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·25 Juni 2026
Matthäus stellt Kimmichs Position infrage – und liefert die Lösung mit

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·25 Juni 2026

Lothar Matthäus sieht Tempo-Probleme bei Joshua Kimmich und schlägt vor, ihn neben Felix Nmecha zu stellen. Nathaniel Brown soll rechts übernehmen.
Lothar Matthäus traut sich, was im laufenden Turnier sonst niemand so deutlich aussprechen mag: Er stellt die Position des Kapitäns infrage. In der Sport Bild schreibt der Rekordnationalspieler, Joshua Kimmich habe gegen die Elfenbeinküste „seine erwartbaren Probleme mit dem Tempo" von Yan Diomande gehabt – und das, obwohl der Leipziger Flügelstürmer nach Matthäus' Einschätzung nicht einmal in Topform war. Beim 2:1 reichte es. In der K.o.-Runde, so die Sorge, könnte derselbe Mechanismus zur Falle werden.
Die Logik dahinter ist nüchtern. Kimmich wird im Laufe des Turniers nicht mehr schneller, die Gegner schon. Matthäus nennt einen Namen, der reicht, um die Debatte einzuordnen: Kylian Mbappé, möglicher Gegenspieler in einem Achtelfinale gegen Frankreich. Wer Diomande nicht ohne Risiko kontrolliert, der bekommt es gegen Mbappé mit einem Problem zu tun, das taktisch kaum zu reparieren ist, sobald der Ball läuft.
Der Vorschlag, den Matthäus daraus ableitet, ist keine Revolution, sondern eine Rochade. Nathaniel Brown, beim 65-Jährigen ausdrücklich für seine Schnelligkeit gelobt, soll von links nach rechts wandern – eine Position, die er für Eintracht Frankfurt bereits ausgefüllt hat, ausgerechnet gegen Leipzig und Diomande. David Raum, ebenfalls schnell, würde links übernehmen. Kimmich rückte ins Mittelfeld, neben Felix Nmecha. Das ist kein Bruch mit der Hierarchie, sondern ihre Verlagerung um eine Linie nach vorn.
Der zweite Teil der Argumentation ist der interessantere. Matthäus sieht in der Zentrale nicht nur einen Schutzraum für Kimmich, sondern einen Hebel: Dort könne der Kapitän „noch mehr Einfluss auf das Spiel nehmen". Das ist eine Position, die sich nicht über Defizite definiert, sondern über Aufgaben. Spielaufbau, Rhythmus, Ordnung – Dinge, die Kimmich in seiner Karriere schon getragen hat, und die in einem Turnier, in dem die Räume mit jeder Runde enger werden, an Wert gewinnen. Nmecha, den Matthäus an anderer Stelle gemeinsam mit Deniz Undav als künftigen „Weltstar" bezeichnet, hätte neben sich einen Ordner, der Tempo durch Übersicht ersetzt.
Es bleibt die Frage, ob Julian Nagelsmann sich auf eine solche Umstellung mitten im Turnier einlässt. Matthäus selbst formuliert das vorsichtig: Ob das tatsächlich eine Option sei, entscheide nur einer, nämlich der Bundestrainer. Das ist die diplomatische Klausel eines Mannes, der weiß, wie heikel öffentliche Personalvorschläge an einen amtierenden Coach sind. Sie ändert aber nichts daran, dass das Argument auf dem Tisch liegt – und dass es sich nicht mit einem Verweis auf den Kapitänsstatus entkräften lässt.
Was Matthäus' Einschätzung trägt, ist nicht der Glaube an einen Geniestreich, sondern die Skepsis eines Beobachters, der sagt, er sei „noch etwas vorsichtig". Die Nationalmannschaft müsse sich gegen die stärker werdenden Gegner steigern, um weiterzukommen. Das ist keine Drohkulisse, sondern eine Beschreibung. Der Sieg gegen die Elfenbeinküste war ein Sieg mit Fragezeichen, und das größte Fragezeichen steht hinter der Frage, wie diese Mannschaft mit Tempo umgeht. Die Antwort darauf wird das Turnier prägen, unabhängig davon, ob Kimmich am Ende rechts hinten oder neben Nmecha steht.
Langsung







































