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·9 Juli 2026
Trotz Elferkiller Bono: Mbappé und Dembélé schießen Frankreich ins WM-Halbfinale

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·9 Juli 2026

Les Bleus gegen die Atlaslöwen, Frankreich gegen Marokko. So lautete die erste Viertelfinalpaarung der Fußball-WM und sie versprach neben Spannung auch jede Menge Hochklassigkeit. Es wartete die Wiederauflage des WM-Halbfinals von 2022. Damals gewannen die Franzosen mit 2:0, auch diesmal stand der Équipe Tricolore die Favoritenrolle zu. Nichtdestotrotz würden die starken Marokkaner an einem guten Tag definitiv ihre Chance bekommen, so viel stand fest.
Überraschend zäh hatte sich Frankreich für die Runde der letzten Acht qualifiziert. Gegen das mit allen Mitteln am Rande der Legalität und oft auch darüber kämpfende Paraguay brauchte es einen von Superstar Kylian Mbappé verwandelten Strafstoß für das Weiterkommen. Marokko musste gegen Kanada zwar ebenfalls Geduld beweisen, schraubte das Ergebnis aber gegen Ende der Partie deutlich in die Höhe und zog somit souverän ins Viertelfinale ein.
Um zum dritten mal in Folge mindestens ins WM-Halbfinale einzuziehen, vertraute Didier Deschamps zum Großteil der siegreichen Elf aus der Partie gegen Paraguay. Einzig Bradley Barcola musste weichen, für ihn startete Desiré Doué. Auf der Gegenseite musste Mohamed Ouahbi den verletzten Ismael Saibari ersetzen, für den Bald-Münchner rückte Chemsdine Talbi in die Startelf. Außerdem ersetzte Anass Salah-Eddine Linksverteidiger Redouane Halhal.
Der Favorit brauchte zu Beginn nicht lange, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Nach vier Minuten drehte Mbappé an der Sechzehnerkante auf und drosch den Ball flach aufs kurze Eck. Bono war zur Stelle und musste bei der darauffolgenden Ecke erneut eingreifen, der Schlussmann parierte den Kopfball des sträflich unbewachten Dayot Upamecano auf der Linie (5.).
Im Anschluss kontrollierte Frankreich die Partie, ohne allerdings allzu große Dominanz auszuüben. Es dauerte bis zur 25. Minute, bis Doué Achraf Hakimi den Ball abluchste, Michael Olise schickte Mbappé auf die Reise. Der Kapitän spielte sein Tempo aus und konnte im Strafraum nur durch ein Foul von Noussair Mazraoui zu Fall gebracht werden. Dem fälligen Elfmeter nahm sich der Gefoulte selbst an, den schwach getretenen Versuch in die rechte untere Ecke hielt Bono allerdings sogar fest (28.).

Foto: Getty Images
Frankreich lief in der Folge weiter an, und kam nun zu weiteren Chancen. Erst verzog Ousmane Dembélé mit einem Schlenzer von halbrechts (32.), dann parierte Bono ein weiteres Mal stark gegen Doué, der nach einem Solo frei zentral aus elf Metern zum Abschluss kam. Zuvor hatte sich Marokko-Shootingstar Ayyoub Bouaddi einen beinahe kostspieligen Fehler im eigenen Spielaufbau geleistet (35.).
Kurz vor dem Halbzeitpfiff nahm sich Linksverteidiger Lucas Digne ein Herz, seinen Gewaltschuss aus der zweiten Reihe lenkte Bono an die Latte (45+2.). Marokkos einzige nennenswerte Offensivaktion verzeichnete Kapitän Hakimi, dessen Freistoß verfehlte den Kasten von Mike Maignan allerdings deutlich (45+5.). Dann war Halbzeit, eine französische Führung wäre verdient gewesen. Die Atlaslöwen mussten sich dringend steigern, waren aber beim Stand von 0:0 natürlich voll im Spiel.
An Marokkos Spielanlage veränderte sich aber weiterhin nichts, stattdessen drängte Les Bleus auf das Führungstor. Erst prüfte Doué mit einem satten Weitschuss Bono (53.), dann steckte Olise durch auf Mbappé, der frei vor Bono den Ball über den Kasten schoss. Das Tor wäre aber ohnehin aufgrund einer Abseitsposition zurückgenommen worden (55.).
Der Unterschiedsspieler machte es wenig später allerdings deutlich besser. Mbappé kontrollierte das Spielgerät halblinks auf Höhe der Sechzehnerkante, nutzte Innenverteidiger Issa Diop um Bono die Sicht zu nehmen, und schlenzte den Ball wunderschön zur verdienten französischen Führung ins lange Eck (60.).
Der Bann war gebrochen, und Frankreich legte direkt nach. Dembélé bekam in zentraler Position das Spielgerät, startete einen kurzen Antritt und schloss aus ca. 17 Metern zum 2:0 ab, Bono kam nicht mehr entscheidend an den Ball (66.). Die individuelle Klasse der Équipe Tricolore war in dieser Phase einfach zu viel für Marokko, die damit kurz vor dem WM-Aus standen.
Insgesamt war es ein überraschend mutloser Auftritt der Atlaslöwen. Hakimi und Co. hatten weiterhin keinen einzigen Schuss aufs Tor von Mike Maignan verzeichnet, ein von Upamecano abgefälschter Ball landete auf dem Tornetz (73.). Erst gute zehn Minuten vor Schluss schaltete Marokko einen Gang hoch. Ounahi versuchte es aus 19 Metern, Maignan parierte sicher. Einen Kopfball nach einer Ecke setzte Neil El Aynaoui ans Außennetz (84.).
Das kurze Strohfeuer reichte aber nicht mehr aus, um den Sieg der Franzosen ernsthaft in Gefahr zu bringen. Les Bleus brachte die 2:0-Führung über die Zeit und zieht damit zum dritten Mal in Folge mindestens ins WM-Halbfinale ein. Dort kommt es entweder zum Duell gegen Europameister Spanien oder Belgien. Marokko scheitert nach einem schwachen Auftritt im Viertelfinale, hat aber durch den erneuten Einzug in die Runde der letzten Acht nach dem Halbfinale von 2022 unter Beweis gestellt, dass die Atlaslöwen endgültig in der Weltspitze angekommen sind.







































