90PLUS
·4 Agustus 2026
In der 3. Liga kostet Trödeln ab Freitag einen Mann

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·4 Agustus 2026

Zehn Sekunden. So lange darf ein ausgewechselter Spieler ab Freitag noch brauchen, um das Feld zu verlassen. Wer trödelt, kostet seine Mannschaft mindestens eine Minute in Unterzahl – und das nicht als Ermessensfrage, sondern als Regel.
Zum Auftakt zwischen Waldhof Mannheim und Fortuna Düsseldorf startet die 3. Liga als erster deutscher Profiwettbewerb in die Saison 2026/27 – und damit als erster unter dem neuen Regelwerk. Die letzten fünf der zehn Sekunden zählt der Schiedsrichter sichtbar herunter.
Reißt der Spieler das Limit, gilt der Wechsel trotzdem als vollzogen, er muss runter. Der Eingewechselte aber darf erst nach Ablauf einer Minute und erst bei der nächsten Unterbrechung aufs Feld. Bei mehreren Wechseln zählt nur der Letzte, der geht. Und selbst wenn ein Team dadurch kurzzeitig unter sieben Spieler fällt, wird die Partie nicht abgebrochen.
Der Vorwurf liegt nahe: Stoppuhr statt Fingerspitzengefühl. Die Schiedsrichterausbildung sieht das anders. Swen Klotzsche vom Verbandslehrteam Westfalen formuliert die Linie so, dass man „nicht päpstlicher sein soll als der Papst“ – wer sichtbar auf dem Weg ist und eine elfte Sekunde braucht, wird nicht bestraft. Der Countdown-Pfiff sei ohnehin nur ein Service, keine Pflicht.
Getroffen werden soll das Gegenteil: der Schlurfgang über das halbe Feld beim 1:0 in der 88. Minute.
Wer die WM in den USA, Kanada und Mexiko verfolgt hat, kennt die Bilder bereits – dort wurde das Paket schon angewendet. Es kommt vom IFAB und gilt vom Kreisliga-Platz bis zur 3. Liga, der DFB setzt es nur um.
Die Bundesliga startet erst drei Wochen später. Bis dahin liefert die 3. Liga die Feldstudie – und einer wird sich schon am Freitag zu viel Zeit lassen.







































