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·30 April 2026

Mourinho und Real Madrid: Warum das keine gute Idee ist

Gambar artikel:Mourinho und Real Madrid: Warum das keine gute Idee ist

Real Madrid wird im Sommer aller Voraussicht nach einen neuen Cheftrainer präsentieren. Alaro Arbeloa, der erst im Laufe der Saison für Xabi Alonso übernahm, ist dann Geschichte. Eine zweite titellose Saison nacheinander ist in Madrid schon eine Katastrophe. 

Dabei wollte man mit Alonso und auch mit Arbeloa eigentlich für frischen Wind sorgen. Eine neue Ära anbrechen lassen sozusagen. Weg von Carlo Ancelotti, dem Verwalter, der den Kader gut moderierte, aber nicht für Spektakelfußball stand, weg vom Image, dass Real einen relativ gleichgültigen Fußball mit vereinzelten Highlights spielt.


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Doch was fehlte war vor allen Dingen die Geduld. Prozesse brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Luis Enrique hat mit PSG auch nicht aus dem Stand alles dominiert. Das System Kompany beim FC Bayern brauchte Zeit. Real gab den Trainern diese Zeit in dieser Saison nicht.

Perez entscheidet bei Real-Trainer mit

Deswegen läuft aktuell das Scouting für den Job als Chefcoach bei Real. Namen, die gehandelt werden, sind unter anderem Mauricio Pochettino, Didier Deschamps, Jürgen Klopp oder Lionel Scaloni. Trainer, die nicht dem gleichen Profil zugeordnet werden können. Mal davon ausgehend, dass diese Gerüchte einigermaßen der Wahrheit entsprechen: Weiß Real Madrid eigentlich, was man selbst will?

Offenbar auf jeden Fall einen Mann mit Charisma. Das scheint zumindest die Sichtweise von Florentino Perez zu sein. Der Real-Präsident, der die titellosen Jahre vermutlich recht persönlich nimmt, schaltet sich in die Trainersuche ein. Und das aktiv. Laut The Athletic ist deswegen Jose Mourinho, der schon einmal bei Real tätig war, aktuell der Favorit auf die Arbeloa-Nachfolge. Perez weiß, dass Mourinho eine besondere Verbindung zu Real hat, beide verstehen sich gut.

Gambar artikel:Mourinho und Real Madrid: Warum das keine gute Idee ist

Foto: Getty Images

Doch nur weil die Zusammenarbeit vor zig Jahren eine zufriedenstellende war muss das nicht diesmal auch der Fall sein. Perez scheint vor allem jemanden verpflichten zu wollen, von dem er weiß, dass er in der Lage ist, die Real-Kabine in den Griff zu bekommen. Und das mag als erster Impuls auch sinnvoll sein. Doch seit der letzten Amtszeit von Mourinho bei Real Madrid ist viel passiert.

Mourinho und Real: Kann das noch passen?

Und das auf beiden Seiten. Und im Fußball selbst. Dieser hat sich weiterentwickelt, ist schneller geworden, anspruchsvoller. Damit haben sich auch die Ansprüche an die Trainer geändert. Was Mourinho immer ausgezeichnet hat, das waren seine Mindgames, die Art und Weise, wie er sich vor seine Mannschaft gestellt hat. Zu früheren Zeiten, gerade bei Porto, Inter, Chelsea und auch Real war er als Trainer, der einen sehr kompakten Fußball spielen lassen und die Offensive dann innerhalb gewisser Leitplanken auch mit Freiheiten versehen konnte, bekannt.

Doch was davon ist übrig geblieben? Schaut man sich die Stationen nach Real an, dann entstehen durchaus Zweifel. Seine 2 1/2 Jahre bei Chelsea waren keine Katastrophe, das galt auch für die Folgezeit bei Manchester United, aber es gab eine größere Mängelliste auf dem Feld, die Moderation des gesamten Teams erfolgte nicht mehr mit der gleichen Konsequenz. Die Zeit bei Tottenham war anschließend eher durchwachsen, bei der Roma wechselten sich Licht und Schatten munter ab.

Bei Fenerbahce und Benfica gab es das gleiche Bild: Mourinho kann die Spielchen noch immer spielen und versteht es weiterhin, eine gewisse Außenwirkung zu erzeugen, aber die Inhalte, die auf dem Platz von seinen Teams umgesetzt werden, sind nichts Spezielles mehr. Er schafft eine gewisse Grundbasis und darüber hinaus tut sich nicht allzu viel. Heißt das, dass Mourinho ein schlechter Trainer ist? Absolut nicht. Er ist nur nicht mehr der herausragende Trainer, der er mal war.

Aber eigentlich braucht Real genau das. Jemanden, der menschlich zum Verein passt, den Charakter hat, um den Kader zu bändigen und gleichzeitig fußballerische Innovationen an das Team vermittelt. Und genau diese Mischung findet man bei Mourinho nicht mehr. Hinzu kommt, dass die Aussagen des Trainers nach den Rassismus-Vorwürfen rund um Benfica-Spieler Prestianni nach dem letzten Duell in Lissabon auch bei Teilen der Verantwortlichen Reals alles andere als gut ankamen. Ob die Basis der Zusammenarbeit mit Vinicius Jr., einem der Topstars, dann eine fruchtbare wäre, sei auch noch einmal dahingestellt.

Kurzum: Es gibt einfach zu viel, das gegen ein Mourinho-Engagement bei Real Madrid spricht. Vergangenheit hin oder her.

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