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·11 Juni 2026

The Special Comeback

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Nach 13 Jahren kehrt José Mourinho zurück zu Real Madrid – Foto: Alex Broadway/Getty Images

Er ist zurück! Und die Hoffnung wieder da? Ich freue mich über das Comeback des einzigartigen José Mário dos Santos Félix Mourinho, konnte mir das schon seit Jahren theoretisch nochmal vorstellen. Denn einerseits hat er noch eine Mission offen – von 2010 bis 2013 flog er mit Real drei Mal aus dem Champions-League-Halbfinale raus –, aber mittlerweile ist die eigentliche Mission viel größer, so wie damals: im Team und Klub aufzuräumen.


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Mourinho mag zuletzt nicht mehr allzu erfolgreich gewesen sein – trotz achtbarer Teilerfolge wie einer ungeschlagenen Liga-Saison mit Benfica oder auch dem ECL-Titel in Rom. Das ließ sich aber noch mehr von Ancelotti behaupten, der bei Everton fast schon deprimiert wirkte. Und wenn es darum geht, ein Team zusammenzuschweißen und wieder in die Spur zu bringen, und auch etwas im Umfeld des Teams auszumisten, dann traue ich Mou das zu. Da wäre aktuell wohl nur Luis Enrique noch geeigneter gewesen, aber auf Mourinhos harte Hand freue ich mich. Nicht zwingend auf seine Art Fußball spielen zu lassen, aber auch der konnte sich in seiner ersten Amtszeit in Madrid teilweise sehen lassen, mit der „LaLiga de los records“ 2011/12 (100 Punkte hatte es damals noch nie gegeben, die 121 Tore sind bis heute unübertroffen) als Höhepunkt – damals eine besondere Saison für mich, war es doch meine erste bei REAL TOTAL (damals noch realmadrid.de)!

Das Comeback des „Special One“ wird besonders. Besonders einfallslos könnten Kritiker behaupten, so hat Florentino Pérez jetzt doch schon den dritten Erfolgstrainer der letzten Jahre zurückgeholt nach Zinédine Zidane und Carlo Ancelotti. Das hatte sich auch beide Male gelohnt, aber beide hatten auch Teams mit einer besseren Mischung aus Erfahrung und Talent, einer funktionierenden, hungrigeren Kabine vorgefunden. Das aktuelle Team wirkt sportlich zu oft verunsichert, als jüngster Kader der Liga geschahen zu viele Fehler, manche Spieler wirken satt und verwöhnt, auf der anderen Seite ist der Kader nicht ausgewogen – von einem fehlenden Mittelfeldchef bis zu einem physischen Mittelstürmer fehlt so einiges. Und ein wichtiges Detail: Macht und Möglichkeiten für den Trainer. Aber trotzdem habe ich da Hoffnung, denn einerseits kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Mourinho unterschreibt, um sich zum Schoßhündchen degradieren zu lassen, und andererseits hat sich Pérez selbst wieder eingemischt, nachdem ihm in letzter Zeit die Kontrolle von anderen Verantwortlichen mehr und mehr abgenommen wurde, während er sich lieber mit Super League, Bernabéu-Umbau und anderem beschäftigte. So soll sich Pérez nun selbst um Mourinho gekümmert und ihm auch Rechte eingeräumt haben – Mitspracherecht bei Transfers, Macht in der Kabine. Dinge, von denen ein Xabi Alonso vermutlich auch gerne mehr gehabt hätte.

Aber jetzt ist Mourinho da. Und auch wenn er mit 63 Jahren nicht mehr für Moderne und neue Ideen steht, könnte er mit seinem Staff – vielleicht gehört dazu ein Pepe oder extern beratend ein Toni Kroos? – das Team wieder in die Spur und das Leistungsprinzip zurück bringen. Vielleicht im guten, alten 4-2-3-1? Oder endlich 3-5-2 angesichts Trent und Dumfries? Wenn aber auch der Portugiese den Superstars möglichst viel Spielzeit und freie Positionen einräumen soll, für Flanken von Trent Alexander-Arnold kein Abnehmer da ist, und sollte doch ein Gonzalo García mal spielen, aber dann wieder im rechten Mittelfeld, während vorne Kylian Mbappé quasi nie presst, dann wird es auch für Mourinho schwierig bis unmöglich, das dritte titellose Jahr in Folge abzuwenden.

Mourinho bei Real

Von 2010 bis 2013:

  • Spiele: 178
  • Siege: 128
  • Unentschieden: 28
  • Niederlagen: 22
  • Tore: 475:168
  • Titel: 3
  • Verlorene Finals: 1

Ich erwarte nicht mal viele Titel, geschweigedenn dass Mourinho jetzt mehr als zwei oder drei Jahre da sein wird, dafür wird es vermutlich auch im Team und in der Presse wieder die eine oder andere Reiberei geben. Es geht darum, dem Team kurzfristig wieder Mentalität einzuimpfen, allein schon weil sechs der letzten sieben Clásicos verloren wurden (darunter drei Final-Clásicos). Zu Mourinhos großem Ziel, dem CL-Titel, mag das dann gegen PSG und Co. vielleicht noch nicht reichen, aber wichtig ist erstmal wieder, Hansi Flicks nationale Dominanz zu brechen. Oder wie es Mourinho nach seinem mit Pérez tatsächlich einvernehmlichen Aus 2013 erklärte: „Nach mir war das Team bereit zu explodieren.“ So war es der Portugiese, der die Blancos erst national, und dann auch international wieder salonfähig gemacht hat, auch dank cleverer Transfers wie von Mesut Özil, Sami Khedira, Raphaël Varane, natürlich Luka Modrić und sogar Emmanuel Adebayor und Michael Essien haben viel geholfen.

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Mourinho wird sich aufreiben, sich unbeliebt machen, teilweise auch bei Fans, bei Spielern, bei der Presse. Aber er wird dadurch den Erfolg zurückbringen – der Kuschelkurs im Training und auf Pressekonferenzen ist hoffentlich vorbei. Wer Mourinhos Weg nicht mitgehen will, kann gehen, sodass eine reine Mourinho-Spezialeinheit übrig bleibt – und das ist auch im Jahr 2026 immer noch schwierig zu besiegen, wie seine 30 ungeschlagenen Liga-Partien mit Benfica zeigten. Oder die Niederlagenquote von nur 12,4 Prozent aus seiner ersten Real-Amtszeit – das konnte in diesem Jahrtausend keiner übertreffen, kein Zidane, kein Ancelotti, auch nicht Manuel Pellegrini, der der einzige ist mit einer noch besseren Siegquote (75 Prozent zu Mourinhos 71,9 Prozent). Also: Willkommen zurück, José, deine Dienste werden dringend benötigt!

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