WM 2026: Tag 27 im Blog – Viel Schiri-Kritik, aber ER hat alles im Griff – News und Analysen zur Weltmeisterschaft | OneFootball

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·7 Juli 2026

WM 2026: Tag 27 im Blog – Viel Schiri-Kritik, aber ER hat alles im Griff – News und Analysen zur Weltmeisterschaft

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WM 2026, Tag 27: Argentiniens Zittersieg, ein Schiedsrichter beeindruckt die Welt und Jürgen Klopp ist in einer weirden Lage.

Die WM 2026 in Nordamerika geht in die finale Phase. In den kommenden Tagen und Wochen spielen die verbliebenen Nationen den neuen Weltmeister und damit den Nachfolger von Argentinien aus. Mit dabei waren zu Beginn 17 Spieler des FC Bayern München.


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Argentinien zittert, gewinnt aber eine wilde Partie gegen Ägypten spät. Kolumbien und die Schweiz liefern sich ein Spiel ohne Highlights, aber dafür mit einem starken Schiedsrichter. Und Jürgen Klopp befindet sich bei MagentaTV in einer komischen Situation.

Miasanrot begleitet die WM 2026 deshalb nicht nur mit vielen Features und Analysen, sondern auch im WM-Blog, der euch täglich einen Überblick verschaffen soll. Das Format schaut vor allem auf den vergangenen Tag und blickt zudem auf die wichtigsten Ereignisse des bevorstehenden Tages.

Ziel ist es, dass der Artikel am Vormittag erscheint. Da wir dieses Projekt nur nebenberuflich stemmen können, ist unklar, ob das immer gelingt. Um dieses und ähnliche Formate in Zukunft dauerhaft ermöglichen zu können, kannst du in Erwägung ziehen, Miasanrot finanziell zu unterstützen.

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WM 2026: Was ist passiert?

Argentinien 3:2 Ägypten

  1. 0:1 Yasser Ibrahim (15.)
  2. 0:2 Mostafa Ziko (67.)
  3. 1:2 Cristian Romero (79.)
  4. 2:2 Lionel Messi (83.)
  5. 3:2 Enzo Fernández (90.+3)

Das Spiel in aller Kürze: Ein komplett wahnsinniges Spiel, das eigentlich sehr lange danach aussieht, dass Argentinien zwar unglücklich in Rückstand gerät, diesen aber aus der immensen eigenen Kontrolle sehr bald umdrehen wird. Und eigentlich ist ja auch alles auf dem Weg dorthin. Dass Messi einen Elfmeter verschießt und Torwart Shoubeir plötzlich zu Mostafa von Riva aus Kaergypt Morhen wird – oder einfacher: zum Hexer –, hat halt niemand auf dem Schirm. Ebenso wenig wie den kompletten Kopfverlust der Argentinier im zweiten Durchgang.

Plötzlich verlieren sie die Geduld und rennen in einige fatale Konter. Sehr bald steht es 0:2. Wie alle wissen: Das gefährlichste Ergebnis im Fußball. Argentinien findet seinen Kopf wieder, trifft zum 1:2 und zum 2:2. Hexer Shoubeir wird plötzlich zu Rittersporn. Verlängerung. Denkt man. Aber es wird nochmal wahnsinnig. Erst rennen die Argentinier in einen extrem sinnlosen Konter, dann Ägypten in einen zum 2:3. Keine Verlängerung. Versteht niemand, ist aber so. VAR- und Schiedsrichterärger inklusive. Football bloody hell.

Miasanrot-Note: 1

Schweiz 4:3 n. E. Kolumbien

Das Spiel in aller Kürze: Beide haben sehr gute Ansätze, um in den gegnerischen Strafraum zu kommen, aber dann ist es in beiden Angriffsdritteln wie im Bermudadreieck: Die Offensivpower verschwindet einfach. Hohe Intensität, Tempo, harte Zweikämpfe, Szenen im Angriffsdrittel – alles da. Nur Tore und Torchancen nicht und das macht den Kick lange langweiliger, als er sein muss.

Ein frühes Tor hätte hier womöglich auch ein 4:3 für irgendein Team ermöglicht. So aber geht es ohne Tore in die Verlängerung und schließlich ins Elfmeterschießen. Die Angst ist real, dass das wie das Spiel läuft. 0:0 nach zehn Schützen. Dann Erleichterung. Die ersten Schützen treffen. Gerade Kolumbien schießt aber sehr schwache Elfer und scheidet somit mehr oder weniger verdient aus.

Miasanrot-Note: 4

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WM 2026 in der Analyse: Dinge, die auffielen

Kontrollverlust macht Lust

Beide Trainerteams dürften nach dem 2:3 zwischen Ägypten und Argentinien in der Nachanalyse viele graue Haare bekommen. Was war das für eine zweite Halbzeit? Was war das für ein unfassbar wildes Spiel? Eigentlich hatte Argentinien alles im Griff. Aber wirklich alles. Sie hatten Ballbesitz, sie standen defensiv sicher und sie hatten regelmäßig Chancen. Es stand zudem nur 1:0 für Ägypten. Bei noch ausreichend Spielzeit.

Irgendjemand muss ihnen aber erzählt haben, dass nur noch fünf Minuten auf der Uhr sind. Plötzlich stellten sie die Regler auf volle Offensive. Erst kontert Ägypten mit einem unfassbaren Dribbling von Hassan durch die gesamte argentinische Bevölkerung hindurch – doch der daraus resultierende Treffer wird durch den VAR einkassiert. Wenig später denken sich die Argentinier: Ja, ist geil. Machen wir nochmal, aber noch offener. Nach einer eigenen Ecke kontert Ägypten zum 2:0.

Immerhin findet der Weltmeister von 2022 seinen Kopf wieder und versucht es anschließend wieder mit Kontrolle – und belohnt sich. Beim Stand von 2:2 sind plötzlich aber beide Teams delulu. Erst rennt Argentinien in einen Überzahlkonter des Gegners, aber Marmoush verbaselt die Situation. Wenig später rennt Ägypten in einen Konter der Argentinier, weil sie alles nach vorn werfen.

Hat denen niemand gesagt, dass Messi seinen Elfmeter in der ersten Halbzeit nicht verwandelt hat und es 2:2 steht? Unabhängig davon, ob sich der VAR einschalten und das Tor wegen Ziehen einkassieren und sogar Elfmeter für Ägypten geben muss: Derart offensiv gegen den klaren Favoriten nach vorn zu stürmen, ist bemerkenswert naiv.

Aus analytischer Sicht war diese Schlussphase in vielen Aspekten ein Fehlerfestival. Aber es war so unglaublich unterhaltsam. Kontrollverluste machen eben Lust. Was wäre dieses Spiel ohne Naivität und Fehler? Lieber so ein wildes Ding als auch nur eine weitere Minute Paraguay.

Jürgen Klopp, der DFB und eine vollkommen weirde Situation

Bei MagentaTV kam es vor dem Spiel zwischen der Schweiz und Kolumbien zu einer vollkommen weirden Situation. Thomas Müller war zurück und gab gemeinsam mit Jürgen Klopp den Experten. Einige Minuten fand aber nur ein Gespräch zwischen Johannes B. Kerner und eben Müller statt – über den DFB und seine Zukunft.

Müller erzählte ein bisschen was von Strukturen, die man angehen müsse, dass er in der Mannschaft einige Probleme sehe und es jetzt mehr brauche als nur die Begeisterung zum Start. Zwischendrin klopfte der ehemalige Bayern-Star Klopp mal auf die Schulter und lachte. Der wiederum hörte sich das alles zunächst noch brav an, aber dann platzte es aus ihm heraus: Es sei ja „Quatsch“, wenn er hier stehe und jetzt nichts dazu sagen würde, während quasi an ihm vorbei geredet werde.

Eine unangenehme Situation. Für ihn, aber auch beim Zuschauen. Sicherlich eine Situation, die er sich irgendwo auch ausgesucht hat. Vor der WM war klar, dass ein frühes Scheitern auch Auswirkungen auf Julian Nagelsmann haben könnte. Zu groß waren die Erwartungen. Und es ist auch schon etwas länger klar, dass Klopp der feuchte Traum vieler DFB-Fans ist.

Ihn zu bemitleiden wäre also auch falsch. Und doch ist es eine bemerkenswert komische Situation, den vermutlich zukünftigen Bundestrainer bei dieser WM als Experten darüber sprechen zu hören, wie es beim DFB weitergehen könnte. Zumal beide Seiten extrem offensiv kommunizieren. Der Verband hat sich derart festgelegt, dass jegliches Scheitern der Verhandlungen eine Niederlage wäre, nach der man sich eigentlich auch auflösen kann – Achtung, Überspitzung.

Und Klopp? Der hat nicht ganz so viel zu verlieren, aber ebenfalls deutlich gemacht, dass es ihn sehr reizt. Fast gleichzeitig passiert aber etwas, was beim DFB wohl so erwartbar war wie das berühmte Amen in der Kirche: Nämlich nichts. Rudi Völler darf weiterhin das tun, was auch immer er so tut. Ab und an mal mit den Medien über früher™ sprechen und nett lächeln gehört wohl dazu.

Veränderungen aufgeschoben. Trainerwechsel reicht. Ob das Klopp reicht? Es wäre zumindest eine bemerkenswerte Pointe, sollte sich in den kommenden Tagen und Wochen der Wind nochmal drehen. Unangenehm ist wahrscheinlich das Wort, nach dem ich suche.

Podcast: Transferplanungen des FC Bayern und DFB-Zukunft mit Klopp

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Einer der besten Schiedsrichter kommt aus El Salvador

Diese WM wird, was Schiedsrichterleistungen angeht, sehr heiß diskutiert – um es diplomatisch zu formulieren. Keine echte Linie, seltsame Interpretationen des Regelwerks, die nicht transparent kommuniziert werden und VAR-Eingriffe, die mitunter zum Verzweifeln sind. Es gibt aber auch ein paar wenige Highlights.

Eines von ihnen ist Iván Barton. Der 35-Jährige kommt aus El Salvador. Allein das würde ihn für die ganz großen Aufgaben disqualifizieren, wenn es nach den eurozentrischen Diskussionsführern auf unserem Kontinent ginge. Nach den beiden K.-o.-Spielen von Paraguay gab es jeweils nicht nur inhaltlich faire Kritik, sondern auch große Vorurteile aufgrund der Herkunft. Jalal Jayed (Marokko) und Ilgiz Tantashev (Usbekistan) wurden auf ihre Fußballverbände reduziert. Jemand wie Tantashev, so häufig der Tenor, hätte ein so bedeutendes Spiel nicht pfeifen dürfen.

Mit seiner Leistung gab er zumindest keinen Anlass für große Gegenargumente. Doch statt sich inhaltlich zu ihm zu äußern und vergangene Leistungen mit einzubeziehen, wurde mancherorts die Herkunft in den Mittelpunkt gerückt und dass er deshalb keine Erfahrungen auf höherem Niveau sammeln könne. Was wiederum Asienmeisterschaften und die Klub-WM herabwürdigt.

Das beste Argument gegen die These, dass Schiedsrichter aus kleinen Fußballnationen solche Spiele nicht pfeifen sollten, liefert aber Barton. Seit 2018 ist er FIFA-Schiedsrichter, leitete seitdem unter anderem Partien bei Olympia 2020 und bei der WM 2022. Seine Leistungen bei dieser WM sind überwiegend stark. Barton hat eine lange Leine und kommuniziert mit viel Lockerheit auf Augenhöhe mit den Spielern, sodass ihm selbst hitzige Situationen nicht entgleiten.

Zwei Elfmeter hätte er in diesem Achtelfinale pfeifen können. Einen für die Schweiz, einen für Kolumbien. Zwei nahezu identische Situationen. Beide Male entschied er, nicht auf den Punkt zu zeigen und wurde vom VAR dabei unterstützt. Es passte zu seiner Linie. Konsequenz, die man bei diesem Turnier nur selten sieht. Seine Verwarnungen nutzte er zudem clever. Nicht direkt beim ersten Vergehen, nicht, wenn das Spiel ruhig war.

Stattdessen gab er beispielsweise Sánchez für ein sehr softes Vergehen die Gelbe Karte. Aber in einer Phase, in der ihm das Spiel zu entgleiten drohte. Danach beruhigte sich das Geschehen etwas. Auch weil Barton die Kontrolle behielt. Kein Schiedsrichter liegt immer richtig. Aber mit Barton steht der Schiedsrichter zumindest nicht im Mittelpunkt – und das ist bei diesem Turnier sehr viel wert. Der Mann hat noch das eine oder andere Spiel bei dieser WM verdient. Zumal dieses Achtelfinale alles andere als einfach zu leiten war.

WM 2026: Die wichtigsten News im Überblick

  • Miroslav Klose hat von einem Telefonat mit Lionel Messi berichtet. „Das war schon sehr bewegend“, sagte er laut dem 1. FC Nürnberg: „Messi und ich sind uns natürlich immer mal wieder auf dem Platz begegnet, das war immer schön und respektvoll. Das Telefonat jetzt war aber das erste Mal, dass wir abseits davon etwas länger miteinander gesprochen haben. Er hat gesagt, er schickt mir ein unterschriebenes Trikot.“
  • Jener Messi hat mit seinem Elfmeter zudem einen Negativrekord aufgestellt: Erstmals hat ein Spieler bei einer WM zwei Strafstöße (Elfmeterschießen ausgeklammert) verschossen. Es war insgesamt sogar der vierte verschossene Elfer für ihn bei Weltmeisterschaften. Von acht Versuchen.
  • Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan hat schwere Vorwürfe nach dem Aus seiner Mannschaft erhoben: „Wir waren besser als der Weltmeister, aber das Ergebnis ist durch interne und externe Faktoren beeinflusst worden“, sagte der 59-Jährige: „Die Argentinier haben Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt.“ Zur Szene vor dem entscheidenden 3:2 der Südamerikaner sagte er: „Ein Elfmeter für uns ist nicht einmal vom VAR gecheckt worden.“ Sein Team hätte den Sieg verdient gehabt, so Hassan: „Das Leben ist unfair, die Welt ist unfair, aber warum gibt es keine Fairness im Fußball, im Sport? Wir sind ungerecht behandelt worden.“ Und dann setzte er laut BEINSports sogar noch einen drauf: „Das war ein manipuliertes Spiel und die ganze Welt hat es gesehen.“
  • Mehrere europäische Protagonisten kritisieren das Verhalten der FIFA rund um Folarin Balogun deutlich. Spaniens Liga-Chef Javier Tebas sagte: „Der Weltfußball verdient Institutionen, die rechenschaftspflichtig sind, die Regeln respektieren und transparent regieren – nicht durch einseitige, willkürliche Entscheidungen, die das Vertrauen von Fans, Vereinen, Ligen und Spielern zerstören.“ Bernd Neuendorf hielt sich etwas mehr zurück und sagte auf Anfrage des SID: „Ich bin mir mit der UEFA einig, dass dieser Vorgang nicht zu den Akten gelegt werden darf, zunächst aber unter den europäischen Fußballverbänden weiter besprochen werden muss.“
  • Belgiens Onana hat sich das Kreuzband gerissen.
  • Die FIFA prüft die Rückkehr von russischen Teams – übrigens: Das IOC (Olympisches Komitee) hat die Sanktionen gegen Russland bereits aufgehoben. Ein Sommer, in dem die Masken endgültig fallen?

Spieler des FC Bayern in der Einzelkritik

Luis Díaz

Es gibt kein Spiel, in dem Díaz keine Aktionen hat. Aber es gibt Spiele wie dieses, in dem er sich schwer tut, zu entscheidenden Szenen zu kommen. Seine Abschlüsse werden geblockt oder sind zu ungefährlich, seine Tiefenpässe sind etwas zu unpräzise. Und dennoch arbeitet er ungemein viel, gibt nicht auf und legt in jeder Szene alles rein. Seinen Elfmeter verwandelt er, wenn auch mit einem Anlauf, der einen Fehlschuss verdient hat. Miasanrot-Note: 4

Wie geht es heute weiter bei der WM?

Heute legen wir ENDLICH mal die Füße hoch. Es wird morgen auch keinen WM-Blog geben. Füße hochlegen, Eistonne und ein bisschen Tour de France. Bis übermorgen!

Alle Hintergründe zur WM 2026 findet ihr in Form von Taktikanalysen zum DFB-Team, den Spielern des FC Bayern München und zur Weltmeisterschaft generell auf unserer großen Übersichtsseite: WM 2026: Taktiken, Analysen und die Bayern-Achse im DFB-Team und im Turnier

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