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·16 April 2026

Real Madrid verschleißt Trainer – und weigert sich, das echte Problem zu lösen

Gambar artikel:Real Madrid verschleißt Trainer – und weigert sich, das echte Problem zu lösen

Ancelotti, Alonso, Arbeloa – Real Madrid verschleißt Trainer, ohne die Entscheidungsstrukturen dahinter zu hinterfragen. Ein Sportdirektor fehlt weiterhin.

Drei Trainer in zwölf Monaten. Carlo Ancelotti ging im Mai 2025, Xabi Alonso hielt 226 Tage, und jetzt steht Álvaro Arbeloa nach einem Vierteljahr vor den Trümmern einer Saison, die auf allen drei Ebenen gescheitert ist. Das 3:4 in München, 4:6 im Gesamtergebnis – es war nur der letzte Akt eines Dramas, das längst geschrieben war. Real Madrid hat kein Trainerproblem. Real Madrid hat ein Entscheidungsproblem.


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Arbeloas erste Amtshandlung als Cheftrainer war eine Niederlage im Pokal bei Zweitligist Albacete, 2:3. Seitdem ist der Rückstand auf Barcelona in der Liga auf neun Punkte angewachsen, bei sieben verbleibenden Spielen. Und nun das Aus in der Champions League. Man kann einem Trainer vorwerfen, dass er diese Bilanz nicht aufhübschen konnte. Man muss aber auch fragen, wer ihn in diese Situation gebracht hat – und warum.

Arbeloa selbst scheint zu ahnen, wie die Geschichte endet. „Das ist die Entscheidung des Vereins", sagte er nach dem Münchner K.o. auf die Frage nach seiner Zukunft. Kein Trainer, der sich sicher fühlt, formuliert so. Sein Vertrag läuft bis 2027, aber das klingt in Madrid längst wie eine Fußnote. Gleichzeitig lenkte er auf den Schiedsrichter: „Diesen Platzverweis versteht keiner. Wir haben Ungerechtigkeit erfahren." Marca titelte „Welch eine Ungerechtigkeit!" nach der Gelb-Roten Karte für Camavinga in der 86. Minute, Antonio Rüdiger raunte spanischen Reportern zu: „Es ist besser, wenn ich nicht rede." Die Empörung ist echt – aber sie überdeckt eine unbequeme Wahrheit.

Denn Arbeloa hat seine gesamte Trainerkarriere seit 2020 in der Nachwuchsabteilung von Real Madrid verbracht: U14, U16, U19, zuletzt Castilla. Das ist eine respektable Entwicklung. Aber der Sprung vom Jugendtrainer zum Chefcoach des teuersten Kaders der Welt – mitten in der Saison, ohne jede Erstliga-Erfahrung – war keine strategische Entscheidung. Es war eine Notlösung, die man zur Beförderung umetikettiert hat. Xabi Alonso, der immerhin mit Bayer Leverkusen das Double gewonnen hatte, scheiterte laut Berichten nicht nur an Ergebnissen, sondern an fehlender Unterstützung durch die Vereinsführung und der Macht einer Spielergruppierung. Wenn das stimmt, ändert ein neuer Name auf der Bank daran wenig.

Genau hier liegt die Sackgasse. Real Madrid wies Anfang April einen Bericht zurück, wonach der Klub die Installation eines Sportdirektors prüfe – „völlig falsch". Der Verein bündelt die Kompetenzen weiterhin in der Geschäftsführung, ohne klassischen Sportdirektor. Das ist eine bewusste Struktur. Aber es ist auch eine Struktur, die in zwölf Monaten drei Trainer verschlissen hat, ohne dass jemand die Frage beantwortet, wer eigentlich die sportliche Linie verantwortet. (Zum Vergleich: Der FC Bayern arbeitet mit Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund – und steht mit 76 Punkten souverän an der Bundesliga-Spitze.)

Der nächste Trainerwechsel in Madrid ist vermutlich nur eine Frage von Wochen. Arbeloa wird gehen, jemand Neues wird kommen, und die Erzählung wird wieder lauten: Neuanfang, frischer Wind, neue Energie. Das Problem ist nur – dieselbe Erzählung hat man vor vier Monaten schon gehört. Wer den dritten Trainer in einem Jahr austauscht, ohne die Strukturen dahinter zu verändern, verwechselt Bewegung mit Fortschritt.

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