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·3 Juli 2026
MagentaTV Experte: „Es muss passen“ – Klopp vom TV- zum wahren Bundestrainer?

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Jürgen Klopp soll auf Julian Nagelsmann folgen. Für den DFB gilt der frühere Liverpool-Coach als logische Lösung, als großer Potenzial-Optimierer für einen Neustart. Während Klopp die WM noch zwei Wochen lang für MagentaTV als „Fernseh-Bundestrainer“ einordnet, bahnt sich im Hintergrund bereits der Wechsel zum echten Chef des Verbandes an. MagentaTV WM 2026 Video: Klopp – „Heute ist nicht der Tag für die Personalie Klopp“

Julian Nagelsmann, Jürgen Klopp und Rudi Völler. Bildmontage, Fotos: Getty Images/AFP
Als die Nachricht vom Rücktritt Nagelsmanns die Fußball-Nation aufschreckte, schlief Klopp in Nordamerika noch. Eingeweiht war er natürlich längst. Der DFB teilte im Zuge der Trennung mit: „Hinsichtlich der Neubesetzung des Trainerpostens wird die DFB-Spitze nunmehr das Gespräch mit Jürgen Klopp suchen“, und ergänzte: „Er hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft zur Übernahme des Postens signalisiert.“
Es wäre nicht der erste Anlauf. Schon zweimal sollte der 59-Jährige das Amt des obersten Fußballlehrers übernehmen, doch erst jetzt scheint die Konstellation wirklich offen zu sein. Trotzdem bleibt ein Haken: Red Bull will seinen „Head of Global Soccer“ nach Angaben nur gegen eine Millionen-Ablöse aus dem Vertrag bis 2029 ziehen lassen. Für den DFB wäre das ein Novum in mehr als 126 Jahren Verbandsgeschichte.
Dass Klopp bei Verband, Fans und Experten als Traumkandidat gilt, liegt an seinem Profil. Er verbindet Charisma mit unbändiger Leidenschaft, enorme Fachkenntnis mit der Fähigkeit, Mannschaften und Strukturen zu entwickeln. Dazu kommt seine Erfahrung als weltgewandter Kommunikator, der in Dortmund und Liverpool ebenso wie zuvor anderswo als Passform für große Aufgaben galt. Genau deshalb wirkt er wie die Stellenausschreibung, die beim DFB seit Jahren unausgesprochen herumliegt.
Bereits im August 2018, als Joachim Löw die WM in Russland verpatzt hatte, sagte Klopp: „Sollte ich irgendwann einmal gefragt werden, und ich wäre verfügbar, dann würde ich darüber nachdenken.“ Im Frühjahr 2019 gab es unter dem damaligen DFB-Boss Reinhard Grindel sogar eine lose Verabredung, dass Klopp 2022 von Löw übernehmen solle. Und im März 2021, als Löws vorzeitiger Abschied nach der EM bereits feststand, wurden die zarten Kontakte erneut aufgenommen.
Damals sprach Klopp von einer „Ehre“, dass er „gefragt wurde“, verwies aber zugleich auf seinen Vertrag in Liverpool. Auch im Januar 2023 hielt er eine spätere DFB-Laufbahn für denkbar und sagte: „Es ist nicht völlig ausgeschlossen, dass ich irgendwann mal Bundestrainer werde. Aber es muss passen.“ Genau diese Bedingung könnte nun erfüllt sein.
Gleichzeitig sitzt Klopp bei Red Bull auf einem Posten, den er nach eigener Wahrnehmung „sehr gerne“ ausübt. Als „Head of Global Soccer“ hat er sich dort jedoch nicht nur Freunde gemacht. Die Aufgabe kostete ihn viele Sympathien, sogar in Mainz und Dortmund, wo er einst kurz vor der Heiligsprechung stand. Auch seine zahlreichen Werbepartnerschaften stehen in der Kritik, darunter jene mit adidas. Ausgerechnet der Ausrüster des DFB wird im Januar von Nike abgelöst.
Hinzu kommen Vorbehalte gegen seine Person. Sein mitunter aufgesetzt wirkendes Haifischgrinsen, seine gelegentlich bissige und häufig flapsige Art werden ebenso registriert wie sein Ruf als selbstbewusster Selbstdarsteller. Manche fragen sich deshalb, ob Klopp womöglich ebenso „selbstverliebt“ sein könnte, wie es bei Nagelsmann am Ende wahrgenommen wurde. Hans-Joachim Watzke würde dem widersprechen. Der alte Duz-Kumpel Klopps, der als DFB-Vize am Aus Nagelsmanns mitwirkte, sagte erst im Juni: „Er ist ein großartiger Trainer. Das hat er immer wieder bewiesen.“

Jürgen Klopp bei MagentaTV über Spekulationen um das Bundestrainer-Amt.
Auch kommunikativ spricht vieles für Klopp. Schon in der 8. Klasse sei er zum Klassensprecher gewählt worden, erzählte er einst, „zu meiner eigenen Überraschung“. Diese Art der Koketterie gehört zu seinem Markenzeichen. Das viele Reden, mit dem er seine Spieler zu „fleischfressenden Heavy-Metal-Kickern“ antrieb, sei für ihn so selbstverständlich wie für andere das Laufen. Manchmal treibt ihn genau das aber auch in sprachliche Stolperfallen.
Beim WM-Auftakt rutschte ihm das „Unwort meines Jahres“ heraus: „Noch“. Er sagte damit, Nagelsmann stelle derzeit „noch“ die Nationalmannschaft auf. Klopp meinte es als locker hingeworfene Bemerkung, doch für Thomas Müller war sofort klar, dass das mehr war als nur ein Witz. „Kloppo“, sagte der Angreifer, „du bist schon im September.“







































