kann.
Zum einen wurden sehr viele Testspiele vereinbart, die allesamt auswärts stattfanden und deshalb mit Reiseaufwänden verbunden waren. Ein ordentliches Training war so nur schwer möglich. Ganz klar: Union hatte keinen neuen Trainer eingeplant, als die Verträge für die Spiele geschlossen wurden.

Trainer Mauro Lustrinelli beim Test in Winterthur, Foto: Matthias Koch
Die andere Seite betrifft den Kader. Im vergangenen Sommer hatte Horst Heldt den übergroßen Kader reduziert, den er von seinem Vorgänger geerbt hatte. Dazu wurde das Team verjüngt und mehr Geschwindigkeit in den Kader gebracht. Nach diesem Sommer dürfen wir wohl erstmals von einem Horst-Heldt-Kader sprechen. Nur wie wird der aussehen?
Bisher gab es nur Zugänge in der Defensive, wo Union mit Danilho Doekhi und Diogo Leite den größten Substanzverlust hinnehmen musste. Stanley Nsoki wurde fest verpflichtet. Dazu kamen Zeno van den Bosch und Marvin Friedrich. Das war es. Nicht ganz, denn Heldt hat den Kader weiter bereinigt: Laszlo Benes, Alex Kral, Chris Bedia wurden abgegeben.

Manager für die Profis Männer: Horst Heldt, Foto: Matthias Koch
Was aber bisher fehlt: Substanz, die dem Kader insgesamt hinzugefügt wurde. Spieler, die unsere Fantasie beflügeln. Spieler, bei denen wir sehen, dass sie Union besser machen können. Horst Heldt hatte noch vor der WM um Geduld gebeten, weil der Markt erst nach dem Turnier in Schwung kommen würde. Bei Union sitzt das Geld nicht so locker, dass man hier 5 und dort 10 Millionen Euro für einen Spieler auf den Tisch legen könnte. Der Verein hat sich sicher nicht ohne Grund nicht nur im Kader, sondern auch beim angestellten Personal verkleinert.
Ich kann von außen nur von einem Gefühl sprechen. Und da hilft es der aufkeimenden positiven Grundstimmung vom Saisonende nicht, wenn statt von Verpflichtungen die Berliner Zeitung/Kurier von weiteren möglichen Spielern spricht, die möglicherweise keine Zukunft hätten. Ich möchte von Spielern lesen, die eine Zukunft bei Union haben.

Diese Bildunterschrift schreibt sich von selbst, Foto: Matthias Koch
Am Wochenende gibt es noch einen Doppeltest (Sonnabend in Dresden und Sonntag zu Hause gegen Cagliari), der noch wenig sportlichen Wert haben wird. Danach geht es ins Trainingslager. Und für Trainer Mauro Lustrinelli hoffe ich, dass er dann mit einem Team aufbrechen wird, von dem er weiß, dass es ihm so auch in der Bundesliga zur Verfügung steht. Denn Mauro ist Trainer und kein Zauberer.







































