MillernTon
·1 Mei 2026
Vorbericht: FC St. Pauli – 1. FSV Mainz 05 (32. Spieltag, 25/26)

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Am Sonntag empfängt der FC St. Pauli mit dem 1. FSV Mainz 05 ein formstarkes Team und muss zudem mit dem Druck klarkommen, dass es fast Pflicht ist zu punkten.(Titelfoto: Stefan Groenveld)
Im „Vor dem Spiel“-Gespräch hat sich Michael mit Felicitas von den Hinterhofsängern unterhalten und darin natürlich ausführlich beleuchtet, welche doch recht positive Wendung die Saison für den 1. FSV Mainz 05 genommen hat.Welche Bedeutung diese Partie für den FC St. Pauli hat, muss an dieser Stelle ganz sicher nicht erklärt werden. Der FCSP benötigt dringend Punkte, egal wie. Das wird aber gegen formstarke Mainzer ein schwieriges Unterfangen.
Im Vergleich zur Vorwoche hat sich in Sachen Personal nicht viel getan beim FC St. Pauli. Ricky-Jade Jones, Mathias Pereira Lage und James Sands fallen allesamt bis mindestens Saisonende aufgrund schwerer Verletzungen aus. Ansonsten werden aber alle Spieler zur Verfügung stehen, was insgesamt durchaus positiv ist. Das gilt auch für Taichi Hara, der laut Alexander Blessin unter der Woche etwas krank gewesen ist, inzwischen aber wieder trainiert.
Auch der 1. FSV Mainz 05 hat einige schwere Verletzungen zu verkraften. Für das Spiel am Millerntor stehen die Offensivspieler Silas (Schien- und Wadenbeinbruch), Jae-Sung Lee (Zehenbruch) und Benedict Hollerbach (Achillessehnenriss) nicht zur Verfügung. Auch Innenverteidiger Maxim Leitsch (Oberschenkel) wird ausfallen. Ansonsten ist der Kader aber gut gefüllt und da die Mainzer nicht mehr im Europacup aktiv sind, wird am Sonntag auch ganz sicher die bestmögliche Elf auf dem Rasen stehen.
Die Bundesliga-Tabelle lügt in Bezug auf Mainz 05 (das ist nebenbei Werbung für die Veranstaltung im Clubheim am Samstag). Das Team steht nach 31 Spieltagen auf Rang zehn mit 34 Punkten, das Team kann theoretisch sogar noch absteigen, woran aber sicher niemand mehr glaubt. Denn die Mainzer spielen seit Anfang Dezember eine richtig gute Saison, seit dem Moment, in dem Urs Fischer Trainer des Teams wurde.
Wie eng der Erfolg des 1. FSV Mainz 05 mit der Personalie Fischer zusammenhängt, lässt sich sehr gut an der „Fischer-Tabelle“ erkennen, also der Ligatabelle, seit der 60-jährige Cheftrainer des Teams ist: Zuvor holten die Mainzer schwache sechs Zähler aus 14 Spielen, unter Fischer sind es 28 aus 18 Partien. Zwar gab es zuletzt ein kleines Tief mit nur einem Punkt aus den letzten drei Spielen, aber in der Formtabelle mit Fischer im Amt liegt der 1. FSV Mainz 05 auf Rang sieben – und da, irgendwo zwischen Augsburg und Freiburg, gehört der Club auch hin, wenn man sich Kader und Trainer anschaut.

Das Hinspiel zwischen dem FC St. Pauli und dem 1. FSV Mainz 05 war die zweite Partie mit dem Mainzer Cheftrainer Urs Fischer. Damals steckte Mainz tief im Tabellenkeller. Seitdem hat sich viel getan. // (Pau Barrena/Getty Images/via OneFootball)
Was macht denn diesen „Fischer-Ball“ so erfolgreich? Was hat der neue Trainer der Mainzer umgestellt? Eigentlich genau das, was von ihm auch zu erwarten war. Fischer hat aus Mainz quasi Union 2.0 gebastelt. Das Team agiert aus einem extrem kompakten 5-3-2, konzentriert sich mehr auf die Defensive als unter Bo Henriksen und konnte dadurch die Konter-Anfälligkeit des Teams abstellen. Nun schalten die Mainzer nach Ballgewinnen sehr schnell und gut organisiert um, in längeren Ballbesitzphasen agiert das Team aber mit deutlich weniger Risiko im Spielaufbau. Es ist also gelungen, eine Balance zu finden zwischen defensiver Organisation, risikoarmen Spielaufbau und überfallartigen Angriffssequenzen in Umschaltmomenten. Blessin ist jedenfalls voll des Lobes, was insbesondere die Defensive der Mainzer angeht: „Sie haben ihren Spielstil, aus dem 5-3-2, wo sie immer ihre klaren Abläufe haben, da kommen sie dann auch relativ schnell hinter den Ball. Sie haben aber auch Momente, wo sie dann vorne drauf gehen, aber wenn sie dann kein Zugriff drauf haben, ist es ein schnelles Fallen in den tiefen Block.“
Doch der Erfolg kann nicht alleine auf die Verpflichtung von Urs Fischer geschoben werden. In der Winterpause holte Mainz nämlich gleich vier Spieler mit Bundesligaerfahrung ins Team: Silas kam aus Stuttgart (ist inzwischen aber wieder verletzt), Philipp Tietz kam aus Augsburg (drei Treffer, drei Vorlagen), Sheraldo Becker kam aus Osasuna (zwei Treffer, zwei Vorlagen – Fischer kennt ihn aus der gemeinsamen Zeit bei Union) und Stefan Posch kam von Como (verpasste seit seiner Verpflichtung keine einzige Spielminute). Wohl dem Club, der im Abstiegskampf steckt und dann im Winter mal eben solche Transfers tätigen kann.
Sollte der 1. FSV Mainz mit der bestmöglichen Startelf beim FC St. Pauli antreten – es gibt eigentlich keinen Grund, das nicht zu tun – dann dürfte bei neun von elf Positionen bereits klar sein, wer zum Anpfiff auf dem Rasen steht. Im Tor wird Batz stehen, der vor der Saison eigentlich als dritter Torhüter geführt wurde. Die Innenverteidigung bilden Posch, da Costa und Everybody’s Darling Kohr. Davor agiert das absolute Herzstück des Teams, welches vom Niveau her in die internationale Klasse gehört: Nebel, Amiri und Sano. Vor diesem Trio dürften die beiden Winter-Neuzugänge Tietz und Becker spielen. Fraglich ist hingegen, wer auf den Außenpositionen zum Einsatz kommen wird. Sollte Caci wieder richtig fit sein, dann spielt er sicher. Widmer, Mwene und Veratschnig sind ebenfalls im Rennen.

Erwartete Aufstellung FC St. Pauli – 1. FSV Mainz 05
FCSP: Vasilj – Andō, Wahl, Mets – Saliakas, Smith, Irvine, Pyrka – Sinani, Hountondji, Fujita
M05: Batz – da Costa, Posch, Kohr – Caci, Nebel, Sano, Amiri, Mwene – Tietz, Becker
Beim FC St. Pauli wird es wohl zu einer personellen Veränderung im Vergleich zum Heidenheim-Spiel kommen: Eric Smith steht vor der Startelf-Rückkehr und die wird er auf der Sechs feiern. Den Platz dort wird aller Voraussicht nach Matti Rasmussen freimachen müssen. Ob er aber auf die Bank muss oder einfach eine Position nach vorne rückt und dort Joel Fujita verdrängt, ist zumindest nicht ganz klar. Blessin benannte auf der Pressekonferenz die unterschiedlichen Stärken beider Spieler. Rasmussen sei derjenige, der eher die Bälle in die Tiefe sucht, Fujita eher der, der auch mal ins direkte Dribbling gehe. Bei der Entscheidungsfindung haben also beide unterschiedliche Lösungsansätze. Da Rasmussen sich aber auf der Sechs beziehungsweise Acht etwas wohler fühlt, tippe ich darauf, dass Fujita starten wird. Ansonsten dürfte der FCSP mit den gleichen Spielern wie in Heidenheim auf dem Rasen stehen.
Aber hoffentlich nicht mit der gleichen Herangehensweise. Wobei dem Team der Wille nicht abzusprechen ist, aber die Partie in Heidenheim wirkte schon irgendwie blutleer (Blessin: „Fehler machen kann man, man kann auch schlechte Spiele machen, aber man muss dann eben eine Reaktion zeigen.“). Hier muss sich etwas ändern, das erklärt auch Blessin: „Wir sind alle nicht zufrieden, die Mannschaft, wir im Staff-Team und von daher müssen wir natürlich dann auch wieder eine Reaktion zeigen. Es ist einfach wichtig.“ Wichtig wäre nicht nur die Reaktion, sondern auch, dass der FC St. Pauli Punkte holt. Es würde bei einer Niederlage zwar auch nach dieser Partie noch nicht alles verloren sein, aber sicher ist, wenn der FCSP am Sonntag nicht punktet, dann wird es echt ziemlich duster. Dass das Team mit solchen Drucksitationen umgehen kann, hat es in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen, denkt mal an die Heimspiele gegen Werder und Heidenheim. Nun ist es Zeit, das erneut zu zeigen.Forza!// Tim
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