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·24 April 2026
Nach Pokal-Finaleinzug: Undav schießt böse gegen Schiedsrichter Welz

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·24 April 2026

Der VfB Stuttgart konnte sich im engen und emotionsgeladenen Halbfinale des DFB-Pokals gegen den SC Freiburg am Ende mit 2:1 nach Verlängerung durchsetzen und dank eines späten Treffers von Tiago Tomas in der 119. Minute den Finaleinzug gegen den FC Bayern München am 23. Mai im Berliner Olympiastadion perfekt machen.
Allerdings hatte es die Partie nicht nur sportlich in sich: So sorgte VfB-Torjäger Deniz Undav nach Spielende noch für einen deutlichen Seitenhieb gegen Schiedsrichter Tobias Welz, der keine gute Figur abgab und die Wut beider Vereine auf sich zog. Welz agierte mehr als unglücklich und hatte vermutlich massiven Einfluss auf den Spielausgang.
Undav, der mit der Schiedsrichterleistung ganz offensichtlich überhaupt nicht zufrieden war, konnte sich trotz des Erfolgs eine Schelte gegen Schiri Welz nicht verkneifen und machte seinem Frust nach Spielende Luft. "Ich bin auch unzufrieden mit dem Schiri. Ich glaube, dass er das Spiel nicht richtig gut kontrollieren konnte. Er hat zu viele Gelbe Karten gegeben. Am Anfang vor allem irgendwelche Fouls gepfiffen, die keine Fouls waren", schimpfte Undav.
"Man kann auch nicht mit ihm reden [...] Er hat einen direkt angeschrien [...] Ich mag den eh nicht. "Deniz Undav über Tobias Welz

Schiedsrichter Tobias Welz hatte am Donnerstagabend keinen guten Tag | NurPhoto/GettyImages
Doch der DFB-Stürmer hatte noch mehr auf dem Herzen: "Man kann auch nicht mit ihm reden, das ist das nächste Problem. Ich habe das dem vierten Offiziellen und dem Linienrichter gesagt. Das ist ein Derby, da gehören Emotionen dazu. Dass er bei jedem Foul am Anfang Gelb zeigt, habe ich nicht verstanden", kritisierte Undav den Schiedsrichter scharf.
"Das ist ein Derby, da gehören Emotionen dazu. Dass er bei jedem Foul am Anfang Gelb zeigt, habe ich nicht verstanden."Deniz Undav über Tobias Welz
Nach nur 17 Spielminuten hatte der Schiedsrichter bereits vier Gelbe Karten verteilt - nach Abpfiff waren es insgesamt neun. Undav weiter: "Er hat einen direkt angeschrien. Man wollte ihm sagen 'entspann dich mal, du kannst nicht jeden Kontakt pfeifen und nicht jedes Foul ist eine Gelbe Karte.' Aber er hat das nicht zugelassen.“
Doch mit seinem großen Schiri-Frust war Undav nicht allein. Auch die Freiburger schimpften über den Schiedsrichter, der durch einige unglückliche Entscheidungen zum Hauptakteur avancierte.
So pfiff Welz unter anderem eine Szene in der 91. Minute zu früh ab und nahm den Freiburgern somit den vermeintlichen 2:1-Siegtreffer. Welz pfiff die laufende Szene ab, ehe der Ball vom Freiburger Höler die Torlinie überquerte. Grund: Ein angebliches Foul von Höler am Stuttgarter Jeff Chabot – eine krasse Fehlentscheidung.
"Einen krasseren Fehler kann man als Schiedsrichter nicht machen. Gut für uns natürlich. Aber das darf man nie und nimmer wegpfeifen."Undav über nicht gegebenes Freiburg-Tor

Verständnislose Blicke beim SC Freiburg | picture alliance/GettyImages
Der VAR konnte nach dieser Szene aber auch nicht eingreifen, da Welz zu früh eingriff. Eine Entscheidung, die sogar auf Seiten des VfB für Unmut sorgte, obwohl der VfB letztlich davon profitierte und dem Pokal-Aus entging. "Einen krasseren Fehler kann man als Schiedsrichter nicht machen. Gut für uns natürlich. Aber das darf man nie und nimmer wegpfeifen“, polterte Undav, der sich damit auf die Seite des heutigen Gegners aus dem Breisgau stellte.
Beste Freunde werden Tobias Welz, der auch von der Bild nur die Note 5 bekam, und Deniz Undav in diesem Leben also wahrscheinlich nicht mehr – das waren sie auch vorher schon nicht, wie Undav noch einmal klarstellte. "Ich mag den eh nicht. Wir hatten schon einmal ein Problem. Er hat uns schon einmal gepfiffen, da war das genau das gleiche. Wenn man nicht mal mit dem Schiri reden kann…“ Deutliche Worte also vom 29-jährigen Sturmstar.
Logisch, dass sich auch die Freiburger massiv beschwerten. Zumal Maximilian Eggestein in der ersten Halbzeit durchaus einen Elfmeter hätte zugesprochen werden können. Doch der Freiburger versuchte zunächst noch auf den Beinen zu bleiben und kam zum Abschluss.
Zum abgepfiffenen Höler-Tor wütete Freiburg-Coach Julian Schuster nach dem Spiel: "Wir schießen ein reguläres Tor. Entschuldigung, das ist kein Foul. Das ist einfach hart und tut weh.""Meine Mannschaft hätte es heute verdient gehabt, dass wir nur über die Leistung und nicht über das sprechen müssen", fügte Schuster hinzu.
Höler selbst zeigte sich nach dem Schlusspfiff fassungslos: "Ich hab's nicht verstanden, keiner von uns hat das verstanden. Das ist kein Foulspiel, das ist eine Frechheit. Er hat mir auf dem Platz noch gesagt, dass es eine glasklare Entscheidung ist."Freiburgs Kapitän Christian Günter schlug derweil in ein ähnliches Horn wie Deniz Undav: "Das ist eine bittere Entscheidung gegen uns. Wenn das ein Foul ist, dann muss ich hier und heute meine Karriere beenden. Der läuft gegen einen 1,95-Meter-Mann und der fliegt einfach hin. Dass er das wegpfeift, das kann ich nicht verstehen - extrem bitter. Ich wollte mit ihm [Schiedsrichter Welz] reden, aber er wollte glaube ich nicht mit mir reden. Das sagt schon ein bisschen was aus..."
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