Strobl im Interview: "Vielleicht war der Druck etwas zu groß" | OneFootball

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·15 Mei 2026

Strobl im Interview: "Vielleicht war der Druck etwas zu groß"

Gambar artikel:Strobl im Interview: "Vielleicht war der Druck etwas zu groß"

Für den ganz großen Coup reichte es für den SC Verl am Ende nicht. Dennoch wird das Team von Coach Tobias Strobl am Samstag gegen 1860 München eine vereinsinterne Rekordsaison abschließen. Mit liga3-online.de spricht Strobl über gemischte Gefühle zum Saisonergebnis, die letzte Partie gegen den TSV 1860, das Finale im Landespokal gegen die Sportfreunde Lotte und das Interesse von anderen Klubs, ihn aus Verl wegzulotsen.

"Fühlt sich so an, als ob wir etwas liegen lassen haben"

liga3-online: Am Ende reichte es für den SC Verl nicht, bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg mitzumischen. Wie bewerten Sie die Saison – und die zurückliegenden Wochen, Herr Strobl?


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Tobias Strobl: Ich blicke mit gemischten Gefühlen auf die Saison. Oberflächlich betrachtet war es eine Rekordsaison, in der wir auch noch das Finale im Landespokal erreicht haben und uns erstmals seit 2019 für den DFB-Pokal qualifizieren können. Aber die Realität sieht nun einmal etwas anders aus. Nach der Länderspielpause haben wir unsere starke Ausgangslage verspielt. Deshalb fühlt es sich schon so an, als ob wir etwas liegen lassen haben. Es sind zwei Gefühlswelten, die mich gerade begleiten: Freude und Ärger. Mit dem Ausgang des Pokal-Endspiels gegen die Sportfreunde Lotte steht und fällt dann die Bewertung der gesamten Saison.

Was hat auf den letzten Metern der Saison gefehlt?

Wir befinden uns noch in der Nachanalyse, was nach der Länderspielpause passiert ist. Natürlich hatten wir ein paar personelle Probleme und mussten wichtige Spiele ersatzgeschwächt angehen. Aber es lag nicht bloß daran. Wir haben unsere Leistungsgrenze in den letzten Wochen zu selten erreicht, dazu auch einige Führungen in direkten Duellen gegen Konkurrenten hergeschenkt. Vielleicht war auch der Druck, den wir uns selbst gemacht haben, am Ende etwas zu groß.

Ist das dennoch die Marschrichtung für die nächsten Jahre – will der SC Verl langfristig ein Aufstiegskandidat in der 3. Liga bleiben?

Nein. Vor allem auch deshalb, weil es wieder einen größeren Umbruch geben wird. Zwar bleiben einige Eckpfeiler, aber viele Spieler gehen. Am Samstag gegen 1860 München verabschieden wir zwölf Spieler. Viele Jungs sind dort dabei, die einen großen Teil zum Erfolg beigetragen haben, werden nächste Saison nicht mehr für den SC Verl auflaufen. Daher wäre es zu viel des Guten, mit einer Kampfansage aus der Saison zu gehen.

Für den SC Verl endet die Saison am Samstag gegen den 1860 München. Worauf liegt zum Saisonabschluss der Fokus?

Wir haben die Chance, Fünfter oder Sechster zu werden. Das ist etwas, was dem SC Verl in der 3. Liga noch nie gelungen ist. Außerdem werden einige Spieler, die diese Saison hart gearbeitet, aber nicht so häufig zum Zug kamen, mit Spielminuten belohnt. Nach der Partie gibt es ein Fanfest, das mit einem Sieg im Rücken natürlich noch mehr Spaß macht.

"Gehe aktuell davon aus, hier zu bleiben"

Während der VfL Osnabrück als Meister feststeht, wird um Platz zwei und drei noch gekämpft. Welche Tabellenkonstellation erwarten Sie?

Das ist schwer zu prognostizieren. Ich glaube aber, dass sich Cottbus das nicht mehr nehmen lässt. Aus neutraler Sicht hätten sie es sich nach den vergangenen beiden Jahren auch verdient. Außerdem denke ich, dass Duisburg gegen Viktoria Köln gewinnen wird und die Tabelle damit so bleibt, wie sie ist.

Nach dem anschließenden Pokalfinale gegen die Sportfreunde Lotte geht es in die Sommerpause. Wie und wo werden Sie nach Ihrer ersten Profisaison als Trainer entspannen?

Erst einmal bleibe ich noch ein paar Tage in Verl, um die Saison zu besprechen und die Personalplanung für die kommende Spielzeit voranzutreiben. Anschließend geht es nach Ingolstadt in die Heimat, bevor ich mit meiner Familie in den Urlaub nach Griechenland, fliege. So sehr ich den Fußball auch liebe: Ich freue mich auf ein wenig Abstand und viel Zeit mit der Familie. Die Saison war sehr intensiv und lang. Vor allem für jemanden wie mich, der die Regionalliga Bayern mit ihrer extrem langen Winterpause gewohnt war. (lacht)

Wie geht es nach der Sommerpause für Sie persönlich weiter? Die Gerüchte um das Interesse von höherklassigen Klubs sind auch uns nicht verborgen geblieben.

Für mich ist das alles noch neu und eine besondere Situation. Vor einem Jahr habe ich noch eine zweite Mannschaft in der Regionalliga Bayern trainiert, jetzt schließe ich im ersten Jahr mit einem neuen Verein ein Rekordjahr ab und stehe angeblich auf diversen Listen. Fakt ist, dass ich noch einen über die Saison hinaus laufenden Vertrag in Verl habe und aktuell davon ausgehe, hier zu bleiben. Der SC Verl ist eine großartige Adresse für Spieler und Trainer und ich bin weiterhin sehr dankbar, dass der Klub mir das Vertrauen geschenkt hat.

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