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·4 Agustus 2026
Spygate: Morddrohungen gegen Southampton-Trainer Eckert

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Vier Punkte Abzug, ein gestrichenes Aufstiegsfinale, ein Klub um geschätzte 200 Millionen Pfund ärmer. Und dann kam die Rechnung, die in keiner Urteilsbegründung steht: Tonda Eckert wurde geraten, nicht mehr selbst am Steuer zu sitzen.
Anfang Mai erwischte Middlesbrough einen Southampton-Analysten dabei, wie er – hinter einem Baum in Deckung – eine Trainingseinheit filmte. Die EFL verbietet das Beobachten gegnerischer Einheiten innerhalb von 72 Stunden vor einem Spiel, Regel 127, eingeführt 2019 nach Marcelo Bielsas Leeds-Spygate. Southampton gewann das Playoff-Halbfinale trotzdem. Am 19. Mai flog der Klub aus dem Finale.
Denn es war kein Einzelfall. Ipswich im April, Oxford im Dezember – drei Fälle, alle eingeräumt. Die unabhängige Disziplinarkommission sprach von einem gezielten Plan von ganz oben, autorisiert vom Cheftrainer. Middlesbrough rückte nach und verlor das Finale 0:1 gegen Hull City.
Was danach folgte, hat Eckert jetzt im kicker beschrieben. Auf die direkte Frage nach Morddrohungen antwortete der 33-Jährige: „Ja, das konnte auch nicht mehr ohne Polizei ablaufen.“ Details wollte er nicht nennen, nur eine Empfehlung gab er weiter – hinten einsteigen, nicht mehr selbst fahren. Dazu schlaflose Nächte und ein permanentes Gedankenkarussell.
Eckert ist kaum in sozialen Netzwerken unterwegs. Die Drohungen fanden trotzdem ihren Weg zu ihm.
Die Regelkenntnis fehlte, sagt Eckert – er kam als U21-Trainer nach England und übernahm die Profis erst im November. Trainerschulungen für Championship-Coaches gibt es jährlich, für ihn gab es keine. Entlastung zieht er daraus keine: Er habe es autorisiert, also liege die Verantwortung bei ihm.
Sie war es. Sie war auch angemessen – Wettbewerbsverzerrung im teuersten Spiel des Weltfußballs verdient mehr als eine Geldstrafe, die ein Klub aus der Portokasse zahlt. Die Frage ist, warum eine sportrechtlich abgeschlossene Sache in Drohungen mündet, die eine Polizeiakte brauchen. Southampton hält an Eckert fest, Eigentümer Dragan Šolak stellte sich im Juni demonstrativ hinter ihn. Die FA könnte trotzdem noch eine persönliche Sperre nachlegen.
Mit minus vier Punkten startet Southampton in Hertfordshire in die Saison, das Auswärtskontingent ist ausverkauft. Eckert sagt, er wolle das Vertrauen zurückzahlen. Er hat seinen Fehler eingeräumt, die Strafe kassiert und die Verantwortung übernommen. Wer daraus ein Recht auf Drohbriefe ableitet, verwechselt Gerechtigkeit mit Selbstjustiz.







































