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·7 Juni 2026

Trotz Sieg viermal die Note fünf, dafür auch einige Lichtblicke – die Türkei in der Einzelkritik

Gambar artikel:Trotz Sieg viermal die Note fünf, dafür auch einige Lichtblicke – die Türkei in der Einzelkritik

Wenige Stunden nach der deutschen konnte auch die türkische Nationalmannschaft ihr letztes Testspiel vor dem Auftakt in die WM gegen Australien am 14. Juni in Vancouver gewinne. In Fort Lauderdale bezwang das Team von Nationaltrainer Vincenzo Montella Venezuela mit 2:1. Welche Spieler hierbei noch zusätzliche Argumente für einen Startelfeinsatz beim WM-Auftakt sammeln konnten und wer noch an sich arbeiten muss, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik. 

Uğurcan Çakır: Trotz der durchaus bestehenden Gefährlichkeit der Venezuelaner, war der Schlussmann von Galatasaray aktiv kaum gefordert und wenn er doch eingreifen, oder aktiv mitspielen konnte, war er dar. Beim Traumtor zum 0:1 durch Gleiker Mendoza war der 30-Jährige chancenlos. (Note: 3)


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Zeki Çelik: Zu Spielbeginn als Kapitän unterwegs, schob der Roma-Kicker regelmäßig hoch und verstärkte so die Offensive. Dadurch ergaben sich zwar durchaus Chancen für die Türkei, hinten allerdings boten sich Räume, in die die Venezuelaner die Möglichkeit hatten, hineinzustechen, dies aber zu selten nutzten. Beim 0:1 stimmte die Zuordnung zwischen Zeki Çelik und Abdülkerim Bardakcı nicht, was sich prompt rächte. Zu Beginn der zweiten Hälfte dann agierte der 29-Jährige gegen den Ball deutlich disziplinierter und half seiner Mannschaft so, mehr Spielkontrolle zu gewinnen. Nach 61 gespielten Minuten ging Çelik dann vom Platz und für ihn kam Mert Müldür in die Partie. (Note: 3)

Ozan Kabak: Wie schon im letzten Testspiel gegen Nordmazedonien, machte der Hoffenheimer auch in dieser Partie nicht den besten Eindruck und hatte in den Zweikämpfen ungewohnte Probleme. Zwar war Ozan Kabak dessen Bemühung nicht abzusprechen, doch schien der 26-Jährige mit dem Kopf nicht immer ganz da zu sein. Im Verlauf der Partie jedoch fand der Innenverteidiger besser in die Partie und stellte die vermeidbaren Fehler sukzessive ab. (Note: 3,5)

Abdülkerim Bardakcı: Als Aufbauspieler zwar durchaus brauchbar, in der Arbeit gegen den Ball aber nicht immer ideal. Vor allem das mangelnde Tempo des 31-Jährigen machte sich beim venezuelanischen Umschaltspiel bemerkbar. So schob Bardakcı vorm 0:1 nicht rechtzeitig raus, um Gleiker Mendoza am Abschluss zu hindern, sodass dieser die Kugel in den Winkel schweißen konnte. Zur Pause dann wurde der Galatasaray-Abwehrchef durch Merih Demiral ersetzt. (Note: 4)

Eren Elmalı: Durchaus bemüht und laufstark, passte aber die Zuordnung zwischen Eren Elmalı und Abwehrzentrum nicht, sodass sich dem gegnerischen Team in den Schnittstellen immer wieder Räume boten, was im Verlaufe der Partie nicht weniger, sondern mehr wurde. In der zweiten Halbzeit war es dann nämlich die linke Defensivseite der Türken, die ständig für Konter und schnelle Angriffe anfällig blieb, was Elmalı auch in den Zweikämpfen nicht zu beheben wusste. In der 80. Spielminute war für den Galatasaray-Kicker dann Schluss und für ihn wurde Oğuz Aydın eingewechselt. (Note: 4,5)

İsmail Yüksek: Die Kommunikation zwischen Mittelfeld und Abwehr wollte nicht so recht gelingen, wodurch sich der Gegenmannschaft vor allem in der ersten Hälfte immer wieder Räume boten. Das schnelle Umschaltspiel der Venezuelaner überforderte den Fenerbahçe-Sechser merklich, sodass er überhaupt nicht in die Zweikämpfe kam, sich mehrfach überspielen ließ und sich letztlich nur noch durch Fouls weiterzuhelfen wusste. Mit Ball am Fuß sah es zwar ein wenig besser aus, wenngleich İsmail Yüksek nur kaum Kreativität versprühte. In der 62. Spielminute wurde er dann durch Salih Özcan ausgewechselt. (Note: 5)

Orkun Kökçü: Der Beşiktaş-Kapitän machte von Beginn an einen sehr motivierten Eindruck und lief den Gegner früh an, um den Druck hoch zu halten. Auch durch Hereingaben und Standards sorgte der 25-Jährige durchaus führ Gefahr, auch wenn die letzte Genauigkeit dann doch fehlte. Was Kökçü letztlich an spielerischer Präzision fehlte, machte er dafür durch Bissigkeit im Spiel gegen den Ball wett, wodurch er im Mittelfeld für wichtige Ballgewinne sorgte. Nach knapp 70 Minuten hatte der Achter dann Pause und für ihn kam Kapitän Hakan Çalhanoğlu aufs Feld. (Note: 2,5)

İrfan Can Kahveci: Zwar oft inmitten des Geschehens anzutreffen, fiel der 30-Jährige sowohl mit Ball am Fuß als auch in der Arbeit gegen die Kugel meist durch eine sehr unglückliche Entscheidungsfindung auf, sodass er entweder das entscheidende Abspiel zum Mitspieler verpasste, oder nicht richtig abzuschätzen vermochte, wann er auf den Gegenspieler Druck ausübt. Besonders zeigte sich dies vorm Gegentreffer, als er Gleiker Mendoza einfach gewähren ließ und so Abdülkerim Bardakcı in arge Bedrängnis brachte. Folgerichtig blieb der vielseitige Angreifer daher zur Pause in der Kabine und für ihn wurde Yunus Akgün eingewechselt. (Note: 5)

Arda Güler: Unfassbar viel unterwegs, war der Spielmacher von Real Madrid einmal mehr der Dreh- und Angelpunkt im türkischen Spiel, der entweder durch Schnittstellenpässe für Gefahr sorgte, oder hier und da sogar selbst den Abschluss wählte. Vor allem aber waren es die Standards des 21-Jährigen, die für Gefahr sorgten. Vorm 1:1 beispielsweise ballerte der Linksfuß einen Eckball direkt an den langen Pfosten, von wo der Ball dann im Ping-Pong-Stil dann an mehreren Spielern abprallte und im gegnerischen Tor landete. Aber auch aus dem Spiel heraus wusste Güler die Bälle richtig zu verteilen und legte so in der 54. Spielminute das 2:1 durch Yunus Akgün auf. Von seinen Aktionen mit Ball am Fuß abgesehen, zeigte der ehemalige Fenerbahçe-Kicker, dass er auch defensiv ordentlich zugelegt hat und zeichnete sich durch eine auffällige Kompromisslosigkeit und Giftigkeit in den Zweikämpfen aus. In der 62. Spielminute ging aber auch Arda Güler vom Feld und wurde durch Can Uzun ersetzt. (Note: 2)

Barış Alper Yılmaz: Zwar nur wenig aktiv ins Spiel eingebunden, war der Flügelstürmer aber enorm viel unterwegs und bei praktisch jeder gefährlichen Szene der Türken in der Nähe, oder gar direkt beteiligt. So wurde dem 26-Jährigen offiziell auch das 1:1 zugeschrieben, da die Kugel nach dem Eckball Gülers, der direkt am langen Pfosten landete und dann zu Yılmaz flog, von diesen in Richtung Tor abprallte, wo sich dann zwei Venezuelaner gegenseitig anschossen und das Leder schließlich über die Linie kullerte. Grundsätzlich allerdings hatte Barış Alper Yılmaz nicht den aller größten Zugriff auf die Partie, sondern zeichnete sich eher durch kurze Lichtmomente auf, während er in der restlichen Zeit nur wenig zu sehen war. (Note: 2,5)

Deniz Gül: Gegen Nordmazedonien noch als Torschütze erfolgreich, war der Porto-Mittelstürmer in dieser Partie kein Faktor, sondern wurde von der venezuelanischen Abwehr die längste Zeit sehr effektiv zugestellt, sodass er nur selten von seinen Mitspielern gefunden wurde. Aus diesem Grund war der 21-Jährige auch lediglich eine Hand voll Mal am Ball und ansonsten überhaupt nicht in die Partie eingebunden. In der 62. Spielminute kam für Deniz Gül dann Kerem Aktürkoğlu in die Begegnung. (Note: 5)

Merih Demiral (ab Spielminute 46): Für den unglücklichen Abdülkerim Bardakcı eingewechselt, machte der Al-Ahli-Spieler seine Sache insgesamt besser und verteidigte sicherer. Dennoch verfiel Demiral immer wieder in altbekannte Muster und ließ sich unnötig herauslocken, sodass die Abstände in der eigenen Defensive nicht mehr passten und sich dem Gegner Räume zum Kontern boten. Diese konnte der 28-Jährige aber teilweise durch harte Tacklings unterbinden. (Note: 3)

Yunus Akgün (ab Spielminute 46): In seinen Aktionen deutlich griffiger als İrfan Can Kahveci, deutete der Offensivspieler von Galatasaray zunächst durch gute Läufe seine Gefahr an, ehe er dann in der 54. Spielminute nach einem Güler-Zuspiel mit einem unfassbaren Tor das 2:1 erzielte. Hierbei ließ er die Kugel nach einem kräftigen Zuspiel bewusst hochspringen, um dann aus über 20 Metern Torentfernung per Topspin-Direktabnahme das Leder unter die gegnerische Latte ins Netz zu ballern. Hiernach blieb Yunus Akgün weiterhin ein Aktivposten und zeichnete sich auch durch seine entschlossene Defensivarbeit aus. (Note: 1,5)

Mert Müldür (ab Spielminute 62): Deutlich konservativer verteidigend als Zeki Çelik, brachte der Fenerbahçe-Außenverteidiger dadurch aber auch deutlich mehr Ruhe in die eigene Abwehr. Hierbei zeigte der 27-Jährige meist ein gutes Timing in den Zweikämpfen und bewies ein sehr ordentliches Stellungsspiel. Wirklich auffällige Momente hatte Mert Müldür jedoch nicht. (Note: 2,5)

Can Uzun (ab Spielminute 62): Gegen Nordmazedonien noch mit einer Gala-Vorstellung, wurde der Frankfurt-Profi in dieser Begegnung wieder ordentlich eingenordet, da er nur selten im Zentrum des Geschehens war und meist nur hinterherlief. Wenn Can Uzun dann mal am Ball war, zog es ihn aber nicht in Richtung des gegnerischen Tors, sondern er wählte meist den sicheren Rückpass, was deutlich Tempo aus der Partie nahm. Allerdings machte der 20-Jährige dabei keine Fehler und beruhigte das Spiel immer wieder. (Note: 3)

Salih Özcan (ab Spielminute 62): Für den sehr unglücklichen İsmail Yüksek eingewechselt, machte der noch-Dortmunder seine Sache im defensiven Mittelfeld deutlich besser, indem er nicht nur gewissenhaft in die Zweikämpfe ging und Bälle eroberte, sondern diese auch sehr ordentlich verteilte und meist progressiv nach vorne spielte. Insgesamt fiel Salih Özcan aber nur wenig auf, was für einen Sechser eigentlich ein Lob ist. (Note: 2,5)

Kerem Aktürkoğlu (ab Spielminute 62): Wenn man sagt, dass Deniz Gül bereits ein Nichtfaktor im Spiel war, gilt dies für Kerem Aktürkoğlu praktisch doppelt, denn insgesamt nur zweimal kam der Angreifer an die Kugel und verlor diese gleich wieder. Hätte er nicht zumindest einige brauchbare Ansätze im Anlaufen des Gegners gezeigt, hätte man hier fast von einer Arbeitsverweigerung sprechen müssen. (Note: 5)

Hakan Çalhanoğlu (ab Spielminute 72): Der Kapitän durfte dann doch noch seinen 106. Einsatz im Türkei-Trikot feiern und zeigte sogleich, dass er für sein Team eine enorm wichtige Stütze sein kann, indem er sowohl aus dem Spiel heraus die Bälle gut verteilte, als auch vor allem durch seine Standards in der Schlussphase für Gefahr sorgte und seine Mitspieler einsetzte, ohne jedoch, dass dabei noch eine zwingende Gelegenheit heraussprang. (Note: 2,5)

Oğuz Aydın (ab Spielminute 80): Ohne Wertung.

Foto: Tomas Diniz Santos / Getty Images 

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