Was aus früheren Drittligisten geworden ist #28: Aalen | OneFootball

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·21 Juni 2026

Was aus früheren Drittligisten geworden ist #28: Aalen

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Insgesamt 70 Mannschaften spielten seit der Saison 2008/2009 in der 3. Liga. Während einige Klubs den Sprung in die Bundesliga geschafft haben, sind andere Vereine vom Radar der breiten Öffentlichkeit verschwunden. liga3-online.de holt diese Klubs nun wieder hervor. Heute: Gründungsmitglied VfR Aalen, das der 3. Liga sieben Spielzeiten lang angehörte und auf Rang 26 der Ewigen Tabelle liegt.

Zurück in der Regionalliga und Abschied von VfR-Urgestein

Aalens Trainer Beniamino Molinari wirkte trotz des jüngsten Erfolges in der Oberliga Baden-Württemberg etwas wehmütig. "Wir verlieren richtig gute Jungs aus der Kabine", sagte er nach dem abschließenden Spieltag der Saison 2025/26, die der VfR als Meister (83 Punkte) und mit einem 4:1 gegen die TSG Backnang abschloss. Gemeint war neben Mittelfeldspieler Luigi Campagna, der Mitte Juni noch ohne neuen Klub ist, auch Stürmer Steffen Kienle.


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In der Jugend der Aalener und des SSV Ulm 1846 ausgebildet, wechselte Kienle 2015 zum VfR Aalen in die 3. Liga. Nun verabschiedete sich Kienle nach 160 Pflichtspielen (33 Tore) mit dem Meistertitel im Rucksack und wechselt nach Dorfmerkingen in die Verbandsliga Württemberg.

Bei seiner Auswechslung gegen Backnang wurde die Partie sogar für kurze Zeit unterbrochen. So geht ein Klub-Idol. "Bei der Auswechslung habe ich versucht, alles aufzusaugen", so Kienle gegenüber der "Schwäbischen Zeitung", "ich war ja so viele Jahre hier.“ Über viele Jahre – Aalen war 2008/2009 Gründungsmitglied der 3. Liga – hat man 70 Kilometer östlich von Stuttgart den großen Fußball gelebt.

Pokal-Duell gegen "Kloppo"

Jürgen Klopp war 2013 mit dem BVB im DFB-Pokal zu Gast in Aalen, gewann 4:1. Einer der Dortmunder Torschützen damals: Julian Schieber, der jetzt Sportlicher Leiter beim Drittliga-Rückkehrer SG Sonnenhof Großaspach ist. Bundesliga-Aufsteiger SC Paderborn 07 (2017) und der künftige Zweitligist FC Energie Cottbus (2015) kamen in der Aalener Centus Arena zu Drittligazeiten dagegen mit jeweils 0:4 unter die Räder. Es waren die höchsten Siege für die Schwaben in der 3. Liga.

Martin Dausch ist mit 17 Toren aus 64 Spielen der drittbeste Aalener Torschütze in der Drittliga-Historie, hinter Robert Lechleiter (25 Tore in 86 Partien) und Rekord-Torjäger Matthias Morys, der bei 140 Einsätzen 42-mal traf. Dausch schoss den VfR Aalen beim 2:2 gegen den VfB Stuttgart II am vorletzten Spieltag der Drittliga-Saison 2011/2012 in die 2. Bundesliga.

Drei Millionen Euro: Kevin Kampl wird zum Rekord-Transfer

Drei Spielzeiten konnten sich die Schwarz-Weißen in der 2. Bundesliga halten, in dieser Phase gaben sie auch ihren wertvollsten Spieler ab. Kevin Kampl wechselte im August 2012 für die vereinsinterne Rekordsumme von drei Millionen Euro nach Österreich zu Red Bull Salzburg.

Ein Punktabzug in der dritten Zweitligasaison von zwei Punkten leitete den Aalener Abschied aus dem Unterhaus ein. Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga verblieben 2015 nur neun Spieler im Drittliga-Kader. Trainer Peter Vollmann stand vor einer schweren Aufgabe. Sportlich gelang 2016 der Klassenverbleib in der 3. Liga.

Mehrere Promi-Trainer und Punktabzug

Der Rücktritt von Präsident Berndt-Ulrich Scholz, der mit seiner Scholz AG (Recycling-Unternehmen) neben Imtech Deutschland als Hauptsponsor eingestiegen war und namhafte Trainer wie Jürgen Kohler, Ralph Hasenhüttl, Edgar Schmitt oder Petrik Sander nach Aalen geholt und 2013 mit einer Bürgschaft in Höhe von sechs Millionen Euro die Insolvenz des Vereins verhindert hatte, ließ 2016 nichts Gutes erahnen.

Im Sommer 2016 konnten Leistungsträger wie Dominick Drexler oder Sebastian Neumann (jetzt Sportdirektor beim Drittliga-Rückkehrer Würzburger Kickers) wieder nicht gehalten werden und eine Zahlungsnachforderung des zuständigen Finanzamts für die Jahre 2008 bis 2012 führte im Februar 2017 zu einem (ersten) Insolvenzantrag. Der DFB verhängte einen Neun-Punkte-Abzug, der sich aber nicht allzu negativ auswirkte: Platz elf stand am Ende zu Buche.

Abstieg 2019

2018/2019 verabschiedete sich der VfR Aalen auf Platz 20 dann aber aus der 3. Liga – und damit auch aus dem Profifußball. Nach fünf Jahren in der Regionalliga Südwest und einem weiteren Insolvenzantrag 2022 ging es 2024 runter in die Oberliga Baden-Württemberg, die man nun – zwei Jahre später – wieder hinter sich lässt.

Das Ziel lautet, sich wieder in der Regionalliga Südwest zu etablieren. Dabei helfen soll auch ein prominenter Neuzugang: Mittelfeldspieler Gianluca Gaudino kommt ablösefrei von Drittligist Alemannia Aachen. Der Sohn von Stuttgart-Idol Maurizio Gaudino war zuletzt zwei Jahre für die Aachener am Ball, hatte in der abgelaufenen Saison aber mit einigen Verletzungsproblemen zu kämpfen.

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