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·15 Mei 2026
Real Madrid im Zoff mit Mbappé: Zieht hier der Krieg ein?

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Erst Bankdrücker, dann ausgepfiffen. Bei Real Madrid ist Kylian Mbappé in eine heikle Lage geraten und hat nach dem Ligaspiel gegen Real Oviedo scharfe Kritik an seinem Coach Álvaro Arbeloa geübt. Im Bernabéu entlud sich der Frust der Fans zudem mit einem Pfeifkonzert gegen den Superstar, der trotz starker Zahlen offen vom fehlenden Titelglück und mangelnder Wertschätzung sprach.

Kylian Mbappe beim Aufwärmen an der Seitenlinie des Estadio Santiago Bernabeu. Im LaLiga-Spiel zwischen Real Madrid und Real Oviedo am 14. Mai 2026 lief der französische Stürmer im grünen Leibchen an der Außenlinie entlang, während das ausverkaufte Bernabeu auf seinen Einsatz wartete. (Denis Doyle / Getty Images Europe via Getty Images)
Nach dem 2:0 gegen den Absteiger wurde Mbappé erst in der 69. Minute eingewechselt. Anschließend erklärte der Franzose, warum er zunächst draußen geblieben war: „Ich habe nicht gespielt, weil der Trainer mir gesagt hat, dass ich für ihn der vierte Stürmer im Kader bin, hinter Mastantuono, Vinicius und Gonzalo.“ Zugleich betonte er: „Dabei gehe es ihm sehr gut, ich bin bei 100 Prozent.“
Die harschen Worte des Angreifers waren offenbar die Reaktion auf ein Gemisch aus Fan-Ärger, ausbleibenden Erfolgen und seinem Eindruck, nicht genügend geschätzt zu werden. Arbeloa stellte sich umgehend gegen Mbappés Darstellung. Er sagte, er habe seinem Angreifer keineswegs mitgeteilt, dieser sei in der internen Hierarchie abgerutscht. „Vielleicht hat er mich einfach nicht richtig verstanden, ich weiß auch nicht genau, was ich dazu sagen soll“, erklärte der Coach. Gleichzeitig machte er deutlich: „Für mich ist völlig klar: Ein Spieler, der es vor vier Tagen nicht einmal auf die Ersatzbank geschafft hat, sollte heute nicht in der Startelf stehen.“
In der Hauptstadt ist die Lage damit weiter angespannt. Die Stimmung wird als hoch explosiv beschrieben, der Klub sei außer Kontrolle geraten. Selbst die sonst zurückhaltende El País spricht inzwischen von einer „profunden Krise“. Zu den jüngsten Schlagzeilen zählten bereits die Kabinen-Rangelei zwischen Federico Valverde und Aurélien Tchouaméni sowie die wirre Pressekonferenz von Präsident Florentino Pérez.
Der Frust der Anhänger richtet sich nach der nächsten Saison ohne Meistertitel und ohne Champions-League-Trophäe immer stärker gegen Mbappé. Seit seiner Ankunft 2024 warten die erfolgsverwöhnten Madridistas auf den großen Wurf. Am Donnerstagabend entlud sich der Ärger im Bernabéu bei jeder Ballberührung des Franzosen in Pfiffen, obwohl er mit 41 Treffern in 42 Pflichtspielen eine starke Spielzeit abliefert, darunter 15 Tore in der Champions League. Eine millionenfach unterschriebene Petition für einen Mbappé-Abgang heizt die Stimmung zusätzlich an.
Mbappé selbst nahm die Buhrufe gelassen. „Pfiffe sind normal“, sagte er, „wir gewinnen keine Titel. Heute Nacht wird keiner sterben.“ Auch auf seine 20-tägige Pause nach dem Muskelfaserriss vom 24. April im Ligaspiel bei Betis Sevilla ging er ein. In dieser Zeit hatte er Teile seiner Genesung auf Sardinien verbracht. „Was meine Abwesenheit aus Madrid betrifft: Ich hatte die Genehmigung des Vereins“, stellte er klar. „Ich verstehe nicht ganz, was die Leute da reden, aber ich muss es wohl hinnehmen.“
Im weiteren Verlauf seiner siebenminütigen Stellungnahme griff Mbappé auch Arbeloas Vorgänger Xabi Alonso an und machte keinen Hehl aus seinem Unverständnis über den Trainerwechsel. „Wir sind gut in die Saison gestartet, in La Liga, in der Champions League. Aber dann haben wir in der zweiten Hälfte alles verspielt“, sagte der Franzose. „Das tut sehr weh, denn ich finde, wir hatten einen klaren Spielstil und haben ihn einfach verspielt.“
Gekleidet in einer schwarzen Lederjacke hatte Mbappé im Anschluss an das wüste Pfeifkonzert im königlichen Bernabéu in den Katakomben der Arena vor den Reportern gestanden und den Worten seiner rund siebenminütigen Ausführungen damit zusätzlich Gewicht verliehen. Laut Sportzeitung As zog der Superstar von Real Madrid in den Krieg.
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