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·15 Juli 2026
Modenschau statt Fans: Haaland verlässt die Party durch die Hintertür - mehr als ein Eigentor

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Statt mit Zehntausenden in Oslo zu feiern, flog Haaland per Privatjet zur Modenschau nach Sizilien. Solbakken verteidigt seinen Stürmer.
Es gibt zwei Bilder von diesem Montagabend, und sie passen schlecht zusammen. Auf dem einen fährt die norwegische Nationalmannschaft im offenen Bus durch Oslo, Zehntausende feiern ein Team, das sich für die WM qualifiziert hat. Auf dem anderen verlässt der wichtigste Spieler dieses Teams den Königspalast durch den Hinterausgang und steigt in ein wartendes Auto. Erling Haaland war beim Empfang durch König Harald noch dabei. Danach war von ihm nichts mehr zu sehen. Der Grund ist mittlerweile bekannt, und er ist bemerkenswert unsentimental: Haaland flog gemeinsam mit Sander Berge per Privatjet nach Sizilien, um am Dienstag auf einer Modenschau von Dolce & Gabbana aufzutreten. Der 25-Jährige ist Markenbotschafter des italienischen Modehauses, schon vor einem Jahr war er bei der Veranstaltung dabei. Ein Auftritt, der offenbar so fest im Kalender stand, dass die größte Party des norwegischen Fußballs seit Jahren dahinter zurücktreten musste. Man kann das nüchtern betrachten. Ein Profi hat Verpflichtungen, die über den Verein und die Nationalmannschaft hinausgehen. Verträge sind Verträge, und Solbakken, der Nationaltrainer, nimmt seinen Stürmer in Schutz: Der Flug aus den USA hatte vier oder fünf Stunden Verspätung, Haaland habe Vereinbarungen getroffen, die nicht gebrochen werden konnten. Das ist eine Erklärung, und sie klingt plausibel. Nur beantwortet sie nicht die eigentliche Frage. Denn die Frage ist nicht, ob Haaland durfte. Die Frage ist, was er wollte. Wer bei der WM sieben Tore erzielt, hat für diesen Moment mehr getan als jeder andere. Und genau deshalb wäre er der Erste gewesen, den die Zehntausenden in Oslo sehen wollten. Ein Termin bei einem Modehaus lässt sich verschieben, absagen, neu verhandeln – wenn man es will. Eine Qualifikationsfeier lässt sich nicht wiederholen. Sie findet einmal statt, an diesem Abend, mit diesen Menschen. Bengt Eriksen, Ex-Profi und Experte des Senders NRK, hat es auf den Punkt gebracht: „Haaland hat bei der WM sieben Tore erzielt. Das hier war ein Eigentor." Man muss dieser Zuspitzung nicht in jedem Wort folgen, aber sie trifft einen wunden Punkt. Ein Spieler, der auf dem Platz für die Mannschaft alles gibt, hat abseits des Platzes eine Abwägung getroffen – und sie fiel gegen die Fans aus. Das ist der Preis der modernen Doppelrolle. Der Fußballer Haaland gehört Norwegen und Manchester City, der Markenbotschafter Haaland gehört sich selbst und seinen Verträgen. Beides lässt sich lange nebeneinander betreiben, ohne dass es auffällt. An einem Abend wie diesem aber kollidieren die Rollen sichtbar, und dann zeigt sich, welche im Zweifel gewinnt. Der Hinterausgang des Palastes ist dafür ein treffendes Symbol: Wer feiern will, geht durch die Vordertür. Niemand muss Haaland deshalb den Respekt für seine sportliche Leistung entziehen. Aber Loyalität ist kein Wort für die guten Tage. Sie zeigt sich dort, wo sie etwas kostet – und ein abgesagter Termin in Sizilien wäre ein kleiner Preis gewesen für einen Abend, den die Fans ihm nie vergessen hätten. Haaland hat sich anders entschieden. Das ist erlaubt. Und es ist trotzdem ein Fehler. Unbedingt lesen: Haaland verlässt Norwegen-Party für Modenschau: "Eigentor"







































