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·7 Juli 2026
Patriotismus-Abschlag: Was DFB-Vize Watzke von Klopp als Bundestrainer jetzt erwartet

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·7 Juli 2026

DFB-Vize Watzke beziffert die Klopp-Chance auf über 50 Prozent. Hürde bleibt Red Bull, in New York soll persönlich verhandelt werden.
Man kennt Hans-Joachim Watzke lange genug, um zu wissen, wann er tief stapelt und wann er ehrlich zweifelt. In diesem Fall dürfte beides zutreffen. Der DFB-Vizepräsident hat im ZDF die Wahrscheinlichkeit, dass Jürgen Klopp Bundestrainer wird, mit „größer als 50 Prozent" beziffert. Das ist eine Zahl, die alles offenlässt und trotzdem eine Richtung vorgibt: Der DFB will diesen Trainer, und der DFB glaubt, ihn bekommen zu können.
Bemerkenswert ist der Zusatz, den Watzke im selben Atemzug lieferte. „Das ist definitiv noch nicht abgehakt, das muss man alleine schon vor dem Hintergrund des RB-Engagements so sehen." Klopp hat einen Vertrag bei Red Bull bis 2029, dort arbeitet er als „Head of Global Soccer". Ein Verband, der jahrelang moralische Distanz zum Konstrukt aus Leipzig, Salzburg und New York gehalten hat, wirbt nun um einen Mann, der genau dieses Konstrukt global steuert. Das ist keine juristische Frage, sondern eine, die Watzke und DFB-Präsident Bernd Neuendorf noch in dieser Woche persönlich in New York besprechen wollen, wo Klopp für MagentaTV als WM-Experte im Einsatz ist.
Das Finanzielle, sagt Watzke, sei nicht das Hindernis. Man habe „natürlich unsere Schmerzgrenze", er erwarte aber „einen leichten Patriotismus-Abschlag" von Klopp. Auch die Werbeverträge werde der Trainer verbandskonform prüfen. Das klingt nach Detailarbeit, nicht nach Bruchstelle. Der eigentliche Hebel liegt woanders: bei Red Bull, dessen Freigabe niemand einfach voraussetzen sollte.
Interessanter als die Zahlen ist die Machtfrage, die Watzke gleich mit beantwortet hat. „Jürgen Klopp würde niemals eine carte blanche fordern." Und weiter: Er würde „gerne" mit Sportdirektor Rudi Völler „weitermachen". Wer diesen Satz hört, versteht, dass in Frankfurt bereits eine Struktur skizziert wird, in die Klopp einziehen soll, nicht eine, die Klopp selbst entwirft. Völler bleibt gesetzt, der Trainer soll den Trainerjob machen, plus jene Bereiche, in denen ihn der DFB einbinden will. Watzke formuliert das so, dass es ein Fehler wäre, „wenn du nicht jemanden mit der Kompetenz (...) von Jürgen dann auch einbindest".
Das ist eine kluge Grenzziehung, wenn man Klopp will, aber nicht als Alleinherrscher. Ob es funktioniert, hängt davon ab, wie viel struktureller Zugriff dem Trainer am Ende zugestanden wird – Watzke selbst lässt offen, „inwieweit Klopp auch ins Strukturelle eingreifen wolle, also etwa in die Nachwuchsförderung". Solche Sätze klären nichts, aber sie markieren, wo verhandelt werden muss.
Was Watzke sportlich verspricht, klingt nach altem Dortmunder Repertoire. Klopp mache Spieler besser, „definitiv". Das deutsche Spiel werde „etwas körperbetonter, etwas intensiver, etwas rustikaler". Und in der 90. Minute, beim 1:1, solle der Gegner das Gefühl haben, „dass die irgendwann zurückkommen". Das ist die knappste Beschreibung eines Klopp-Teams, die man sich denken kann, und sie erklärt, warum ein Verband, dessen letzter Bundestrainer gerade zurückgetreten ist, sich nicht mit dem Plan B beschäftigen möchte.
Bleibt der Satz, den Watzke ebenfalls gesagt hat und der die Woche zusammenfasst: „Wir wollen unseren Masterplan A versuchen durchzusetzen." Ein Masterplan, den man erst durchsetzen muss, ist noch keiner. Aber der DFB reist immerhin nach New York, um es zu versuchen.







































