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·12 Juli 2026

Von Ghana bis in die Bundesliga – So ungewöhnlich war der Weg von Gideon Mensah

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Simon Bartsch

12 Juli, 2026

Der Neuzugang des 1. FC Köln hat bereits einen weiten Weg hinter sich. Denn von der ghanaischen Kleinstadt Sogakope ging es für den 27-Jährigen über die Red-Bull-Akademie nach Liefering und nun eben zum 1. FC Köln: Gideon Mensahs ungewöhnliche Karriere – vom ghanaischen Talent zum Bundesliga-Profi.

Nach einem langen Weg hat der neue Linksverteidiger der Geißböcke es in die deutsche Bundesliga geschafft. Und vor allem RB Salzburg spielte dabei eine nicht unwichtige Rolle.

Spielt nun beim 1. FC Köln: Gideon Mensah

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Die Verbindung zwischen der ghanaischen Kleinstadt Sogakope und dem Salzburger Stadtteil Liefering ist auf den ersten Blick wohl eine etwas kuriose. Immerhin trennen mehr als 7000 Kilometer die beiden Orte. Dabei ist die Verbindung eigentlich eine viel engere – zumindest lange gewesen und eigentlich dann doch auch bis heute noch. Denn in Sogakope ist seit langem die West African Football Academy beheimatet. Eine Fußballakademie, die westafrikanische junge Kicker an den europäischen Fußball heranführen sollte. Neben guten sportlichen Bedingungen gilt der Fokus aber auch der schulischen Ausbildung. 2006 wurde die so genannte Soccer School of Lavanttal von Red Bull übernommen und damit rückt Österreich dann plötzlich ganz nah an Sogakope heran. Denn ab jener Übernahme ging es darum, die Spieler an die europäischen Verein des österreichischen Konzerns heranzuführen. Viel Geld wurde in die Schule, in die Infrastruktur gesteckt. 2013 stieg Red Bull zwar aus dem Projekt aus, die Akademie wurde neu eröffnet – allerdings in Kooperation mit Red Bull. 

Karrierebeginn in Österreich

Eigentlich war das Ziel drei, vielleicht vier Spieler pro Jahr in den europäischen Fußball zu bringen, es schafften in jener Zeit nicht einmal zehn nach Europa. Und die Erfolgsgeschichte jener Spieler ist bislang überschaubar. Die ganz großen Namen sucht man in den Vereinslisten von Akteuren wie Felix Adjei oder David Atanga vergebens. Die wohl erfolgreichste Karriere machte ein gewisser Gideon Mensah. Drei Tage nach seinem 18. Geburtstag führte der Weg von Sogakope eben nach Liefering, dem offiziellen Farmteam von RB Salzburg. Und mit dem RB-Nachwuchs gewann der Linksverteidiger direkt die Youth League.

Doch es lief zunächst nicht so richtig rund. Verletzungen warfen das Talent immer wieder zurück, der Durchbruch blieb ihm lange verwehrt. Es folgte der Wechsel zu Sturm Graz. „Er ist mir schon dort als Gegenspieler aufgefallen. Er ist ein Spieler, der sowohl defensiv als auch offensiv auf der linken Außenbahn variabel einsetzbar ist“, sagte Graz-Coach Roman Mählich damals.

Vier Leihen in sechs Jahren

Wenige Monate später, nach dem Duell gegen Salzburg sprach auch RB-Coach Marco Rose über den Ghanaer: „Ich glaube, dass Gideon die Zeit bei Sturm sehr gut tut, das sieht man ihm an. Es ist wichtig, dass er gesund bleibt. Das war sein größtes Problem in den letzten zweieinhalb Jahren.“ Über die genauen Verletzungen ist wenig bekannt. Allerdings kam der Linksverteidiger nicht so richtig in Tritt. Und dennoch glaubten die Verantwortlichen in Salzburg weiter an den Spieler, hofften auf Spielpraxis bei Leihstationen in Waregem, Guimares und Bordeaux. 2022 nach der vierten Leihe in sechs Jahren Salzburg folgte dann der endgültige Abschied von RB. Es ging nach Auxerre und dort zum Stammplatz. Der 27-Jährige ist eigentlich gelernter Linksverteidiger, spielte aber auch als Innenverteidiger und im linken Mittelfeld. Bei der WM überragte der 27-Jährige vor allem mit Defensivqualitäten, gehörte gleich in mehreren Kategorien zu den besten Abwehrspielern des Turniers. In der Ligue 1 war das in der vergangenen Spielzeit nicht immer der Fall.

Viel Erfahrung durch viele Leihen

Mensah selbst betont zwar, dass für ihn die Defensive die primäre Aufgabe sei, er aber durchaus auch den Weg nach vorne sucht, wenn der sich ergibt. „Als Linksverteidiger geht es nicht nur ums Verteidigen. Ich suche immer nach Möglichkeiten, nach vorne zu stoßen, Torchancen zu kreieren und meine Mannschaft im Angriff zu unterstützen“, sagte der Spieler. Die Heatmap der vergangenen Ligue-1-Saison untermauert die Worte, die nackte Bilanz nicht. Große Torgefahr strahlte der Linksverteidiger da jedenfalls nicht aus. Ein Tor sucht man in der Statistik bei den Profis vergeblich. „Gideon ist ein Spieler, der sich konsequent in den Dienst der Mannschaft stellt und auf dem Platz mit hoher taktischer Disziplin, Defensivstärke und Dynamik überzeugt. Mit seinem Profil wird er unserem Kader zusätzliche Qualität und Stabilität geben und unsere Möglichkeiten auf dieser Position weiter verbessern“, sagt Thomas Kessler über den Spieler.

In Frankreich wird noch eine ganz andere Stärke Mensahs immer wieder hervorgehoben: Sein Charakter. Demnach ist der 27-Jährige enorm wichtig in der Kabine. Zudem gilt er als Arbeiter, der immer alles gibt. „Genau wie für Ghana und meine vorherigen Vereine werde ich auch für den FC alles geben, damit der Club seine Ziele erreicht und wir als Mannschaft erfolgreich sind“, verspricht Mensah.


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