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·9 April 2026
Salah draußen, Reds chancenlos: Wird das PSG-Spiel Slot zum Verhängnis?

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·9 April 2026

Paris Saint-Germain führte den FC Liverpool im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League phasenweise vor. Die Reds fanden offensiv überhaupt nicht statt, auch weil Mohammed Salah 90 Minuten auf der Bank saß. Jetzt wird das Rückspiel am Dienstag wohl zum Endspiel für Arne Slot.
Die Partie kippte früh und blieb dann erstaunlich eindeutig. PSG übernahm sofort die Kontrolle, ließ den Ball laufen und drückte Liverpool tief in die eigene Hälfte, die Führung durch Désiré Doué nach elf Minuten war folgerichtig: zu wenig Zugriff, zu passiv verteidigt und ein Abschluss, der abgefälscht über Giorgi Mamardashvili hinweg ins Tor fällt. Auch danach änderte sich nichts am Spielbild: Paris dominierte weiter, kombinierte sich durch das Zentrum und kam zu Chancen durch Kvaratskhelia, Doué und Dembélé, während Liverpool offensiv praktisch nicht stattfand, bis auf einen Abschluss von Frimpong nach Wirtz-Pass, der wohl ohnehin im Abseits war.
Der Unterschied lag vor allem in der Spielanlage. PSG spielte ruhig, strukturiert und mit klaren Abläufen im Zentrum. Vitinha, João Neves und Zaïre-Emery bestimmten das Tempo, lösten Drucksituationen sauber und fanden immer wieder Wege zwischen Liverpools Linien.

Foto: Getty Images
Die Reds dagegen blieben passiv. Arne Slot stellte auf eine Dreier- bzw. Fünferkette um, wollte Stabilität schaffen, bekam aber eher das Gegenteil. Die Abstände stimmten nicht, die Zuordnungen waren unsauber und vor allem im so wichtigen Mittelfeld fehlte der Zugriff. Das Resultat war, dass die Franzosen das Spiel nahezu nach Belieben kontrollieren konnten. Das 2:0 durch Kvaratskhelia nach einer Stunde war folgerichtig. Ein sauber ausgespielter Angriff, perfekt getimt, mit genau der Klarheit im letzten Drittel, die Liverpool komplett fehlte.
Für zusätzlichen Gesprächsstoff sorgte die Personalie Mohamed Salah. Der Ägypter saß über die kompletten 90 Minuten auf der Bank, selbst in der Phase, in der Liverpool dringend ein Tor gebraucht hätte. Eine Entscheidung, die viel über die aktuelle Situation aussagt. Slot erklärte nach dem Spiel: „In den letzten 20, 25 Minuten ging es für uns eher ums Überleben als darum, ein Tor zu erzielen.“ Salah, so die Begründung, sei nicht der Spieler für eine Phase, in der es nur um Verteidigen im eigenen Strafraum gehe. Stattdessen wollte Slot „seine Energie für die kommenden Wochen sparen“. Ein bemerkenswerter Satz und ein klares Zeichen, wie sehr Liverpool in diesem Spiel unter Druck stand.

Foto: IMAGO / Propaganda Photo
Überhaupt war Slots Einordnung deutlich. „Wir waren über weite Strecken im Survival Mode“, sagte der Trainer nach der Partie. PSG sei „die bessere Mannschaft“ gewesen, man habe „Glück gehabt, dass sie nicht mehr Tore gemacht haben“.
Es sind Worte, die die Realität ziemlich genau treffen. Liverpool brachte keinen einzigen Schuss auf das Tor zustande, fand offensiv keine Lösungen und war über weite Strecken damit beschäftigt, Schaden zu begrenzen. Ein taktisches Experiment mit Dreierkette, veränderten Rollen und ohne Salah ging komplett nach hinten los. Dass Slot vor dem Spiel PSG als „Waschmaschine“ beschrieben hatte, „sie laufen überall hin, aber kontrolliert“, wurde auf dem Platz klar bestätigt. Nur hatte Liverpool keine Antwort darauf.
Die Niederlage fügt sich in ein schwieriges Gesamtbild ein. Nach dem 0:4 gegen Manchester City im FA Cup steht Liverpool auch in der Liga unter Druck, die Champions League ist die letzte Chance auf einen Titel. Gleichzeitig mehren sich Berichte, wonach Slots Zukunft direkt an den Ausgang dieses Duells gekoppelt sein könnte. Ein Aus gegen PSG und die Diskussionen dürften eskalieren. Spieler wie Dominik Szoboszlai hatten zuletzt bereits die Mentalität im Team kritisiert, Fans forderten öffentlich Alternativen wie Xabi Alonso. Das 0:2 in Paris dürfte diese Stimmen endgültig verstärken.

Foto: Getty Images
Bei aller Dominanz bleibt ein positiver Aspekt für die Reds, denn PSG hat das Spiel nicht entschieden. Dembélé traf den Pfosten, weitere Chancen blieben ungenutzt, ein möglicher Elfmeter wurde zurückgenommen. Ein 3:0 oder 4:0 wäre durchaus möglich gewesen und hätte das Duell vermutlich vorzeitig entschieden. So bleibt Liverpool im Rennen. Virgil van Dijk sprach nach dem Spiel von einer „harten“ Partie, betonte aber auch: „Das einzig Positive ist, dass wir nächste Woche noch ein Spiel haben.“
Und genau darin liegt die Spannung. PSG hat dieses Spiel kontrolliert, dominiert und verdient gewonnen. Die Mannschaft wirkt gefestigt, klar in ihrem Plan und aktuell einen Schritt weiter als Liverpool. Die Reds dagegen stehen vor vielen Fragen. Vor allem aber müssen sie eine Antwort darauf finden, wie sie dieses Spiel überhaupt wieder in Bahnen lenken können, in denen sie selbst Kontrolle haben.









































