Vertikalpass
·14 Januari 2026
Was ist mit Führich und Karazor los?

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·14 Januari 2026

Dass man von Deniz Undav einmal von einem Chancentod sprechen könnte, hätte ich auch nicht gedacht: Drei Mal lief er alleine auf Frankfurts Keeper Kaua Santos zu, drei Mal ließ er die Entscheidung liegen. Nur logisch, dass der Vokal-Weltrekordler Ayoube Amaimouni-Echghouyab zum Ausgleich traf. Zum Held des Spiels wurde schließlich Nikolas Nartey mit dem 3:2. Ein Siegtreffer, den ihm alle gegönnt haben, wahrscheinlich sogar die Frankfurter.
Es war ein mitreißendes Spiel, das unnötig spannend wurde.
Der VfB ab der 20. Minute mit Spielkontrolle, ab dem 1:1 mit Druck und Selbstvertrauen – sowohl in Zweikämpfen, zweiten Bällen, in 1:1-Situationen als auch in teils schwindelerregenden Kombinationen. Die Eintracht wirkte zeitweise völlig überfordert, stand dem Angriffswirbel geradezu hilflos gegenüber.
Wie kam es zu dieser Überlegenheit?
Es waren die Spieler, die zuletzt immer gerne kritisiert wurden: Chris Führich war eigentlich in jeder Aktion gefährlich, spielte seinem Gegenspieler Rasmus Kristensen in direkten Duellen regelrecht Knoten in die Beine. Auch das Zusammenspiel mit dem erneut starken Maxi Mittelstädt erinnerte manchmal an das fast schon blinde Verständnis aus der Vizemeister-Saison.
Bester Mann auf dem Platz war ohne Frage Atakan Karazor. Raumkontrolleur im zentralen Mittelfeld, an ihm zerschellten viele Angriffe der Frankfurter. Dazu mit vielen tiefen Läufen in die Spitze und nebenher klaute er mit seinen langen Haxen den Gegenspielern die Bälle.
Auch Ermedin Demirovic war stets einer, der in „The Länd of Fußballexperten“ leidenschaftlich kritisiert wurde. Sein Treffer war der Wendepunkt einer engen Partie, nachdem Frankfurts Santos ihm den Ball vor die Füße prallen ließ.
Bei Josha Vagnoman ist das Grummeln stets groß, wenn er in der Startaufstellung steht und wird noch lauter, wenn ihm mal ein Ball verspringt. Beim 0:1 war er zu weit weg von Kristensen, bereitete aber die Treffer zum 2:1 und 3:2 exzellent vor.

Eine von „100 Chancen“, die Deniz Undav gegen Frankfurt vergab.
Führich, Karazor, Demirovic und Vagnoman: An ihnen arbeiteten sich viele in dieser Saison ab. Wie wertvoll sie sein können, haben wir gegen die SGE gesehen.
Dass Nartey einmal wertvoll für den VfB werden würde, wer hätte das gedacht? Bitte nur ehrliche Antworten. Ich muss zugeben, ich war enttäuscht, als ich ihn nicht in der Startelf sah. Als er in der 60. Minute endlich hereinkam, erhoffte ich mir von ihm entscheidende Akzente. Und das, nachdem er jahrelang verletzt war, er sich schon mit seinem Karriereende beschäftigen musste. Jetzt übernimmt er wie selbstverständlich die Rolle von Bilal El Khannouss und schießt das entscheidende Tor.

Schon ziemlich kitschig, oder? Nartey mit dem entscheidenden 3:2!
Wenn wir schon bei Personalien sind, dann noch kurz zu Alex Nübel: Mit zwei extrem wichtigen Paraden gegen Arnaud Kalimuendo am Spielende rettete er die drei Punkte. Und er guckte einen Schuss von Ansgar Knauff ans Lattenkreuz und einen Schlenzer von Kristensen neben das Tor.
Wie letztes Jahr startet der VfB hervorragend. In der zurückliegenden Saison waren es sogar vier Siege in Folge, bevor man einbrach. Jetzt kommt es darauf an, aus der negativen Phase 2025 zu lernen. Alle Beteiligten beteuern, dass ihnen so ein Downfall nicht noch einmal passieren würde. Eine echte Prüfung wartet am Sonntag: Union Berlin gehört sicher zu den unangenehmsten Gegnern in der Bundesliga.
Zum Weiterlesen: Unser vertikalGIF beklagt, dass der VfB die Frankfurter teilweise hergespielt hat und trotzdem beinahe mit nur einem (oder keinem!) Punkt dastand.
Rund um den Brustring sah ein Spiel, das das genaue Gegenteil der Partie gegen Leverkusen war.
Ich konnte nicht alle aufzählen: Sebastian Hoeneß und ZVW würdigen den “bärenstarken Auftritt“ von Ramon Hendriks.
Bilder: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images









































