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·2 April 2026
Kampf um den Klassenerhalt: Die Restprogramme der Abstiegskandidaten

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·2 April 2026

So langweilig der Meisterkampf in dieser Saison dank des fast schon außerirdisch gut spielenden FC Bayern auch ist, so spannend ist dafür der Abstiegskampf. Sieben Spieltage vor Schluss kann sogar Union Berlin auf Platz neun noch absteigen.
Die Eisernen haben zwar aktuell sieben Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, allerdings ist dort unten alles so eng zusammen, dass eine Niederlage direkt alles wieder komplett durcheinander wirbeln kann. Angesichts dieser brisanten Ausgangslage ist das Restprogramm der betroffenen Teams umso wichtiger. Wer hat auf dem Papier die leichtesten Gegner und wer die schwersten? Das nehmen wir genau unter die Lupe.
Legende: Fett markiert = Duelle gegen direkte Konkurrenten
Union Berlin hat die komfortabelste Ausgangslage. Die Eisernen spielen noch sechsmal gegen direkte Konkurrenten und haben dementsprechend alles komplett selbst in der Hand. Zudem sind sie gegen St. Pauli, Heidenheim und Wolfsburg in der Favoritenrolle.
Gelingen in diesen drei Partien zwei Siege, dann dürfte sich das Thema Abstieg endgültig erledigt haben, wobei die Köpenicker ja ohnehin mit der besten Ausgangssituation aller Abstiegskandidaten ins Rennen gehen. Aber Vorsicht ist dennoch geboten: Lassen die Eisernen Punkte liegen, könnten sie auch ganz schnell wieder tiefer in den Abstiegssumpf gezogen werden.
Das Restprogramm für den FC Augsburg ist da schon deutlich knackiger – erst Recht, wenn man sich die Form der Fuggerstädter ins Gedächtnis ruft. Die letzten drei Bundesliga-Spiele gingen allesamt verloren und mit Hoffenheim, Leverkusen und Frankfurt warten noch drei richtige Brocken auf die Mannschaft von Manuel Baum.

Zuletzt verloren die Augsburger 2:5 gegen den VfB Stuttgart | picture alliance/GettyImages
Doch auch wie bei Union gilt: Augsburg hat alles selbst in der Hand. An den letzten drei Spieltagen spielen die Fuggerstädter gegen drei direkte Konkurrenten und können somit aus eigener Kraft den Klassenerhalt frühzeitig perfekt machen.
Mainz 05 hat sich nach der katastrophalen Hinrunde unter dem neuen Trainer Urs Fischer gefangen und belegt in der Rückrunden-Tabelle einen herausragenden vierten Platz. Dementsprechend ist den Nullfünfern aktuell alles zuzutrauen und sie gehen von allen Abstiegskandidaten mit dem größten Momentum ins Saisonfinale.
Zwar müssen die Mainzer noch gegen Bayern und Hoffenheim antreten, aber auch gegen vier direkte Konkurrenten, darunter der quasi schon abgestiegene 1. FC Heidenheim am letzten Spieltag. Angesichts der aktuellen Form spricht also sehr wenig gegen die Nullfünfer und ein weiteres Jahr Bundesliga-Fußball in der MEWA-Arena.
Der HSV hat das wohl schwerste Restprogramm aller Abstiegskandidaten. Fünfmal spielen die Hanseaten noch gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte darunter mit Stuttgart, Hoffenheim und Leverkusen gegen drei Mannschaften, die selbst noch mittendrin im Kampf um die europäischen Plätze stecken.

Gegen Borussia Dortmund verspielte der HSV eine 2:0-Führung – und damit auch wichtige Punkte im Absitegskampf | DeFodi Images/GettyImages
Vor diesem Hintergrund dürfte das Nordderby gegen Werder Bremen am 29. Spieltag fast schon so etwas wie eine kleine Vorentscheidung sein. Es dürfte ein unfassbar packendes Derby werden, einfach weil für beide so viel auf dem Spiel steht. Es ist das letzte Spiel gegen einen direkten Konkurrenten für den HSV, im Anschluss hat man keine Möglichkeit mehr, den anderen Teams, die ebenfalls unten drin stecken, Punkte zu klauen. Allzu sicher sollten sich die Rothosen also noch nicht fühlen.
Bei Borussia Mönchengladbach ist es schwierig eine Prognose abzugeben. In den letzten sechs Spielen gab es drei Niederlagen, zwei Siege und ein Unentschieden. Die Fohlen bleiben unberechenbar, dementsprechend erscheint von frühzeitiger Rettung bis zum Sturz auf den Relegationsplatz noch alles möglich.
Das spiegelt sich auch in ihrem Restprogramm wieder. Viermal bekommen es die Gladbacher noch mit direkten Konkurrenten zu tun, dreimal zudem noch mit Teams aus der Top-5. Dortmund, Leipzig und Hoffenheim werden schwere Aufgaben für die inkonstante Borussia. Angesichts der schwankenden Form wird das Spiel gegen den VfL Wolfsburg am 30. Spieltag zur wichtigsten Partie der Saison. Ein Sieg hier und der Abstieg ist quasi vermieden. Aber wie schon gesagt: Den Gladbachern ist in dieser Saison alles zuzutrauen – auch eine Niederlage gegen Wolfsburg...
Drei Siege aus den letzten vier Spielen: Werder Bremen hat sich unter Daniel Thioune rehabilitiert und hat nach dem wichtigen 1:0-Sieg gegen den VfL Wolfsburg sieben Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Doch in Sicherheit wiegen können sich die Grün-Weißen noch lange nicht.

Werder Bremen atmete nach dem wichtigen Sieg gegen Wolfsburg auf | Jürgen Fromme - firo sportphoto/GettyImages
Das Restprogramm für Werder ist eines der schwersten überhaupt. Mit Leipzig, Stuttgart, Hoffenheim und Borussia Dortmund müssen die Grün-Weißen noch gegen vier der ersten fünf Teams spielen – eine echte Hausnummer. Und auch die übrigen Partien gegen Köln, den HSV und den FC Augsburg werden keine Selbstläufer. Werder muss sich also darauf konzentrieren in diesen Duellen seine Punkte einzufahren, weil dieses Unterfangen dürfte gegen die anderen vier Teams enorm schwer werden.
Mit der Entlassung von Lukas Kwasniok hat der 1. FC Köln seine letzte Patrone im Abstiegskampf abgefeuert. Vor diesem Hintergrund ist die alles überstrahlende Frage: Kann der Effzeh vom Trainereffekt profitieren?
Das dürfte sich vor allem in den Duellen gegen die direkte Konkurrenz zeigen. Die Kölner spielen noch gegen Bremen, St. Pauli, Union und Heidenheim. Gegen dieses Quartett müssen wohl mindestens zwei, wenn nicht sogar drei Siege her, wenn man sich zumindest halbwegs befreien will. Kölns größter Trumpf heißt dabei Said El Mala. Der 19-Jährige ist von der Qualität her der wohl beste Spieler aller Abstiegskandidaten und kann für den Effzeh so zum X-Faktor werden. Übrigens: Sollte am 34-Spieltag der Klassenerhalt noch nicht feststehen, ist für Köln zittern angesagt. Denn zum Saisonabschluss geht es ausgerechnet zum FC Bayern München. Immerhin dürften die Bayern dann schon längst als Meister feststehen.
St. Pauli hatte in den vergangenen Spielen reichlich Pech, zeigte gerade vor dem Tor aber auch Unvermögen. Bestes Beispiel war das 0:3 in Gladbach, wo die Kiezkicker reihenweise gute Chancen vergaben. Auch deshalb finden sie sich aktuell auf dem Relegationsplatz wieder.

Der FC St. Pauli muss um jeden Punkt kämpfen, wenn er in der Liga bleiben will | picture alliance/GettyImages
Für St. Pauli zählt deshalb nur eins: Siege. Die Hamburger müssen vor allem in den Duellen gegen Köln, Heidenheim, Mainz und Wolfsburg als Sieger vom Platz gehen, wenn es mit dem direkten Klassenerhalt noch etwas werden soll. Gut für die Kiezkicker: Drei dieser vier Partien finden zuhause statt, darunter auch der Saisonabschluss gegen den VfL Wolfsburg. Dieser könnte Stand jetzt zum ultimativen Endspiel um die Relegation oder den direkten Abstieg werden. Und gerade in einem solchen Spiel können die Fans nochmal ein echter Faktor sein.
Der VfL Wolfsburg hat von allen Mannschaften die mit Abstand schlechteste Ausgangsposition. Die Wölfe liegen drei Punkte hinter dem Relegationsplatz und vier hinter dem rettenden Ufer. Dazu machte die Leistung der vergangenen Wochen nicht unbedingt Hoffnung.
Der Trainerwechsel zu Dieter Hecking verlief im Sand, dazu spielen die Wölfe noch gegen Leverkusen, Frankfurt und Bayern – es gibt deutlich leichtere Aufgaben. Und angesichts der aktuellen Form muss man sich auch die Frage stellen, wie es in den Duellen gegen Union, Gladbach und St. Pauli zu einem Sieg reichen soll. Hecking wird zaubern müssen, wenn er das Wunder von Wolfsburg tatsächlich schaffen will.


Langsung


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