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·1 Januari 2026

„Klare Perspektive auf eine tragende Rolle“

Gambar artikel:„Klare Perspektive auf eine tragende Rolle“

Mit Tomoya Andō hat der FC St. Pauli einen interessanten Innenverteidiger verpflichtet, der laut Global Soccer Network ziemlich gut in die Bundesliga und zum FCSP passen könnte.(Titelfoto: Koji Watanabe/Getty Images/via OneFootball)

Tomoya Andō ist der erste Winter-Neuzugang des FC St. Pauli in der Saison 25/26. Um ihn ein bisschen besser kennenzulernen, haben wir bereits ein Spielerprofil veröffentlicht, in dem Svend Brodersen ein paar einschätzende Worte liefert. Fraglich ist, wie gut sich Andōs Leistungen aus der japanischen Liga in die Bundesliga übertragen lassen. Dazu haben wir unter anderem mit dem Global Soccer Network gesprochen.


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So stark ist die japanische J-League

Ganz wichtig: Um die Zahlen einordnen zu können, ist es notwendig, die Qualitäts-Unterschiede zwischen den obersten Ligen in Japan und Deutschland zu kennen. Die japanische J1-League ist auf ähnlichem Niveau wie die zweite Bundesliga einzuordnen. Es gibt einige Teams, die laut Opta Power Ranking höher eingeschätzt werden als die besten Zweitligisten, aber auch einige, die niedriger eingeschätzt werden als die schlechtesten Zweitligisten. Das bedeutet: Die Spanne zwischen den Clubs ist relativ groß. Was dieser Vergleich nicht beinhaltet, ist eine Aussage darüber, inwiefern Spieler mit ihren Stärken in der japanischen Liga auch im deutschen Fußball durchkommen.

Klar ist, dass die „japanische Fußballschule“ seit gut einem Jahrzehnt für Qualität steht und nicht (mehr) für Exotik. Wo zuvor jemand wie Naohiro Takahara nahezu der einzige Spieler seiner Generation war, der es in den europäischen Spitzenfußball schaffte, ist die Anzahl in späteren Generationen exorbitant gestiegen. Jahre später war die Verwunderung noch groß, als Shinji Kagawa es nahezu mühelos und vor allem nahtlos schaffte, seine in der japanischen Liga gezeigten Leistungen auch in der Bundesliga zu bestätigen. Nun ist es mehr oder weniger normal, dass Spieler aus Japan direkt in die erste oder zweite Bundesliga wechseln. Hiroki Ito, Shuto Machino und Kaishu Sano sind die jüngsten Beispiele. Tomoya Andō wird der zwölfte in der Bundesliga aktuell aktive Japaner sein.

Oft technisch sehr gut ausgebildete Spieler

Das ist ein Ausdruck stark gestiegener Qualität des Fußballs in Japan. Das japanische Nationalteam ist seit längerer Zeit das beste Asiens und klopft mit Nachdruck an, um den etablierten Top-Nationen im Weltfußball Druck zu machen. Ursächlich hierfür ist nicht nur ein Boom im japanischen Fußball, sondern auch die Ausbildung. In Japan werden Spieler*innen im Fußball, ähnlich wie in den USA, in der Schule und an den Universitäten ausgebildet. Und es gibt wohl kaum eine andere Fußballnation, in der nahezu alle Spieler ein so markant ähnliches Profil aufweisen. Denn auch wenn es mir widerstrebt, etwas auf eine Nationalität runterzubrechen, so muss klar festgestellt werden: Japanische Fußballer sind technisch und im Passspiel allgemein auf einem sehr hohen Niveau. Zudem ist die Athletik, insbesondere der Antritt, ein besonderes Merkmal.Spieler, die in Japan ausgebildet wurden, kommen daher oft besser in engen Räumen klar, was angesichts des aktuell starken Fokus‘ auf Pressing- und Gegenpressingmomente von großem Vorteil ist. Entsprechend sind sie sehr gefragt. Auch Tomoya Andō passt hier in gewisser Weise rein. Er bringt aber noch andere Fähigkeiten mit, die dem FC St. Pauli guttun könnten.

Das Global Soccer Network ordnet die japanische J-League in Sachen Qualität zwischen türkischer SüperLig und der Schweizer Super League ein und betont vor allem die Ausgeglichenheit: „Die J-League hat eine verlässlich konkurrenzfähige Spitze, aber ihr eigentlicher Wert liegt in der dichten, stabilen Mitte und einem soliden Floor.“ In der Liga seien nicht die absoluten Superstars aktiv, sie zeichne sich eher durch ein einheitliches gutes Level aus, durch „viele gut ausgebildete, taktisch saubere“ Spieler, die Teams in der Liga haben vor allem breite Kader auf diesem Level. So besitzt die J-League zwar nicht Bundesliga-Niveau, ist aber gar nicht so weit weg davon (GSN bewertet zum Beispiel die 2. Bundesliga niedriger) und besticht vor allem mit technischen Fähigkeiten.

Das sagt das Global Soccer Network

Die Daten- und Scouting-Expert*innen vom Global Soccer Network liefern ein sehr interessantes Profil von Tomoya Andō. Denn laut ihrer Einschätzung ist Andō ein Spieler, der dem FC St. Pauli sofort weiterhelfen dürfte. Er sei laut GSN ein „Rotations- bis Startelf-Kandidat in der Dreierkette, mit klarer Perspektive auf eine tragende Rolle.“ Er passe ziemlich gut in die Bundesliga: „Andō bringt genau die Mischung aus Robustheit und Sauberkeit mit, die in einer hochintensiven Bundesliga-Umgebung benötigt wird, um sowohl Druckphasen zu überstehen, als auch den Spielaufbau stabil zu halten.“ Das klingt doch echt vielversprechend.

Diese gute Einschätzung basiert auf mehreren Dingen. Zum einen sei er in der Arbeit gegen den Ball „körperlich präsent“, strahle Ruhe aus und gewinne Duelle „ohne übermäßiges Risiko“. Wenngleich ich das mit dem Risiko aufgrund seiner eher kompromisslosen Spielweise zumindest ein bisschen infrage stellen möchte, so stimme ich der Beschreibung aufgrund seiner Zweikampfstärke und der Klarheit in seinen Aktionen vollkommen zu. GSN bezeichnet zudem die Dynamik (vor allem aufgrund seiner Körpergröße) und die mutige Spielweise als Stärken von Andō.

Teilweise „sofort bundesligatauglich“

Vom Positionsprofil passe Tomoya Andō am ehesten in die Rolle als rechter oder zentraler Innenverteidiger in einer Dreierkette. Er besitzt einen starken rechten Fuß, mit dem er nicht nur im Bereich Ballan- und -mitnahme gut ist, sondern auch allgemein im Passspiel. Laut GSN überspielt er die erste Pressinglinie des Gegners und findet die Halbräume zuverlässig. Gerade als Halbverteidiger scheint er gut ins Spiel des FC St. Pauli zu passen, denn, so der visuelle Eindruck, er zeichnet sich durch eine recht mutige Verteidigungsweise aus, schiebt aus den Halbpositionen gerne und mutig vor.

Als Entwicklungsfelder benennt das Global Soccer Network vor allem die Kreativität von Tomoya Andō. In Offensivaktionen nehme er eher eine konservative Rolle ein, es fehlt an Lösungen im letzten Drittel. Zudem sei das Leistungslevel von Andō hoch, aber phasenweise unterliege es Schwankungen. Das bestätigt auch der persönliche visuelle Eindruck. Besonders im Aufbauspiel ist die Fehlerquote sicher auch noch weiter minimierbar. Gerade der letzte Punkt ist einer, der im visuellen Studium bestätigt werden muss. Andō spielt technisch sauber, aber ist nicht immer fehlerlos, besonders im Passspiel.

Gambar artikel:„Klare Perspektive auf eine tragende Rolle“

Mit Tomoya Andō kann der FC St. Pauli aller Voraussicht nach vor allem in der Luft einen Qualitätssprung machen.

(Foto: FC St. Pauli)

Überzeugt durch Klarheit und Körperlichkeit

Tomoya Andō ist ein Spieler, der dem FC St. Pauli laut GSN sofort weiterhelfen kann. Das Team profitiere von „seinem Mut und seiner Fähigkeit, den Ball ins Mittelfeld zu tragen.“ Zudem biete er „Zweikampfstabilität und Klarheit“, in Sachen Defensivarbeit wird ihm „sofortige Bundesliga-Tauglichkeit“ bescheinigt, bei gleichzeitigem Beibehalten einer gewissen Qualität im Aufbauspiel. Dank seines starken rechten Fußes kann er präzise den Passweg ins Mittelfeld finden. Zudem kann Andō auch mit dem linken Fuß sehr solide agieren, was für Pressingresistenz sorge. Der aktuelle GSN-Index liegt bei 66,7 (solides Bundesliga-Niveau), der potenzielle Index bei 71,8 (internationale Klasse). Das Fazit des Global Soccer Network lautet:

„Tomoya Andō ist ein reifer, strukturstarker Innenverteidiger, der Stabilität und Progression verbindet. Seine Mischung aus sauberem ersten Kontakt, präzisem Passspiel und robustem Zweikampfverhalten macht ihn bundesligatauglich ab Tag eins. Besonders wertvoll ist seine Erfahrung in Dreier- und Fünferketten sowie die Bereitschaft, kontrolliert offensiv mitzuschieben, ohne die defensive Balance zu verlieren. Grenzen liegen weniger in der Defensive als im kreativen Mehrwert im letzten Drittel und in der Variabilität außerhalb der IV-Rolle. Für St. Pauli bedeutet das: hoher Sofortnutzen in strukturierten Matchplänen und Aufwärtspotenzial bis in den Bereich internationaler Klasse, wenn Konstanz und Anschlussaktionen weiter geschärft werden.“Entsprechend darf man beim FC St. Pauli sehr gespannt darauf sein, wie schnell sich Tomoya Andō an den Verein und den europäischen Fußball gewöhnen wird. Gelingt das, dann ist dem Verein laut GSN ein ziemlich dicker Fisch ins Netz gegangen.// Tim

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