Nur die Raute
·7 April 2026
HSV-Boss Huwer: „Sind eine der absoluten Topmarken der Bundesliga“

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·7 April 2026

Der HSV befindet sich auf Kurs, wieder fester Bestandteil der Bundesliga zu werden. Außersportlich sieht Vorstandschef Eric Huwer seinen Verein in einer Spitzenrolle.
In einem ausführlichen Interview mit dem Hamburger Abendblatt sprach er über die Entwicklung der jüngeren Vergangenheit sowie die zukünftigen Ambitionen. Als wegweisend für den Aufschwung sieht der 42-Jährige einen klaren Ansätzen aus den Jahren des Misserfolgs: „Wir haben uns 2024 eine Strategie gegeben – Zielbild 2029/30 –, die wir nicht herausposaunt, sondern umgesetzt haben. Mehr Handeln als Ankündigen. Dazu zählt, auf eigene Leute zu setzen: ein Trainer aus dem eigenen Stall, ein Co-Trainer aus den eigenen Reihen, ein e.V.-Präsident von der Nordtribüne, Verantwortliche mit Club-DNA und fanzentrierte Entscheidungen. Das alles hat ziemlich gut geklappt.“
Der HSV stehe daher „nun nicht mehr für Chaos, Zirkus und Skandale“. Tatsächlich wird er wieder als professionell arbeitender Erstligist wahrgenommen, was nicht nur aufgrund der Ligazugehörigkeit wohl mehr als ein Jahrzehnt nicht der Fall war. Trainer Merlin Polzin genießt einen hervorragenden Ruf in der Branche. Transfers wie die Leihen von Luka Vuskovic und Fábio Vieira oder die feste Verpflichtung von Albert Sambi Lokonga für gerade einmal 300.000 Euro Ablöse brachten den Hanseaten deutschlandweit Anerkennung ein.

Foto: Getty Images
Sechs Spieltage vor Schluss liegt der HSV sechs Punkte vor dem Relegationsplatz. Er besitzt also hervorragende Chancen auf den Klassenerhalt, den Huwer als „noch viel größere Leistung“ im Vergleich zum Aufstieg ansehen würde. Für den Sport trugen jedoch der zu Jahresbeginn ausgeschiedene Sportvorstand Stefan Kuntz sowie der danach noch mehr in den Vordergrund rückende Sportdirektor Claus Costa die Verantwortung.
Der gebürtige Saarländer – als einziger verbliebender Vorstand auch für die Außendarstellung verantwortlich – kümmert sich vor allem um die Finanzen. Auf seinen Kompetenzbereich blickt er ebenfalls sehr positiv: „Wir verkaufen die drittmeisten Trikots der Bundesliga – nur die Bayern und Dortmunder verkaufen mehr. Aber nicht nur unsere Merchandisingzahlen stimmen. Seit 2017 haben wir unsere Nettobilanzschulden von 75 Millionen Euro vollständig abgebaut.“
Weiter führte seit 2014 im Verein tätige Huwer aus: „Wir haben zudem die meisten Auswärtsfans in ganz Deutschland, unser eigenes Stadion ist ohnehin immer voll. Nicht nur die Stehplätze, auch die Logen und Business-Seats sind immer ausverkauft. In aller Bescheidenheit und mit Blick auf die Reichweiten und Zahlen: Wir sind eine der absoluten Topmarken der Bundesliga. Das ist uns aber nicht zugeflogen, sondern das ist das Ergebnis von verdammt harter Arbeit.“
Mit dem Status quo gibt sich Huwer allerdings nicht zufrieden: „Wir wollen weiterwachsen, aber gesund und nachhaltig.“ Dementsprechend wird der HSV auch in der näheren Zukunft – vorausgesetzt der Klassenerhalt gelingt – vergleichsweise kleine Brötchen backen müssen: „Realistisch bleibt das oberste Drittel mit Werksklubs und Topvereinen sehr stark in Stein gemeißelt. Auch aufgrund des TV-Verteilerschlüssels.“
Dennoch wollen die Verantwortlichen „die Lücke zu den Etablierten schließen: durch TV-Erlöse, kluge Investitionen und bessere Rahmenbedingungen“. Wohin der Weg führen kann, wenn an wirtschaftsstarken Standorten kluge Entscheidungen getroffen werden, zeigten in den vergangenen Jahren Eintracht Frankfurt oder der VfB Stuttgart. Der HSV befindet sich davon aktuell aber noch weit entfernt. Das wird dem ambitionierten Huwer zweifellos bewusst sein.
Foto: Getty Images
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