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·6 Februari 2026
Tempo, Mut, Risiko: Wie der VfL Wolfsburg den BVB ärgern könnte

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·6 Februari 2026

Wenn Borussia Dortmund am Samstagnachmittag in der Volkswagen-Arena aufläuft, ist die Rollenverteilung eindeutig. Der BVB kommt mit breiter Brust, stabiler Defensive, Champions-League-Anspruch und mit 10.000 Gästefans. Der VfL Wolfsburg dagegen zählt Punkte – und zwar nicht aus sportlicher Neugier, sondern aus nackter Notwendigkeit.
Genau darin liegt die Brisanz dieses Spiels. Für Dortmund ist es ein weiteres Bundesligaspiel. Für Wolfsburg könnte es ein Schlüsselspiel werden.
Daniel Bauer wird sich kaum vornehmen, den BVB über Ballbesitzfußball zu kontrollieren. Dafür fehlt derzeit sowohl die Ruhe als auch die Konstanz. Stattdessen deutet vieles darauf hin, dass der VfL auf ein Mittel setzt, das selbst Topteams ungern verteidigen: Geschwindigkeit.
Mit Adam Daghim, der zu den schnellsten Spielern der Liga gehört, Mohammed Amoura und dem energetischen Kento Shiogai stehen Bauer gleich mehrere Akteure zur Verfügung, die Räume attackieren können, sobald Dortmund nur einen Schritt zu weit aufrückt. Unterstützt werden könnte dieses Trio aus der Tiefe von Maximilian Arnold und Christian Eriksen – zwei Spielern, die wissen, wie man ein Spiel nicht schnell, sondern klug beschleunigt.
Besonders spannend ist die Personalie Amoura. Der Algerier war zuletzt noch suspendiert, hat sich aber mit einer bemerkenswert starken Trainingswoche zurückgemeldet. Bauer lobte ihn öffentlich – ein untrügliches Zeichen dafür, dass der Angreifer nicht nur wieder dabei, sondern womöglich mittendrin ist.
Shiogai wiederum steht vor seinem ersten möglichen Startelfeinsatz. Sein Auftritt in Köln war kurz, aber eindrucksvoll: aggressiv, mutig, präsent. Eigenschaften, die gegen Dortmund dringend gefragt sind. Ob Bauer ihm von Beginn an vertraut oder zunächst als Joker einplant, bleibt offen.
Während vorne Tempo und Unbekümmertheit gefragt sind, dürfte Bauer hinten auf Verlässlichkeit setzen. Gegen die körperlich starke Dortmunder Offensive mit Serhou Guirassy wird Wolfsburg kaum Experimente eingehen. Konstantinos Koulierakis und Denis Vavro gelten als gesetzt, rechts soll Kilian Fischer laut WAZ die Linie absichern.
Interessant wird die linke Seite. Neuzugang Jeanuël Belocian bringt genau das mit, was dem VfL dort zuletzt fehlte: Dynamik, defensive Klarheit und Spielpraxis. Ein sofortiger Einsatz ist möglich – vielleicht sogar notwendig. Jonas Adjetey dagegen dürfte zunächst aus der zweiten Reihe beobachten.
Dass Bauer überhaupt so viele Optionen hat, wirkt angesichts der Tabellenlage fast absurd. 33 Profis, kein Pokal, kein internationales Geschäft – personell lebt der VfL im Überfluss. Doch genau dieser Überfluss war lange Teil des Problems.
Sportdirektor Pirmin Schwegler reagierte im Winter und investierte kräftig. Rund 25 Millionen Euro flossen in neue Defensivkräfte und frische Impulse. Nicht aus Luxus, sondern aus Sorge. Die Botschaft: Der Klub tut alles, um den Abstieg zu verhindern.
Am Ende wird es gegen Dortmund nicht um Schönheit gehen. Nicht um Ballbesitzquoten oder Spielkontrolle. Sondern um Mut. Um das Vertrauen in Tempo, in neue Gesichter und in einen Plan, der dem Favoriten wehtun kann.
Die Statistik spricht klar für den BVB. Die Tabelle auch. Doch genau deshalb wäre ein Wolfsburger Erfolg mehr als nur ein Achtungserfolg. Er wäre ein Befreiungsschlag – und vielleicht der Moment, in dem aus einem teuren Kader endlich eine funktionierende Mannschaft wird.
Langsung


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