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·3 April 2026
Ryan Babel vor den Türkei-Krachern: Galatasaray unter maximalem Druck – Besiktas kann freier spielen

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·3 April 2026

Ryan Babel, der in der Türkei die Trikots von Galatasaray, Besiktas, ikas Eyüpspor und Kasimpasa getragen hat, blickt mit großer Aufmerksamkeit auf die beiden Topspiele des Wochenendes. Vor den Duellen Trabzonspor – Galatasaray und Fenerbahce – Besiktas sprach der Niederländer ausführlich über Derbydruck, die besondere Rolle von Galatasaray, die personelle Lage der Gelb-Roten und seine enge Verbindung zu Fatih Terim. Im Gespräch bei beIN SPORTS wählte Babel dabei auffallend klare Worte.
Für Ryan Babel bleibt ein Derby in der Türkei auch nach vielen Jahren etwas Außergewöhnliches. „Ich finde die Derbyspiele in der Türkei immer sehr beeindruckend und interessant. Es ist nicht möglich, sich an das Gefühl eines Derby-Spiels zu gewöhnen. Jede Saison ist anders; neue Spieler kommen, manche gehen.“ Allein diese Sätze zeigen, wie stark Babel die emotionale Eigenlogik dieser Spiele betont.
Er führte diesen Gedanken direkt weiter aus und erklärte: „Selbst wenn eine Mannschaft eine schlechte Saison hat, spielt das keine Rolle, da das Derby ein Einzelspiel ist und die Mannschaften in diesem Spiel viel positiver und energischer sein können.“ Genau deshalb erwartet er auch zwischen Trabzonspor und Galatasaray wieder eine Partie mit maximaler Intensität und hohem Spannungsgrad.
Besonders interessant fiel Babels Blick auf die Sonderrolle von Galatasaray aus. Er machte deutlich, dass die Gelb-Roten aus seiner Sicht in fast jedem Spiel auf einen Gegner treffen, der noch einmal zusätzliche Energie freisetzt. „Wenn man gegen Galatasaray spielt, wird einem Folgendes klar: Die Teams wollen etwas mehr gegen Galatasaray gewinnen und versuchen, ihre beste Leistung abzurufen.“
Diesen Punkt formulierte er sogar noch schärfer: „Man spürt es überall; in den Fans, in den Spielern steckt eine ganz andere Energie. Galatasaray muss also immer sehr gut vorbereitet sein, denn kein Match ist einfach für Galatasaray.“ Damit beschreibt Babel genau den Druck, unter dem die Mannschaft auch vor der Reise nach Trabzon steht.
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Auch auf seine eigenen Derby-Erinnerungen blickte Ryan Babel mit spürbarer Emotion zurück. Vor allem ein Spiel im Trikot von Galatasaray hat sich bei ihm tief eingebrannt. „Eines der ersten Derbys, die ich mit dem Galatasaray-Trikot gespielt habe, war das Spiel, das wir gegen Fenerbahce gespielt haben. Galatasaray hat in Kadiköy lange Zeit nicht gewonnen, aber wir haben es dort endlich geschafft zu gewinnen. Natürlich war dies ein historischer Moment.“
Für Babel sind genau solche Abende der Grund, warum Derbyspiele eine Sonderstellung einnehmen. Er erklärte, dass solche Erinnerungen im Kopf bleiben und jedes Derby seine eigene Besonderheit habe. Vor allem dann, wenn man in diesen Spielen gute Leistungen zeigt oder selbst trifft, bekomme der Moment noch einmal ein anderes Gewicht.
Mit Blick auf das aktuelle Spiel von Galatasaray hob Babel vor allem die personelle Situation im Angriff hervor. „Die Abwesenheit von Osimhen ist ein großer Mangel für Galatasaray. Er steuerte die Angriffslinie die ganze Saison über.“ Diese Aussage setzte sofort den Ton für seine sportliche Analyse.
Allerdings beließ er es nicht bei dieser Warnung. „Der Kader sind breit genug, um das auszugleichen, aber natürlich nicht dasselbe. Icardi ist sehr erfahren, hat schon früher gute Leistungen erbracht und weiß, wie man diese Rolle spielt. Es gibt auch Optionen wie Leroy Sane und Noa Lang.“ Babel erkennt also klar den Verlust, sieht aber zugleich genügend Qualität im Kader, um die Ausfälle zumindest teilweise aufzufangen.
Zusätzlich verwies er auf die jüngsten Auftritte der Mannschaft. Galatasaray habe in der UEFA Champions League starke Phasen gezeigt und sich in den vergangenen Jahren als sehr stabiles Team präsentiert. Das enttäuschende Ergebnis gegen den FC Liverpool ändere daran aus seiner Sicht nichts Grundsätzliches. Sein Eindruck ist vielmehr, dass die Mannschaft gut auf das Spiel in Trabzon vorbereitet sein wird.
Besonders warm wurde Babel, als er über Fatih Terim sprach. „Ich bin sehr dankbar, dass ich mit Fatih Terim arbeiten konnte. Er ist ein ganz besonderer Mensch für mich. Wie ein großer Bruder.“ Schon diese Worte machen deutlich, wie eng die emotionale Verbindung des Niederländers zu seinem früheren Trainer geblieben ist.
Er ging sogar noch weiter und sagte: „Er war sehr charismatisch, die Art und Weise, wie er das Team leitete, war ganz anders und er konnte uns immer motivieren. Ich denke, er hat dem türkischen Fußball noch viel zu geben und hoffe, dass er zurückkommen und eine Rolle spielen kann, die ihn glücklich macht.“ Damit verknüpfte Babel Dankbarkeit mit einer klaren Zukunftswunschvorstellung für Terim.
Vor dem Derby zwischen Fenerbahce und Besiktas legte sich Babel nicht auf einen klaren Sieger fest, formulierte aber eine entscheidende Beobachtung. „Fenerbahce ist in einer etwas besseren Position als Besiktas. Er weiß, dass es schwierig ist, sich den ersten drei zu nähern. Dies verringert aber auch den Druck auf Besiktas. Sie können bequemer und befreiter spielen.“
Genau daraus leitet er die besondere Derbydynamik ab. „Der eigentliche Druck liegt auf Fenerbahce, denn sie müssen gewinnen und sie wollen Druck auf Galatasaray ausüben. Daher muss Fenerbahce drei Punkte aus dem Spiel mitnehmen. Dadurch kann das Derby noch mobiler werden. Ich erwarte ein starkes und offensives Spiel.“ Für Babel ist also gerade die unterschiedliche Druckverteilung der Faktor, der diese Partie so explosiv machen könnte.
So verbindet Ryan Babel persönliche Erfahrung, emotionale Erinnerung und sportliche Analyse zu einem klaren Gesamtbild: Trabzonspor – Galatasaray und Fenerbahce – Besiktas werden nicht nur wegen der Tabelle brisant, sondern vor allem wegen der besonderen Derbylogik, die in der Türkei jedes Mal aufs Neue alles verändert.
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