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·18 Januari 2026
Ilzer macht Hoffenheim frisch: Vom Fast-Absteiger in Richtung Champions League

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·18 Januari 2026

Am späten Abend machte es Christian Ilzer wie seine Mannschaft ein paar Stunden zuvor. Ein Treffer oben rechts an der ZDF-Torwand reichte für den Trainer der TSG Hoffenheim zum Sieg. Ob Ilzers Schützlinge den Auftritt ihres Chefs aber überhaupt verfolgten, blieb offen. Schließlich hatte Jubilar Andrej Kramaric nach dem 1:0 (1:0) zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga gegen Vizemeister Bayer Leverkusen den Partybefehl gegeben – und Ilzer vorsorglich zwei freie Tage verordnet.
„Wir werden das auf jeden Fall feiern“, sagte TSG-Star Kramaric – und meinte damit nicht nur das Fest vor dem Stadion mit kroatischer Folklore zu seinem zehnjährigen Dienstjubiläum. Sechs Heimsiege in Folge, nur eine Niederlage in den zurückliegenden elf Punktspielen, seit Oktober ist nur der FC Bayern besser – die wundersame Wandlung vom Fast-Absteiger der Vorsaison zum Königsklassen-Kandidaten war zumindest eine kleine Kraichgauer Fete wert.
„Den Traum dürfen wir alle haben“, kommentierte Ilzer die Fragen nach einer möglichen Teilnahme an der Champions League: „Wenn es in diese Richtung gehen sollte, wäre es ein sensationelles Ergebnis.“ Angesichts des gerade so verhinderten Abstiegs, des personellen Umbruchs im Sommer und der Querelen in der Klubführung wäre es tatsächlich eine riesige Überraschung, wenn sich die TSG zum zweiten Mal nach 2018 (damals unter Julian Nagelsmann) für die Königsklasse qualifizieren würde.
Die Voraussetzungen dafür scheinen allerdings gegeben. „Die Mannschaft verkörpert brutalen Zusammenhalt. Keiner spielt noch gern gegen uns. Ich bin voll des Lobes für mein Team“, gab Ilzer zu Protokoll – und schickte einen Satz hinterher, den die Konkurrenz fast schon als Drohung auffassen musste: „Wir können mittlerweile konstant ein gutes Level zeigen – haben aber in allen Bereichen noch viel Luft, um uns weiterzuentwickeln.“
Wie variabel die Hoffenheimer bereits sind, zeigten sie innerhalb von drei Tagen. Am vergangenen Mittwoch überrollten sie Borussia Mönchengladbach beim 5:1 (4:0) mit spektakulärem Offensivfußball, am Samstag gestatteten sie Leverkusen mit konsequenter Defensive lediglich eine echte Torchance. Mit seinem frühen Freistoßtor (9.) entschied der Niederländer Wouter Burger das Spiel vor 26.957 Zuschauern.
„Es ist ein super Gefühl, um die Champions League zu kämpfen. Wir haben eine tolle Truppe und eine super Energie“, sagte TSG-Rekordtorschütze Kramaric nach dem verdienten Sieg. Burger schloss sich Kramaric an: „Alle wissen, was das Ziel ist – Andrej hat es jetzt oft genug erzählt.“
Nur Oliver Baumann traut dem Braten noch nicht – obwohl die Hoffenheimer sogar noch das Nachholspiel bei Werder Bremen für mögliche weitere Punkte in der Hinterhand haben. Zwar lobte der Nationaltorwart die Arbeit Ilzers („Wir wissen, was wir zu tun haben auf dem Platz“), den Träumereien von der Champions League möchte der TSG-Kapitän trotzdem (noch) nicht verfallen. Mehr als ein „das werden wir sehen“ war Baumann nicht zu entlocken.
Schon nach der Partie am kommenden Samstag weiß Baumann mehr. Dann will die TSG im Südwest-Duell bei Eintracht Frankfurt bestehen – einem Königsklassen-Teilnehmer.


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