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·27 Juni 2026
Xhaka zu Chelsea: Wie Alonso seinen Strukturierer zurückholt

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·27 Juni 2026

Bis zu 40 Millionen Euro Ablöse: Xhaka soll laut Sky von Sunderland zu Chelsea wechseln, wo ihn Trainer Xabi Alonso zurückholt.
Es gibt Karrieren, die laufen geradlinig, und es gibt Karrieren wie die von Granit Xhaka, die ihre Logik erst rückwirkend offenbaren. Im Sommer 2024 verließ der Schweizer Bayer Leverkusen, wo er an der Seite von Xabi Alonso das Double gefeiert hatte, und wechselte zu einem Premier-League-Aufsteiger. Sunderland war keine naheliegende Adresse für einen, der gerade deutscher Meister geworden war. Zwei Jahre später erzählt diese Entscheidung eine andere Geschichte: Xhaka steht laut Sky vor einem Wechsel zum FC Chelsea, die Ablöse soll bei bis zu 40 Millionen Euro liegen.
Die Bewegung in diesem Transfer ist bemerkenswert. Xhaka hat nach Sky-Informationen eine mündliche Einigung mit Chelsea erzielt, der Klub soll bereits mit Sunderland Kontakt aufgenommen haben. Sein Vertrag im Nordosten Englands läuft eigentlich noch bis 2028, was Sunderland in eine komfortable Verhandlungsposition bringt. Für einen 33-Jährigen ist eine kolportierte Summe in dieser Höhe ein Ausrufezeichen, vor allem nach nur einer Saison im neuen Trikot. Es ist die Art von Ablöse, die man für Spieler zahlt, von denen man weiß, was sie können – und wozu sie eine Kabine bewegen.
Der Auslöser ist erkennbar personell. Englische Medien hatten zuvor berichtet, dass der neue Chelsea-Coach Xabi Alonso seinen einstigen Bayer-Führungsspieler unbedingt verpflichten möchte. Diese Konstellation ist bei Trainern, die einen Klub neu aufbauen sollen, oft entscheidend: Sie holen sich Spieler, die ihre Idee bereits einmal gelebt haben, die Sprachprobleme in der Kabine überbrücken, die in den ersten Wochen das Tempo der Umstellung vorgeben. Xhaka war in Leverkusen genau das. Er war der verlängerte Arm des Trainers auf dem Platz, derjenige, der Alonsos Spielanlage in Sechzehntelschritte übersetzte.
Dass dieser Transfer überhaupt möglich wird, hat mit dem zu tun, was Xhaka in Sunderland geleistet hat. Der AFC Sunderland, frisch in der Premier League, hat sich überraschend für die Europa League qualifiziert. Daran hatte Xhaka als Kapitän entscheidenden Anteil. Es ist eine Karriereetappe, die er nicht gebraucht hätte – und die ihn nun in eine Position bringt, in der ein Topklub bereit ist, 40 Millionen Euro für einen Spieler jenseits der 33 zu bezahlen. Sunderland war kein Umweg, sondern eine Plattform.
Parallel läuft die Personalie auf einer zweiten Bühne. Xhaka ist mit der Schweiz bei der WM in Nordamerika im Einsatz, das Team hat als Sieger der Gruppe B das Sechzehntelfinale erreicht, der Gegner am kommenden Freitag steht noch nicht fest. Reibungslos verlief die Gruppenphase nicht: Einige kritische Aussagen Xhakas hatten bei den Eidgenossen erhebliche Unruhe ausgelöst. Auch das gehört zum Bild eines Spielers, der selten leise ist und genau deshalb für Trainer wie Alonso interessant bleibt.
Bleibt die Frage, was dieser Transfer über den Markt sagt. Chelsea, ein Klub, dessen Kaderpolitik in den vergangenen Jahren auf jugendliche Langzeitverträge ausgelegt war, holt nun offenbar einen Routinier für viel Geld. Das ist ein Bruch mit der bisherigen Linie, aber einer, der zur Handschrift eines neuen Trainers passt, der weiß, dass Strukturarbeit nicht ohne Strukturierer geht. Xhaka wäre dieser Strukturierer. Und Sunderland hätte binnen zwölf Monaten einen Spieler weiterverkauft, den es vor einem Jahr selbst überraschend gewonnen hatte.
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