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·19 gennaio 2026
1. FC Köln: Vier Unterschiedsspieler, die die Wende mit eingeläutet haben

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Hendrik Broschart
19 Januar, 2026
Am Geißbockheim blickt man zufrieden auf die vergangene Englische Woche zurück. Ein engagierter Auftritt gegen den Tabellenführer FC Bayern München und ein 2:1-Sieg im Sechs-Punkte-Spiel gegen den 1. FSV Mainz 05 sorgten dafür, dass Trainer Lukas Kwasniok die nervöse Stimmung im Verein und Umfeld zumindest vorübergehend eindämmen konnte. Durchstarter, neue Schlüsselspieler und harte Arbeit, die sich auszahlt beim 1. FC Köln: Das sind vier Gewinner aus der Englischen Woche.

Tom Krauß und Ragnar Ache jubeln
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„Wenn du acht Mal in Folge nicht gewinnst – und das hat man uns in der ersten Halbzeit noch streckenweise angemerkt –, dann steigt natürlich auch der Druck in der Stadt. Wir wussten, dass es heute um sechs Punkte geht, weil Mainz die Chance gehabt hätte, sehr nah an uns ranzukommen. Und es ist sehr schön, gerade wenn man in Rückstand gerät, dass die Mannschaft in der zweiten Halbzeit eine Reaktion gezeigt hat“, kommentierte Geschäftsführer Thomas Kessler die Leistung der Domstädter im Nachklapp der Partie gegen Mainz am Samstag. Dass die Kölner inmitten der enormen Last, die eine Englische Woche ohnehin schon aufbürdet, aufatmen können, zeigt sich insbesondere anhand vierer Geißböcke, die sich in den zurückliegenden Tagen in den Vordergrund gespielt haben.
Im Duell mit dem FC Bayern durfte Tom Krauß neben Allrounder Kaminski von Beginn an ran. Dass der Effzeh die Elf von Vincent Kompany lange in Schach halten konnte, lag auch am unermüdlichen Sechser. Mit einer Zweikampfquote von 62,5 Prozent war Krauß der beste Zweikämpfer im Kölner Dress. Besonders eine Szene blieb in Erinnerung, die das Geschehen im RheinEnergieStadion schon in der zweiten Minute auf den Kopf hätte stellen können: Im Aufbauspiel eroberte Krauß den Ball gegen Konrad Laimer und leitete damit einen schnellen Konter ein. Der Steckpass landete bei Said El Mala, der an Minjae Kim vorbeikam und unter Bedrängnis aus kurzer Distanz und spitzem Winkel an einer starken Fußabwehr von Manuel Neuer scheiterte. Es fehlten nur Zentimeter zur frühen Kölner Führung.
Am Samstag stand Krauß zunächst nicht in der Startelf und wurde erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt. Nach dem Pausenrückstand der Domstädter reagierte Trainer Lukas Kwasniok und brachte den 24-Jährigen in die Partie. Zuvor hatte der Coach auf den größer gewachsenen Eric Martel gesetzt, um gegen robuste Mainzer mehr Präsenz auf der Wiese zu haben. Zur Pause verwarf er jedoch diese Idee, Krauß betrat das Feld. Und der bestätigte seine starke Form in den anschließenden 45 Minuten eindrucksvoll. Gegen seinen Ex-Club lenkte er die Geschicke im Mittelfeld, gewann zahlreiche Zweikämpfe, fing Bälle ab und brachte die Mainzer mit seiner Spielweise zunehmend zur Verzweiflung. Für seine Leistung erhielt er ein Sonderlob von Kwasniok: „Man muss sich nur seine Emotionen nach dem Spiel anschauen. Er hat hier noch nicht so viele Schlachten geschlagen, aber er war schon sehr aufgewühlt. Es war ein toller Moment für ihn und für uns als Mannschaft. Toll, dass er diese Energie hier reinbringt.“
Er scheint beim 1. FC Köln endgültig Fuß gefasst zu haben. Der Belgier, der sich bereits im Wintertrainingslager in Spanien in den Vordergrund gespielt hatte, knüpft nahtlos an seine positive Entwicklung an. Schon in Heidenheim bereitete er mit viel Effet den Treffer von Eric Martel sehenswert vor und war auch beim Tor von Said El Mala entscheidend beteiligt. Am Samstag folgte der nächste überzeugende Auftritt gegen Mainz. Castro-Montes schlug die maßgenaue Flanke zum 1:1 durch Ragnar Ache und ackerte auf der rechten Außenbahn unermüdlich.
Dabei war der Weg dorthin alles andere als einfach. Abgesehen von einem kurzen Einsatz in Wolfsburg zum Saisonauftakt blieb ihm meist nur die Rolle des Zuschauers. Zeitweise wurde er sogar ganz aus dem Kader gestrichen. Vor dem Trainingslager hatte er lediglich drei Kurzeinsätze absolviert. Zu wenig für einen Spieler, den Trainer Lukas Kwasniok im Oktober noch vollmundig als Mischung aus Neymar und Messi bezeichnet hatte. Auftritte wie der gegen Mainz lassen diese Startschwierigkeiten jedoch schnell in den Hintergrund rücken. Nach dem holprigen Beginn scheint Castro Montes nun endgültig in Köln angekommen zu sein. Das bestätigt auch Sportdirektor Thomas Kessler: „Er hat sicherlich keinen ganz so einfachen Start gehabt bei uns, er hat nicht die Einsatzzeiten gehabt, die er sich erhofft hatte. Manchmal benötigt der ein oder andere Spieler ein paar Wochen länger, um anzukommen. Man hat jetzt gesehen: Er hat einfach Qualitäten, die uns helfen können.“
Jahmai Simpson Pusey benötigte keinerlei Eingewöhnungszeit. Angesichts von zeitweise sechs Ausfällen in der Innenverteidigung war der FC gezwungen, zu improvisieren. Mit Blick auf den 20-Jährigen lässt sich jedoch festhalten, dass Trainer Lukas Kwasniok aus der Not eine Tugend gemacht hat. Simpson-Pusey gelang der bemerkenswerte Sprung von der Ersatzbank in der schottischen Premier League direkt in die Startelf der Bundesliga. Seit seiner Ankunft am Geißbockheim stand der Innenverteidiger in jeder Partie über die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Das ist umso bemerkenswerter, da der Youngster aus einer schwierigen Phase seiner noch jungen Karriere kommt. Bei seiner letzten Leihstation in Glasgow blieb ihm ein Pflichtspieleinsatz lange verwehrt, fast sieben Monate wartete er auf Spielpraxis.
In Köln hingegen fügte sich Simpson Pusey sofort ein und macht seine Sache bislang ausgesprochen souverän. Es wirkt, als sei er nicht erst seit wenigen Wochen Teil des Vereins. Das bestätigt auch Kapitän Marvin Schwäbe: „Gerade dafür, dass er in der ersten Hälfte der Saison einfach nicht richtig zum Zug kam, macht er jetzt drei Spiele, bei denen wir sagen können, dass er direkt reingepasst hat. Er ist gut in die Mannschaft reingekommen, und wir haben ihn gut aufgenommen. Das spricht alles für sich und für ihn.“ Simpson-Puseys Zweikampfstärke, seine Fähigkeiten im Spielaufbau und die Ruhe, die er trotz widriger Umstände ausstrahlt, haben dazu beigetragen, dass der FC nach der Englischen Woche eine positive Bilanz ziehen kann.
Nach der vergangenen Woche dürfte kaum ein Spieler im FC-Kader so erleichtert sein wie Ragnar Ache. Nach einer langen Durststrecke meldete sich der Stürmer gegen Mainz eindrucksvoll zurück und erzielte beim 2:1 beide Treffer der Kölner. Es waren seine Saisontore Nummer drei und vier und zugleich ein Signal, die Hoffnung in die Goalgetter-Fähigkeiten des 27-Jährigen nicht vorschnell aufzugeben. Trainer Lukas Kwasniok stellte nach der Partie klar: „Es gibt immer nur diese Momente, in denen die Jungs treffen, oder eben Kritik, wenn sie nicht treffen. Aber das, was er Woche für Woche abspult, seit er da ist, hat ihn jetzt eben dazu gebracht, doppelt in der Bundesliga zu treffen.“
Harte Arbeit, die sich auszahlt. Auch Sportdirektor Thomas Kessler betonte, dass Ache sich von den ausbleibenden Erfolgserlebnissen nicht entmutigen ließ. Stattdessen habe er diszipliniert und mit viel Geduld daran gearbeitet, dass sich seine Leistungen auch in Toren widerspiegeln. Kessler weiter: „Ich habe jetzt im Wintertrainingslager auch noch einmal das Gespräch mit ihm gesucht, weil ich es einfach bemerkenswert finde. Er kommt mit einer hohen Erwartungshaltung hierhin. In Köln geht es ja auch schnell, dass man der Königstransfer ist und er hat einfach zwei, drei Monate sehr, sehr intensiv mit unserer Athletikabteilung, dem Trainerteam und auch seinem privaten Trainer gearbeitet.“ In der vergangenen Woche hat Ache gezeigt, dass er der an ihn gestellten Erwartungshaltung gewachsen ist. Nicht nur, indem er sich, wie in der bisherigen Saison zu beobachten war, mit seinem Spiel in den Dienst der Mannschaft stellte, sondern auch, indem er selbst den Unterschied machte.
Der 1. FC Köln ist also zurück auf dem Erfolgspfad. Die erste Krise der Saison scheint sowohl sportlich als auch atmosphärisch vorerst überwunden. Kwasniok ordnete die Entwicklung seiner jungen Mannschaft jedoch mit Bedacht ein: „Man darf nicht vergessen: Die Jungs sind alle so um die 25 Jahre alt. Sie haben noch nicht so viele stressige Situationen in ihrem Leben überstehen müssen. Ich bin schon ein Tick älter. Ich durfte schon das eine oder andere Mal härtere Phasen überstehen. Schwierige Phasen prägen deinen Charakter“, analysierte Kwasniok am Samstag. Trotz der vielen positiven Signale sollte man sich in Köln jedoch nicht zu früh in Sicherheit wiegen. In der Domstadt liegen Optimismus und Pessimismus traditionell nur einen Spieltag auseinander. Bereits am Sonntag gegen den SC Freiburg wird sich zeigen, in welche Richtung das Stimmungspendel in den kommenden Wochen ausschlagen wird.









































