MillernTon
·23 April 2026
Zu Gast in Heidenheim: The story so far

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·23 April 2026

Für den FC St. Pauli steht das (bisher) wichtigste Spiel der Saison an. Am Samstag geht es nach Heidenheim an der Brenz. Wir schauen auf die bisherigen Auftritte dort.Titelfoto: Adam Pretty / Getty Images via OneFootball
Einmal vorab die Kurzform: Statt eines regelmäßigen „Auf und Ab“ gab es bisher für den FCSP beim FCH verlässlich ein „Erst lange Ab und dann nur noch Auf!“. Sollte sich diese Serie so fortsetzen, gäbe es auf der Rückfahrt zufriedene Gesichter und neue, große Hoffnung für den Klassenerhalt.Die zehn bisherigen Spiele im Einzelnen:
Im April 2015 ging es für den FC St. Pauli erstmals in der Vereinsgeschichte nach Heidenheim. Der Verein aus einer Stadt mit 50.000 Einwohnenden im Regierungsbezirk Stuttgart war offiziell erst 2007 gegründet worden, obwohl ja die 1846 im Vereinswappen prangt (mehr zu Vereinen und Gründungsjahren im Artikel von Raphael). 2008 ging es aus der Oberliga in die Regionalliga, nur ein Jahr später kam man bereits in der 3. Liga an. Hier scheiterte man dann ein paarmal knapp am Aufstieg in die 2. Bundesliga, ehe dieser 2014 schließlich gelang. Trainer seit September 2007 war (und ist 2026 immer noch) ein gewisser Frank Schmidt.
Der FC St. Pauli reiste auf Rang 16 liegend nach Baden-Württemberg, punkgleich mit Rang 17 und nur einen Punkt vor dem Tabellenletzten. Der 1. FC Heidenheim hingegen stand mit sieben Punkten mehr auf Rang 11 und als Aufsteiger im gesicherten Mittelfeld. Trainer Ewald Lienen musste den gelb-gesperrten Dennis Daube ersetzen, auch Kyong-Rok Choi fiel verletzt aus. Nach überschauberer erster Halbzeit übernahmen die Gastgeber mit einsetzendem Regen auf der Ostalb das Kommando, Schnatterer flankte nach einer Stunde auf Niederlechner, dessen Volleyvorlage Leipertz zur Führung verwandelte. Der eingewechselte Armando Cooper verschuldete noch einen Foulelfmeter, den Schnatterer gegen Robin Himmelmann verwandelte – der Anschlusstreffer von Christopher Nöthe in der Nachspielzeit kam zu spät.
Vier Spieltage vor Schluss stand der FC St. Pauli mit nur 28 Punkten auf einem direkten Abstiegsrang. In den Folgewochen sollten ein 1:0-Sieg gegen RaBa Leipzig(!), ein 2:0 beim 1. FC Kaiserslautern(!!) und ein 5:1 gegen den VfL Bochum(!!!) eigentlich den Klassenerhalt sichern – doch so ganz sicher war dieser erst, als nach der Niederlage bei Aufsteiger Darmstadt dann auch auf allen anderen Plätzen abgepfiffen war.
Die Folgesaison bot gänzlich andere Voraussetzungen.Der FCH stand nach 24 Spielen mit 32 Punkten zwar erneut im gesicherten und diesmal gehobenen Mittelfeld, der FC St. Pauli aber klopfte mit 42 Punkten und auf Rang 4 liegend mal dezent im Aufstiegskampf an. Ein später Siegtreffer von John Verhoek gegen Eintracht Braunschweig am Donnerstagabend hatte die Euphorie am Millerntor weiter angeheizt.
Doch der Sonntag sollte die Vorentscheidung bringen, der FCSP ließ Freiburg, Leipzig und Nürnberg enteilen und beendete die Saison schließlich mit zwölf Punkten Rückstand auf das Trio, immerhin trotzdem noch auf Rang 4.Grund dafür war sicher die Niederlage an diesem März-Sonntag. Erneut spielten die Namen Leipertz und Schnatterer eine Rolle, denn diese beiden bereiteten die Tore von Thomalla (71.) und Finne (81.) vor. Besonders bitter verlief der Tag auch für John Verhoek, der bereits seinen Wechsel nach Heidenheim nach der Saison verkündet hatte. Nachdem er zur Pause eingewechselt worden war, musste er eine knappe Viertelstunde später schon wieder verletzt ausgewechselt werden.
War die Situation zwei Saisons vorher schon ernst, so konnte man sie jetzt als dramatisch bezeichnen. Der FCSP taumelte mit sechs Punkten aus 13 Spielen dem Abstieg entgegen, ein Eigentor von Daniel Buballa hatte in der Vorwoche eine 0:1-Niederlage gegen Düsseldorf besiegelt. Schon vor der Reise an die Ostalb betrug der Rückstand auf den Relegationsplatz als Tabellenletzter fünf Punkte. Die Gastgeber hingegen lagen auf Rang 4. Nachdem am Freitagabend Hannover 96 nur Unentschieden gespielt hatte, war sogar ein Sprung auf den Relegationsplatz möglich – doch dafür hätte man einen Sieg mit vier Toren Differenz benötigt.
Entscheidend sollten an diesem Tag die Namen Schnatterer (schon wieder!) und Verhoek werden. Zunächst spielten die beiden einen Doppelpass und Schnatterer erzielte die Führung (17.), zehn Minuten vor Schluss wurde ein Halten von Sören Gonther am ehemaligen St. Paulianer Verhoek mit einem Elfmeterpfiff bestraft, den erneut Schnatterer verwandelte. 2:0 für Heidenheim, der FCSP weiterhin abgeschlagenes Tabellenschlusslicht. Im November 2016 sollte Olaf Janßen in den Trainerstab wechseln und mit Ewald Lienen dann noch eine furiose Aufholjagd starten, die St. Pauli am Saisonende noch auf Rang 7 spülte – sogar nur einen Punkt hinter Heidenheim.

Marc Schnatterer und Frank Schmidt – viele Jahre gemeinsam die Gesichter des 1. FC Heidenheim. Hier bei einem Spiel 2014 in Rostock.
// (c) Matthias Kern / Bongarts / Getty Images via OneFootball
Eine 0:1-Niederlage in der Vorwoche gegen Abstiegskandidat Darmstadt 98 hatte die letzten, zarten Aufstiegshoffnungen beerdigt, der FC St. Pauli richtete sich gefühlt zum ersten und einzigen Mal in der Vereinsgeschichte auf ein langweiliges Saisonende im Mittelfeld der Tabelle ein. Als Tabellenzehnter ging es zum Elften nach Heidenheim, der mit einem Sieg vorbeiziehen konnte – und dies natürlich auch tat. Neuzugang Dimitrios Diamantakos war an der Entstehung des frühen Führungstreffers von Aziz Bouhaddouz (8.) beteiligt, kurze Zeit später hätte Christopher Avevor auf 0:2 erhöhen können, scheiterte aber per Kopf. Und erneut kurze Zeit später führte dann plötzlich Heidenheim, Tore in den Minuten 15 und 16 drehten das Spiel.
Immerhin: John Verhoek waren an beiden Toren nicht beteiligt. Dies änderte sich aber kurz nach Wiederbeginn, als (mal wieder) Schnatterer ihm den Ball nach einem Konter mustergültig servierte, und „Big John“ volley zum 3:1-Endstand verwandelte.
Speaking of „Saisons im Mittelfeld beenden“: Nachdem man unter Trainer Markus Kauczinski zum Ende der Hinrunde noch punktgleich mit dem 1. FC Köln war, der den Relegationsrang 3 belegte, ging es in der Rückrunde stetig bergab. Der HSV war in der 2. Liga angekommen und eine 0:4-Derbyniederlage im März riss (nicht nur sportlich) tiefe Wunden.Als man am 30. Spieltag nach Heidenheim reiste, hatte man aus den letzten fünf Spielen nur zwei Punkte geholt und war eher aufgrund der Unfähigkeit der anderen Teams noch irgendwie im Aufstiegsrennen dabei. Auch Heidenheim mischte mit drei Punkten Rückstand auf den Relegationsrang noch mit. Es war aber absehbar: Nur der Sieger an diesem Ostersonntag würde weiter vom Aufstieg träumen dürfen.
Relativ schnell wurde klar, dass dies nicht der FC St. Pauli sein würde. Unser alter Weggefährte Marc Schnatterer traf in der 18. Minute passenderweise aus 18 Metern zur Führung, Nikola Dovedan erhöhte per Doppelschlag in den Minuten 26 und 28 auf 3:0. Vorlagengeber der ersten zwei Tore übrigens ein gewisser Robert Glatzel.7:2 Ecken und 20:5 Torschüsse sprechen ein deutliches Bild darüber, dass dieser Sieg absolut verdient war. St. Pauli fand nie ins Spiel und in der 73. Minute durfte Finn Ole Becker dann auch noch dank Ampelkarte frühzeitig duschen gehen. Heidenheim beendete die Saison einen Platz hinter dem HSV auf Rang fünf, der FCSP ließ sich noch auf einen enttäuschenden neunten Rang durchreichen.
Die Corona-Saison, zu einem Zeitpunkt, als noch niemand wusste, dass Corona nicht nur eine Biermarke ist. Mal wieder reiste der FCSP nach einer 0:1-Heimniederlage gegen Darmstadt an die Ostalb, zum sechsten Mal in Folge sollte es eine Niederlage geben. Beide Teams standen nach zehn Spieltagen punktgleich mit 13 Punkten im Mittelfeld der Tabelle, im Falle einer Niederlage musste man sich langsam mit dem Blick nach hinten beschäftigen. Da half es nicht, dass Jos Luhukay auf James Lawrence und Sebastian Ohlsson verzichten musste.Trotzdem war es ein deutlich besserer Auftritt als sonst für den FCSP beim FCH, am Ende hatte man sogar mehr Torschüsse und mehr Ballbesitz. Allerdings hatte Heidenheim mit 7:2 die Oberhand bei den Ecken – und eine solche (getreten von Schnatterer, klar) brachte nach einer Stunde den einzigen Treffer des Tages. Flach(!) ausgeführt verwandelte Theuerkauf vom Elfmeterpunkt.Für den FCSP lief unter anderem ein gewisser Victor Gyökeres auf, der leider ebenfalls ohne Torerfolg blieb.

Spielerkreis des FC St. Pauli, im Hintergrund „Paule“ auf der Coronabedingt leeren Tribüne.
// (c) Adam Pretty / Getty Images via OneFootball
Wenn man das erste Mal in Heidenheim gewinnt, dann muss der FC St. Pauli es natürlich besonders spannend machen und so fing man sich nach dreimaliger Führung jeweils den Ausgleichstreffer, ehe Rodrigo Zalazar kurz vor Schluss endlich den Deckel drauf machte. Unter Trainer Timo Schultz ging der FC St. Pauli durch Guido Burgstaller in der dritten Minute gegen die heimstarken Heidenheimer direkt in Führung. Vor diesem Spiel im Januar 2021 war der FCH nämlich seit Oktober 2019 zu Hause ungeschlagen. Heidenheimern gefiel dies natürlich nicht, Tim Kleindienst glich nach einer Viertelstunde aus. Doch nach einem Freistoß ging der FC St. Pauli durch Daniel-Kofi Kyereh (30.) erneut in Führung, der den Ball aus 20 Metern direkt ins Tor beförderte. Ihr kennt das ja inzwischen, dass Spieler sich hinter die Mauer legen, um den Schuss unter der Mauer hindurch zu blocken… Dieses Tor war einer der Gründe dafür.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit glich Heidenheim in der 48. Minute durch Kühlwetter erneut zum 2:2 aus. Dieses Zwischenergebnis hielt lange Zeit, ein Freistoß durch Omar Marmoush ging in der 54. Minute daneben. Erst in der 72. Minute schaffte es Finn-Ole Becker, die erneute Führung für den FC St. Pauli zu erzielen, ehe Kleindienst fünf Minuten später erneut zum Ausgleich traf. Die 87. Minute brachte dann dass finale 3:4 für den FC St. Pauli durch Zalazar und damit den ersten Sieg überhaupt in Heidenheim. Wichtige Punkte für den FCSP, der nach dem Spiel auf Platz 15 und damit vom Relegationsplatz hochrutschte.
In diesem Spiel startete der FC St. Pauli schwach in die erste Hälfe. Bereits nach vier Minuten konnte Tobias Mohr Heidenheim in Führung bringen. Ohne die vielen Rettungsaktionen durch Nikola Vasilj wäre es für den FC St. Pauli auch schlechter ausgegangen. In der zweiten Hälfte änderte sich allerdings alles in ganz kurzer Zeit. Maximilian Dittgen kam für Christopher Buchtmann, in der 55. gelang Burgstaller der Ausgleich. Und kaum war angepfiffen… zack, das 1:2 durch Dittgen. Nicht einmal fünf Minuten sollten vergehen und Burgstaller traf erneut zum 1:3. Glück für den FC St. Pauli, Pech für alle, die in der Zeit Bier holen oder auf Toilette waren.
Aber etwas später durfte man sich doch noch über ein weiteres Tor für den FC St. Pauli freuen, denn in der 81. Minute traf auch Dittgen erneut. Das 2:4 durch Kleindienst änderte am Ende nichts mehr am erneuten Sieg in Heidenheim, der für etwas Punkteabstand an der Tabellenspitze sorgte. Der 1. FC Heidenheim rutschte von Platz sechs auf Platz neun. Am Ende der Saison fehlten St. Pauli drei Punkte auf den Relegationsrang, Heidenheim folgte direkt hinter dem FCSP auf Rang 6.
Diesmal mit Fabian Hürzeler an der Seitenlinie, wollte der FC St. Pauli seine aktuelle Dominanz in der Liga ausbauen. Mit diesem Sieg holte man zehn Siege in Folge und gelangte in dieser Zeit von Platz 15 auf Platz vier. Was für ein Start für den neuen Trainer. Viele Fans reisten im Sonderzug an, auch eine Choreo „FC Sankt Pauli – Du bist mein leuchtender Stern“ war bei diesem Auswärtsspiel am Osterwochenende zu sehen. Den Siegtreffer für den FC St. Pauli erzielte in der 42. Minute Marcel Hartel mit einem Schuss aus 15 Metern. Nach dem Sieg wurde auch im Gästeblock lange gefeiert. Wer mit im Sonderzug saß, dem wird außerdem Donauwörth ein Begriff sein.
Der FC St. Pauli beendete die Saison auf Platz fünf, während der 1. FC Heidenheim als Meister in die Bundesliga aufstieg. Die braun-weiße Siegesserie riss nach dem Spiel in Heidenheim, als man am Millerntor 1:2 gegen Eintracht Braunschweig verlor.
Nach einer Saison, in der man sich nicht begegnete, bestritt der FC St. Pauli nach vielen Jahren nun endlich wieder seine erste Saison in der Bundesliga. Heidenheim zeigte eine besonders starke erste Saison im Oberhaus und spielte im zweiten Jahr nun sogar in Europa mit. Eine Doppelbelastung, die Heidenheim am Ende der Saison auf den Relegationsplatz beförderte. Zu Beginn der Saison allerdings war man noch bei Kräften und „begrüßte“ den FCSP mit einem 0:2-Auswärtssieg am Millerntor in der Liga. Denn der FC St. Pauli tat sich schwer, in der 1. Bundesliga Fuß zu fassen, so waren diese Punkte in Heidenheim enorm wichtig für das Ziel Klassenerhalt.

Nikola Vasilj, David Nemeth, Hauke Wahl und Manolis Saliakas feiern nach dem Sieg vor der Gästekurve.
// (c) Leonhard Simon / Getty Images via OneFootball
Doch zum Rückspiel an der Brenz: In der 25. Minute kam es durch ein Foul an Saliakas zum Elfmeter für den FC St. Pauli. Diesen verwandelte Johannes Eggestein sicher zum 0:1. Der FC St. Pauli konnte mit einer sehr guten Defensive lange diesen Spielstand halten. In der 87. Minute aber traf Breunig für Heidenheim – doch der VAR kassierte den Treffer aufgrund einer knappen Abseitsposition wieder ein. Ein Nackenschlag, von dem der FCH sich nicht mehr erholte. In der Nachspielzeit gelang Morgan Guilavogui dann noch das 0:2. Mal wieder ein Auswärtssieg in Heidenheim, der vierte in Serie. Durchaus zufriedenstellend für die Mannschaft unter Alexander Blessin, die sich nun weiter auf Platz 14 befand, was zum Ende der Saison auch die Endplatzierung für den FC St. Pauli war. Heidenheim rettete sich in der Relegation gegen Elversberg und nun treffen wir auch in dieser Bundesliga-Saison wieder aufeinander.
Da stehen wir nun. Vor uns das Spiel, welches im Nachgang als der wichtige Wendepunkt der Saison formuliert werden kann, als wir auf wen auch immer plötzlich nur noch zwei Punkte Rückstand und ein machbares Restprogramm hatten. Oder… aber darüber reden wir besser nicht.Schade dabei auch, dass wir Trainer Frank Schmidt, der wie bei allen bisherigen Spielen wieder auf der Heidenheimer Bank sitzen wird, mit einem Auswärtssieg leider auch rechnerisch zurück in die 2. Bundesliga schicken würden. Gerne erinnern wir uns daran, wie er 2020 bei uns im „Vor dem Spiel“-Gespräch zu Gast war – und mal abgesehen vom Spiel am Samstag wünschen wir ihm immer nur das Beste!
Forza St. Pauli!// Nina & Maik
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