Mit Geduld und Plan: So zerlegte Bayern Unions Abwehrblock | OneFootball

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FC Bayern München

·21 Maret 2026

Mit Geduld und Plan: So zerlegte Bayern Unions Abwehrblock

Gambar artikel:Mit Geduld und Plan: So zerlegte Bayern Unions Abwehrblock

Vincent Kompany brauchte nicht lange, um den Kern dieses Nachmittags zu benennen. „Es ist eine unserer größten Stärken, dass in der Offensive immer wieder jemand anderes herausragt“, sagte der Cheftrainer des FC Bayern. Das 4:0 (2:0) gegen den 1. FC Union Berlin war dafür die perfekte Bühne: Neben Michael Olise und Harry Kane schlüpfte beim Heimsieg gegen die Eisernen auch Doppeltorschütze Serge Gnabry in die Hauptrolle. Nach zwei Spielen ohne Startelfeinsatz meldete sich der Offensivmann mit enormer Energie, viel Tiefgang und zwei eiskalten Abschlüssen zurück – ein Auftritt, der nicht nur seine Bedeutung für die Münchner Offensive unterstrich, sondern auch das Vertrauen seines Trainers sichtbar rechtfertigte.

Am Ende stand ein Auftritt, der sich auch in Zahlen eindrucksvoll liest. 31 Abschlüsse, über 90 Minuten nahezu totale Kontrolle und nun schon 97 Tore in dieser Bundesligasaison: Mit diesem Paket verabschiedet sich der Rekordmeister mit reichlich Rückenwind in die Länderspielpause. Dass sich ausgerechnet Union als dankbarer Gradmesser für diese Stärke anbot, war kein Zufall. Die Berliner hatten Bayern in dieser Spielzeit bereits zweimal vor knifflige Aufgaben gestellt und stellten sich auch diesmal mit einem kompakten Fünferblock tief vor das eigene Tor. Es sprach für die Kompany-Elf, dass sie sich davon nicht zu ungeduldigen Aktionen verleiten ließ. Von Beginn an diktierte sie das Geschehen, schob Union tief an den eigenen Strafraum, blieb im Kopf aber ruhig. Der Ball lief sicher durch die Reihen, die Staffelungen passten, die Automatismen waren klar zu erkennen – und doch brauchte es zunächst Anläufe, bis sich das geduldige Zurechtlegen irgendwann in klare Tore ummünzte.


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Bayern kontrollieren Union von Beginn an

Die erste Phase des Spiels stand ganz im Zeichen dieser Kontrolle. Kane rutschte im Fünfer knapp an einem Chipball von Olise vorbei (9.), kurz darauf prüfte Lennart Karl Union-Schlussmann Frederik Rønnow mit einem Abschluss aus rund 14 Metern (16.), ehe Gnabry von links nach innen zog und nur knapp am rechten Kreuzeck vorbeizielte (21.). Union beschränkte sich derweil auf sporadische Entlastungsversuche, die meist schon im Mittelfeld verpufften. Bayern zwang die Gäste in langen Phasen tief in deren Strafraum, ließ die Kugel mit einer Passquote von 90 Prozent laufen und sammelte Eckbälle – am Ende stand ein 12:1-Verhältnis –, ohne zunächst den einen Moment zu finden, in dem der Berliner Abwehrblock erstmals aufbrach.

Ein Schlüssel lag im Aufbau, der den Gegner permanent in Bewegung hielt. Joshua Kimmich ließ sich zwischen die Innenverteidiger fallen, die Außenverteidiger Josip Stanišić und Konrad Laimer rückten immer wieder ins Zentrum, nur um im nächsten Moment wieder in die Tiefe zu starten. Davor rochierten Leon Goretzka und Karl in den Zwischenräumen, Kane ließ sich häufig in den Sechserraum fallen, um Bälle abzuholen und mit Diagonalbällen zu öffnen. So verschob Bayern sein Positionspuzzle ständig neu – Union musste reagieren, verschieben, verteidigen. „Im Nachhinein sieht das immer einfach aus, aber es war eine sehr konzentrierte Leistung“, hob Sportdirektor Christoph Freund hervor. „Die Jungs haben Spaß am Fußball und das sieht man.“

Powerplay vor der Pause: Olise und Gnabry eröffnen

Spürbar war das vor allem, als die Druckphase vor der Pause immer mehr zu einem Powerplay wurde. Karl traf nach starkem Lauf in den Rücken der Abwehr nur den Pfosten (29.). Kurz darauf setzte Kane einen Freistoß aus rund 20 Metern über das Tor (38.), Olise zwang Rønnow nach einem Lauf von rechts nach innen zu einer kniffligen Parade, Kane schoss den Nachschuss aus spitzem Winkel links vorbei (39.), ehe Goretzka eine flache Hereingabe von Stanišić aus kürzester Distanz verpasste (42.). Es war die Phase, in der dieser Nachmittag eine Richtung brauchte – hin zu wachsendem Frust oder zu jener Klarheit, die sich am Ende im Ergebnis widerspiegelte.

Dass Letzteres eintrat, hatte viel mit Michael Olise zu tun. Nach einer starken Diagonalverlagerung von Goretzka nahm der Franzose den Ball rechts vorne technisch sauber mit, verschaffte sich mit einem Haken gegen Stanley Nsoki den entscheidenden Moment Platz und schlenzte die Kugel gefühlvoll ins lange Eck (43.). Nur wenig später folgte der nächste Schlag: Stanišić drehte im Strafraum ab, legte auf Kimmich zurück, dessen Flanke Rønnow nicht richtig klären konnte, und über Doekhis Schulter fiel der Ball vor die Füße von Gnabry, der aus kurzer Distanz abzog und – von Trimmel noch leicht abgefälscht – zum 2:0 traf (45.+1). In einer Viertelstunde, in der Bayern in dieser Saison ohnehin auffallend häufig zuschlägt, brach nun auch gegen Union der Riegel.

Kompanys Lob für Doppelpacker Gnabry

Nach der Pause fügte der FC Bayern der Partie den Zug zum Tor hinzu, der in der ersten Halbzeit über weite Strecken noch fehlte. Nun lief viel über die linke Seite, Laimer und Gnabry kombinierten mehrfach sehenswert, Union kam kaum noch aus der eigenen Hälfte. Das 3:0 besorgte dann jener Spieler, der sich später selbstironisch auf seine Chancenansammlung bezog. „Die am schwersten zu verwertende Chance habe ich gemacht, aber die einfacheren habe ich leider verpasst – aber das ist das Leben eines Stürmers“, sagte Harry Kane. Nach einem Angriff durchs Zentrum nahm er den Ball am Strafraum auf, drehte sich eng um den Gegenspieler und schob überlegt ins lange Eck (49.). Es war sein 31. Bundesligator – Teil einer Saison, in der er mit 48 Treffern in 40 Pflichtspielen europaweit Maßstäbe setzt und gegen Union gleich elfmal abschloss.

Dass die Offensive an diesem Abend viele Gesichter hatte, unterstrich auch Serge Gnabry. Der Offensivmann, der zuletzt zwei Spiele nicht in der Startelf stand, war von Beginn an griffig, suchte immer wieder den Weg in die Tiefe und krönte seinen Auftritt mit dem Doppelpack. „Ich bin in den letzten zwei Spielen nicht gestartet, hatte dadurch wahrscheinlich viel Energie“, erklärte er. „Ich wollte ein gutes Spiel machen und wieder etwas zeigen – das ist mir heute zum Glück gelungen.“ Sein zweites Tor resultierte aus einem geblockten Abschluss von Olise, der Ball sprang links im Strafraum vor seine Füße, Gnabry nahm an und jagte ihn wuchtig ins kurze Eck (67.). Kompany nutzte die Pressekonferenz, um die Bedeutung des 28-Jährigen für seine Mannschaft zu betonen: „Ich freue mich sehr für Serge, weil er einer der Spieler ist, die häufig unterschätzt werden. Vom Talent und der Qualität gibt es ganz wenig Unterschied zu den anderen Jungs, die wir vorne haben. Er ist ein ganz wichtiger Spieler für uns, nicht nur auf dem Platz, auch in der Kabine.“

Offensive Wucht, defensive Stabilität

Während vorne der eine Angriff den nächsten jagte – Olise köpfte nach Upamecano-Flanke zu zentral (53.), Karl scheiterte freistehend an Rønnow (58.), Olise traf den Pfosten (78.), Kane lupfte kurz vor Schluss freistehend knapp vorbei (89.) –, stand die Basis hinter ihnen stabil. Konterversuche Unions wurden meist schon im Mittelfeld erstickt, echte Gefahrenmomente blieben selten. Erst als der eingewechselte Ex-Münchner Woo-yeong Jeong halblinks im Strafraum zum Abschluss kam, musste Urbig mit einer Flugeinlage ins linke Eck eingreifen (77.). Am Ende spiegelten das 4:0 und der xGoals-Wert von 4,06 das wider, was auf dem Platz zu sehen war: eine Begegnung, in der aus FCB-Sicht Kontrolle und Zielstrebigkeit zusammenfielen.

Dass sich in dieser Struktur längst nicht nur die etablierten Stars wohlfühlen, zeigten die letzten Minuten. Mit Lennart Karl stand ein 18-Jähriger in der Startelf, der mutig zwischen den Linien agierte und immer wieder Abschlüsse suchte. Später bekamen mit Maycon Cardozo (17) und Erblin Osmani (16), der sein Profidebüt gab, zwei weitere Talente Einsatzminuten, fügten sich unaufgeregt ein und machten Lust auf mehr. „Je länger wir zusammen spielen, desto besser kennen wir uns“, sagte Gnabry über die Chemie im Team. „Unter dem Coach, jetzt seit eineinhalb bis fast zwei Jahren, sind die Prinzipien immer klarer geworden. Jeder weiß auf seiner Position genau, was verlangt wird. Deshalb funktioniert es auch gut, egal wie wir rotieren.“

Mit 97 Toren und Rückenwind in die heiße Phase

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Am Ende blieb ein Abend, der in vielerlei Hinsicht passte. „Wir haben eine richtig gute Leistung gezeigt. Sehr viele Torchancen kreiert und wenig zugelassen“, fasste Sportdirektor Freund zusammen. „Es ist ganz wichtig, dass wir mit einem guten Gefühl in die Länderspielpause gehen. Das wollten wir unbedingt schaffen. Im April geht es dann richtig los.“ Mit 97 Saisontoren, einer Serie von nun 14 Bundesligaspielen ohne Niederlage gegen Union und einer starken Heimbilanz im Rücken geht der Rekordmeister in diese kurze Auszeit – wissend, dass die kommenden Wochen die Richtung der gesamten Saison bestimmen werden.

Denn der Blick nach vorn ist klar umrissen: Direkt nach der Länderspielpause warten zwei Auswärtsaufgaben in der Bundesliga beim SC Freiburg (Samstag, 4. April, 15:30 Uhr) und beim FC St. Pauli am Millerntor (Samstag, 11. April, 18:30 Uhr). Dazwischen und danach stehen die beiden Kracherduelle im Champions League-Viertelfinale gegen Real Madrid an (Dienstag, 7. April, 21 Uhr, und Mittwoch, 15. April, 21 Uhr). Es sind Spiele, in denen es um mehr geht als um die Fortsetzung einer Torserie. Dass der FC Bayern sich mit einem 4:0, 31 Abschlüssen und einem zerlegten Berliner Abwehrblock in diese Phase verabschiedet, erzählt jedoch bereits viel über den Anspruch für das, was kommt: Mit Geduld und Plan – genau so soll es weitergehen.

Die Stimmen zum Spiel gegen Union Berlin:

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