MillernTon
·16 April 2026
Vorbericht: FC St. Pauli – 1. FC Köln (30. Spieltag, 25/26)

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Crunchtime! Der FC St. Pauli empfängt den 1. FC Köln und möchte dafür sorgen, dass der Effzeh weiterhin im Abstiegskampf bleibt. Das wird sehr schwer.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Es geht jetzt wirklich in die absolute Crunchtime. Mit dem 1. FC Köln begrüßt der FC St. Pauli einen Gegner am Millerntor, der nur mit einem FCSP-Sieg noch im Abstiegskampf gehalten werden kann. Entsprechend ist da, neben der Tatsache, dass der FC St. Pauli ohnehin jeden Punkt dringend benötigt, schon einiges an Druck auf dem Kessel vor Anpfiff.Wie stark der Druck auf dem Kessel auch beim 1. FC Köln ist, hört Ihr im „Vor dem Spiel“-Gespräch von Michael mit Eric vom #trotzdemhier-Podcast
Zwei Spieler werden am Freitag zurückkehren, höchstwahrscheinlich auch direkt in die Startelf: Jackson Irvine hat seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen und wird im defensiven Mittelfeld seinen Platz finden. Auch Manos Saliakas ist wieder mit dabei. Er hat in dieser Woche wieder voll mittrainieren können und wird sehnlichst auf der rechten Außenbahn erwartet.Mindestens ein Fragezeichen gab es hinter der Einsatzfähigkeit von Eric Smith. Bisher hatte er sowieso noch nicht alle Teile des Mannschaftstrainings absolvieren können und dann bekam er am Dienstag bei der Einheit auch noch einen Schlag auf den Fuß, was zu massivem Frust bei ihm führte. Alexander Blessin erklärte auf der Pressekonferenz, dass man aufgrund der sportlichen Situation durchaus bereit sei, auch ein wenig ins Risiko zu gehen bei Smith. Allerdings dürfte das besonders im Fall von Smith, der ja immer wieder mit größeren und kleineren körperlichen Problemen zu kämpfen hat, für Freitag eher noch nicht passen.
Denn wenn man die Worte von Blessin zur Situation von Eric Smith mit seinen Worten vergleicht, die er sonst in Bezug auf angeschlagene Spieler nutzt, dann spricht sehr, sehr wenig dafür, dass Smith am Freitag mit an Bord ist. Er wird genau fehlen wie auch Simon Spari, Ricky-Jade Jones und James Sands. Zu dieser Liste gesellt sich auch Joel Fujita, der im Spiel gegen den FC Bayern München eine extrem ärgerliche Gelbe Karte sah, die eine Sperre für das so wichtige Spiel gegen Köln bedeutet.
Eine Ähnlichkeit gab es zwischen dem 1. FC Köln und dem FC St. Pauli: Beide Clubs waren im Saisonverlauf immer wieder dazu gezwungen, personelle Wechsel in der Innenverteidigung vorzunehmen. Ständig fielen Spieler verletzt aus. Aktuell hat sich die Situation aber bei beiden ein wenig entspannt. Den Kölnern fehlt momentan Timo Hübers aufgrund einer schweren Knieverletzung. Zudem fehlt auch Pechvogel Luca Kilian weiterhin, weil er sich erneut das Kreuzband gerissen hat. Das war es aber schon. Vorbei sind die Zeiten, in denen von sieben Kölner Innenverteidigern im Kader nur einer fit gewesen ist und Spieler wie Sechser Martel auf dieser Position aushelfen mussten.

Für Eric Smith kommt die Partie gegen den 1. FC Köln wohl noch etwas zu früh, er wird dem FC St. Pauli fehlen. // (c) Stefan Groenveld
Der 1. FC Köln ist richtig gut in die Saison gestartet. Bereits 14 Punkte hatte der Aufsteiger nach neun Spieltagen gesammelt. Doch dann ging es für das Team des damaligen Trainers Lukas Kwasniok Stück für Stück nach unten: Seit dem zehnten Spieltag sind nur noch drei weitere Siege hinzugekommen. Allerdings konnte zuletzt das wichtige Spiel gegen Werder Bremen gewonnen werden, sodass Köln mit aktuell 30 Zählern ein Polster von fünf Punkten auf den Relegationsrang hat. Den letzten Erfolg hat Kwasniok allerdings nicht mehr als Trainer an der Seitenlinie miterlebt. Er wurde zu Beginn der letzten Länderspielpause entlassen.
Mit René Wagner hat der bisherige Co-Trainer das Amt des Cheftrainers interimsweise übernommen. Wagner war vorher auch Co-Trainer unter Steffen Baumgart in Paderborn, in Köln und bei Union Berlin, ist aber letzten Sommer dann wieder nach Köln gewechselt. Nun versucht der Effzeh mit ihm den Klassenerhalt zu schaffen, was nach einem Punktgewinn in Frankfurt und dem Sieg gegen Bremen durchaus wahrscheinlicher geworden ist. Ob der Trainerwechsel aber wirklich den gewünschten Effekt mit sich bringt und zu welchen Änderungen er auf dem Platz führt, ist noch gar nicht abschließend zu beurteilen, erklärte Alexander Blessin auf der Pressekonferenz.
Der Blick in die Zahlen zeigt, dass beim 1. FC Köln in dieser Saison eher die Defensive, weniger die Offensive ein Problem ist. In bisher nur vier von 29 Ligaspielen blieben die Kölner torlos. Mit 43 erzielten Treffern stellt man das klar torgefährlichste Team im Abstiegskampf. Allerdings gelang es den Kölnern auf der Gegenseite auch erst dreimal, eine Partie ohne Gegentreffer zu beenden. Das Hinspiel gegen den FCSP zeigte genau das, wenngleich es eine Partie auf äußerst überschaubarem Niveau gewesen ist: Der Effzeh fing sich kurz vor Schluss noch einen Gegentreffer der Marke „total unnötig“, konnte aber trotzdem einen Punkt holen, weil er vorne von extrem hoher individueller Qualität profitiert. Ein Grund für die schwachen Defensivleistungen könnten die bereits erwähnten oft notwendigen personellen Wechsel in der Defensive sein.
Eine echte Stärke der Kölner sind hingegen zweite Halbzeiten oder besser gesagt die Schlussphasen von zweiten Halbzeiten: Acht Treffer erzielte der Effzeh bereits ab der 90. Minute – Ligaspitze. Allerdings fing sich Köln in dieser Spielphase auch sechs Gegentore ein. So wie im Hinspiel, als Ricky-Jade Jones in der Nachspielzeit per Kopf-Ausrenk-Treffer noch den Ausgleich für den FC St. Pauli erzielte. Das 1:0 für die Kölner erzielte damals Saïd El Mala. Womit wir zurück bei der Offensive der Kölner sind.
Neben El Mala werden am Freitag ziemlich sicher auch Ragnar Ache und Jakub Kaminski in der Kölner Offensive aktiv sein. Alle drei haben in dieser Saison bereits Treff- und Passsicherheit bewiesen. Kaminski bringt es auf elf Torbeteiligungen (sieben Treffer, vier Vorlagen), Ache (acht/sieben) und El Mala jeweils auf 15 (elf/vier). Bei nur einem Drittel aller Kölner Treffer war keiner dieser drei Spieler direkt beteiligt. Entsprechend betont auch Blessin ihre Stärken: „El Mala ist wahnsinnig schnell, hat im Tempodribbling, das kennen wir ja noch aus dem Hinrunden-Spiel, ne unglaubliche Schwierigkeit (Blessin sagte an dieser Stelle „Schwierigkeit“, wir sind uns aber sicher, dass er „Qualität sagen wollte, A.d.R.), die es zu händeln gilt, da müssen wir ihn frühestmöglich stellen. Ache ist ein Wandspieler, der sehr gut die Bälle festmacht, sie weiterleitet, aber auch eine sehr gute Präsenz in der Box hat.“ In Bezug auf Kaminski betont der FCSP-Cheftrainer zudem, dass dieser unter Wagner ein paar mehr Freiheiten im Offensivspiel genieße und von seiner Position gerne nach außen ausweiche, während El Mala zuletzt viel zentraler agierte.
Alexander Blessin fordert von seinem Team daher etwas, was ich als „Gesamtpaket“ der Defensivarbeit bezeichnen würde: „Wir brauchen eine gute Abstimmung, eine gute Organisation, gute Abläufe und Mut im Stellen in der Position und in der Restverteidigung eine saubere Ordnung.“ Das zeigt: Es ist ein Trio, das extrem schwer auszurechnen ist und auch wenn der 1. FC Köln aktuell mit unten drin steht, so sollte allen völlig klar sein, dass die Defensive des FC St. Pauli von dieser Effzeh-Offensive vor große Herausforderungen gestellt wird.
Fraglich ist, wie genau der 1. FC Köln in diesem Spiel agieren wird. Erst zwei Spiele wurden unter der Leitung von Wagner absolviert. Das macht die Vorbereitung auf diese Partie natürlich nicht einfacher, so Blessin. Der FCSP-Cheftrainer erklärte, dass man gegen Frankfurt zwei verschiedene Gesichter des Effzeh gesehen habe und die Partie gegen Bremen massiv durch den Platzverweis für Friedl beeinflusst wurde: „Es ist nicht so einfach, aber man hat gesehen, dass er bestimmten Spielern das Vertrauen ausspricht und man hat auch gesehen, dass das bei einigen Spielern gut ankommt. Von daher müssen wir mit ein paar Variationen rechnen.“
Diese „Variationen“ führen dazu, dass der 1. FC Köln in einer Formation antreten wird, die sich nur ganz schwer in einer Zahlenkombination ausdrücken lässt. Denn je nachdem, ob man Thielmann als Außenverteidiger oder Achter, Kaminski als Achter oder offensiven Außenbahnspieler, Sebulonsen als Innen- oder Außenverteidiger und Jóhannesson als Zehner oder Achter bezeichnet, variieren die Positionen. Köln spielt oft mit einer Fünfer-, situativ aber auch mit einer Viererkette. Blessin ist das zwar sicher nicht egal, er wird sein Team darauf vorbereiten, er sieht aber andere Prioritäten: „Wir müssen darauf reagieren, aber wichtiger ist sowieso, wie wir in das Spiel reingehen. Deswegen wird der Fokus darauf liegen.“

Erwartete Aufstellung FC St. Pauli – 1. FC Köln
FCSP: Vasilj – Andō, Wahl, Mets – Saliakas, Rasmussen, Irvine, Pyrka – Sinani, Hountondji, Pereira Lage
KOE: Schwäbe – Sebulonsen, Simpson-Pusey, Cenk – Thielmann, Jóhannesson, Martel, Castro-Montes – El Mala, Ache, Kaminski
Beim FC St. Pauli wird aller Voraussicht nach Manos Saliakas nicht nur in den Kader, sondern direkt in die Startelf zurückkehren. Wie wichtig diese Rückkehr für den FC St. Pauli ist, werden wir zeitnah aufarbeiten, nur bereits so viel: Das Comeback von Saliakas ist mit berechtigt viel Hoffnung verbunden. Er wird die rechte Außenbahn besetzen, Arek Pyrka wird dann entsprechend wieder nach links wechseln. Zudem wird im zentralen Mittelfeld Fujita von Irvine positionsgetreu ersetzt werden. Weitere personelle Wechsel sind nicht zu erwarten.
Fünf Spiele noch, der FC St. Pauli steht auf Platz 16 und empfängt mit dem 1. FC Köln einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt zum Flutlicht-Spiel. Es gibt wohl kaum andere Situationen im Leben von Fußballfans, die größeres Kribbeln erzeugen. Die Chance ist real, die Heimstärke ist vorhanden, wir können von den Rängen dafür sorgen, dass beim Team noch ein paar Prozentpunkte freigesetzt werden. Genau jetzt kommen die Spiele, auf die es wirklich ankommt. Es ist an der Zeit, alles beiseitezulegen und den FC St. Pauli am Freitagabend maximal zu unterstützen. Lasst uns am Freitag alles geben, was wir haben.Forza!// Tim
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