Jenas Sträßer: "Für uns geht ein Traum in Erfüllung" | OneFootball

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·3 April 2026

Jenas Sträßer: "Für uns geht ein Traum in Erfüllung"

Gambar artikel: Jenas Sträßer: "Für uns geht ein Traum in Erfüllung"

Der Traum bei den Fußballerinnen des FC Carl Zeiss Jena lebt: Die Mannschaft von Trainer Florian Kästner trifft im Halbfinale des DFB-Pokals auf den VfL Wolfsburg am Sonntag (ab 16.15 Uhr, live in der ARD und bei Sky) und will das Endspiel in Köln am 14. Mai erreichen. Aber wie soll der Tabellenletzte der Google Pixel Frauen-Bundesliga das schaffen? Im DFB.de-Interview ordnet Jenas Felicia Sträßer die Chancen ein. Und die 18 Jahre alte Innenverteidigerin erklärt, wie sie als klare Außenseiterinnen den großen Favoriten stoppen wollen.

DFB.de: Felicia Sträßer, ist das anstehende Duell mit dem VfL Wolfsburg eines der größten Ihrer Karriere bisher?


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Felicia Sträßer: Nicht viele von uns standen schon einmal im Halbfinale des DFB-Pokals. Bisher kennen wir solche Begegnungen nur, weil wir sie am Fernsehen verfolgt haben. Jetzt sind wir selbst dabei. Das ist großartig. Daher ist es natürlich ein besonderes Spiel für uns, das wir uns aber mit guten Leistungen in diesem Wettbewerb erarbeitet haben. Für uns geht ein Traum in Erfüllung.

DFB.de: Der ja mit dieser Partie noch nicht ausgeträumt sein muss.

Sträßer: Natürlich nicht. Wer im Halbfinale steht, will ins Endspiel. Natürlich sind wir die klaren Außenseiterinnen. Aber wir glauben an unsere Chance. Wir wollen den nächsten Schritt machen und im Mai zum Finale nach Köln reisen. Das wäre fantastisch.

DFB.de: Wie kann das gelingen?

Sträßer: Wir haben in der Bundesliga bereits gezeigt, dass wir defensiv stabil stehen können. Ich denke zum Beispiel daran, dass wir 0:0 gegen Bayern München gespielt haben. Wir müssen lange die Null halten. Dann werden wir am Ende sehen, was wirklich möglich ist. Aber klar ist: Es geht gegen die individuelle Klasse der Wolfsburgerinnen für uns nur im Kollektiv. 

DFB.de: Wolfsburg kommt aus einigen englischen Wochen nach Jena. Kann das ein Vorteil sein?

Sträßer: Ja, vielleicht. Die werden vermutlich nicht mit ganz frischen Beinen zu uns kommen. Wir hingegen haben zuletzt am vergangenen Freitag gespielt und konnten uns seitdem intensiv auf das Duell mit den Wolfsburgerinnen vorbereiten. Wir sind bereit.

DFB.de: Wolfsburg hat in den vergangenen Jahren den DFB-Pokal in Serie gewonnen. Was kommt da auf Sie zu?

Sträßer: Das ist eine absolute Pokalmannschaft. Daran gibt es ja keinen Zweifel. Aber es ändert nichts an unserer Herangehensweise. Wir haben keinen Druck, wir können nur gewinnen. Wenn wir unsere Leistung auf den Rasen bringen, können wir es jedem Gegner schwer machen. Auch dem VfL Wolfsburg im DFB-Pokal. Ich bin wirklich positiv gestimmt.

DFB.de: In der Google Pixel Frauen-Bundesliga sind Sie Tabellenletzter. Wie sehen Sie dort die Chancen auf den Klassenverbleib?

Sträßer: Auch da glauben wir an unsere Chance und sind weit davon entfernt, uns aufzugeben. Wir müssen jetzt eine Aufholjagd einleiten. Es wird ein harter Saisonendspurt, den wir aber noch positiv gestalten können. Wir haben zuletzt gute Leistungen gezeigt, uns dafür aber nicht belohnt. Jetzt kommen Gegner, da können, müssen und wollen wir punkten. Und dann schauen wir mal, was geht. Nun beginnt die heiße Phase. Da müssen wir da sein. Alles ist noch möglich. Wer uns abschreibt, macht einen Fehler. Wir können nur noch gewinnen. Mit diesem Mindset treten wir nun an.

DFB.de: Sie persönlich spielen gerade Ihr zweites Jahr in der Google Pixel Frauen-Bundesliga. Wie erleben Sie diese Zeit?

Sträßer: Für mich ist es einfach schön, dass ich das mit dem Verein geschafft habe, in dem ich groß geworden bin. In Jena konnte ich mir meinen Bundesliga-Traum verwirklichen. Es war für mich zunächst eine Umstellung, weil es in Sachen Tempo und Körperlichkeit einfach ganz anders ist, als in der 2. Bundesliga. Aber ich konnte mich da recht schnell anpassen, denke ich. Heute spiele ich Woche für Woche gegen meine Vorbilder, die ich vorher nur aus dem Fernsehen kannte. Das macht einfach brutal Bock.

DFB.de: Aber Sie sind ja nicht nur Fußballerin, Sie machen ja gerade auch noch Ihr Abitur. Wie funktioniert das?

Sträßer: Ich besuche hier in Jena gerade die zwölfte Klasse des Sportgymnasiums. Natürlich ist das manchmal herausfordernd, weil es zeitlich schon nicht einfach ist. Aber meistens klappt es ganz gut. Die Schule unterstützt uns, die Lehrer bringen viel Verständnis entgegen. Trotzdem ist es für Kopf und Körper auf jeden Fall kompliziert. Wenn ich nach einem harten Trainingstag nach Hause komme und dann noch lernen muss, kann das schon mal mühselig sein. Aber ich habe es mir so ausgesucht und ziehe es gewissenhaft durch. Ich lebe gerade meinen Traum als Fußballerin. Aber gleichzeitig ist mir bewusst, dass ich mir ein Standbein für die Zeit nach der Karriere aufbauen muss.

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