2:1! Undav, Karl und Sané als starke Joker, Gnabry und Vagnoman schwach – die DFB-Elf in der Einzelkritik | OneFootball

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·30 marzo 2026

2:1! Undav, Karl und Sané als starke Joker, Gnabry und Vagnoman schwach – die DFB-Elf in der Einzelkritik

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Am Montagabend bestritt die deutsche Nationalmannschaft in Stuttgart gegen Ghana das zweite Testspiel des letzten Lehrgangs vor der Kader-Nominierung für die Weltmeisterschaft im Sommer. In einem insgesamt recht einseitigen Spiel, setzte sich die deutsche Mannschaft am Ende zwar verdient mit 2:1 durch, offenbarte zwischenzeitlich aber teils eklatante Schwächen. Wie die DFB-Kicker dabei jeweils individuell performten, erfahrt ihr in unserer Einzelkritik. 

Alexander Nübel: Der Lokalmatador hatte einen undankbaren Job, da er über 90 Minuten nur einmal einen Ball aufs eigene Gehäuse bekam, der dafür in der 70. Spielminute aber direkt einschlug. An diesem Gegentor hatte Nübel allerdings keinerlei Schuld. Davon abgesehen zeigte der Stuttgarter, dass man sich beim Herauskommen und beim aktiven Mitspielen auf ihn verlassen kann, da er mit Ball am Fuß seine Sache gut machte und stets im eigenen Spielaufbau als valide Anspielstation erwies. (Note: 3)


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Joshua Kimmich: Erneut der "Aggressive Leader" gab der deutsche Kapitän die Marschrichtung vor, das Spiel seriös und mit einer guten Körperlichkeit anzugehen, indem er selbst in den Zweikämpfen zwar fair, aber kompromisslos vorging. Seine größten Stärken zeigte Kimmich in der Antizipation, indem er viele Bälle im ghanaischen Spielaufbau abfing und so gegnerische Angriff in der Entstehung unterband. Auch als tiefer Spielmacher machte der Münchner seine Sache gut und spielte mehrere geschickte Pässe in die Tiefe und schlug mehrere gefährliche Halbfeldflanken. (Note: 2)

Jonathan Tah: Insgesamt nur wenig gefordert, machte der Münchner ein sehr unaufgeregtes Spiel, in dem ihm zwar keine Fehler unterliefen, er allerdings auch nicht für die großen Momente sorgte. Ein, zweimal hatte Tah nach Standard-Varianten am langen Pfosten jeweils gute Abschlusssituationen, konnte diese aber nicht nutzen. Zur Pause wurde der 30-Jährige für Antonio Rüdiger ausgewechselt. (Note: 3)

Nico Schlotterbeck: War er gegen die Schweiz noch der wohl unglücklichste Akteur im deutschen Team gewesen, zeigte der Dortmunder an diesem Abend ein wirklich gutes Spiel, indem er sehr sicher agierte, seine Stärken im Spielaufbau zeigen konnte und in den Zweikämpfen meist eine gute Figur machte. Wenn der 26-Jährige dann aber doch mal einen Fehlpass spielte, wurde es schnell gefährlich. (Note: 2,5)

Nathaniel Brown: Mannschaftsdienlich, fleißig und sehr agil war der Frankfurter an diesem Abend eine der positivsten Erscheinungen der deutschen Mannschaft. Nicht nur war Brown in der Rückwärtsbewegung wach und gewann wichtige Zweikämpfe, auch nach vorne bewegte sich der Linksverteidiger gut und spielte überlegte Pässe. Nach einer Stunde dann durfte der 22-Jährige sich seinen verdienten Applaus abholen und für ihn kam David Raum in die Partie. (Note: 2)

Pascal Groß: Der Mann von Brighton & Hove Albion spielte sehr unaufgeregt, hatte aber einige gute Momente im Kombinationsspiel mit seinen Nebenleuten. Zudem bewegte sich der Routinier gut und spulte einige Meter ab. Dennoch fiel vor allem das mangelnde Tempo des 35-Jährigen immer wieder auf, weshalb er in den Zweikämpfen wiederholt einen Schritt zu spät kam, ohne jedoch, dass dies zu schwerwiegenden Konsequenzen geführt hätte. In der 61. Spielminute war für Pascal Groß dann Schluss und für ihn kam dann Leon Goretzka auf den Platz. (Note: 3)

Angelo Stiller: Mehr noch als gegen die Schweiz versuchte der Stuttgarter das Offensivspiel der deutschen Mannschaft durch Tiefenpässe zu lenken, doch mangelte es dem DFB-Team an der nötigen Durchschlagskraft. Es war der Abschluss Stillers kurz vor der Pause, der zum Elfmeter und damit zum 1:0 für Deutschland führte. Im Spiel gegen den Ball war der 24-Jährige leider erneut recht zögerlich und nicht immer da. Nach einer Stunde wurde Stiller dann für seinen Klub-Kollegen Josha Vagnoman ausgewechselt. (Note: 3)

Kai Havertz: In der Anfangsphase der Partie war der Arsenal-Angreifer einer der auffälligsten Männer auf den Platz und konnte durch seine Läufe hinter die Kette wiederholt für Gefahr sorgen. Mit Fortschreiten der ersten Halbzeit tauchte Havertz aber immer weiter ab. Den Strafstoß kurz vor der Pause verwandelte der 26-Jährige sicher. Zur Pause blieb er in der Kabine und für ihn bekam Lennart Karl die Chance, sich erneut zu zeigen. (Note: 2,5)

Serge Gnabry: Gegen die Schweiz noch einer der besten Deutschen, war der Münchner an diesem Abend sehr unauffällig und über die längste Zeit praktisch gar nicht zu sehen. Zwar bewegte sich Gnabry viel, doch ein richtiger Spielfluss im Angriffsspiel der deutschen Mannschaft wollte abgesehen von den ersten fünf Minuten nicht aufkommen, weshalb der 30-Jährige dem Spiel auch nicht seinen Stempel aufdrücken konnte. Zur Pause wurde Serge Gnabry dann für Deniz Undav ausgewechselt. (Note: 4)

Florian Wirtz: Nach seiner Gala gegen die Schweiz zeigte Florian Wirtz, dass er doch nur ein Mensch ist, indem er gegen Ghana "nur" eine gute Leistung zeigte. So war der Liverpooler einmal mehr der Haupt-Initiator der meisten deutschen Angriffe, leitete durch seinen Steckpass die Großchance von Nick Woltemade nach knapp drei Minuten ein und setzte nur wenig später einen tollen Freistoß an den Außenpfosten. Davon abgesehen zeigte sich Wirtz auch im Spiel gegen den Ball sehr motiviert und unterband einige Umschaltsituationen der Ghanaer. In der 61. Spielminute durfte sich der 22-Jährige dann verabschieden und für ihn kam Chris Führich in die Partie. (Note: 2)

Nick Woltemade: Es war ein sehr wechselhafter Auftritt des langen Mittelstürmers, da er einerseits immer wieder gute Ansätze zeigte, sich geschickt fallen ließ, Bälle geschickt ablegte und Situationen gut antizipierte, in letzter Konsequenz aber die Torgefahr vermissen ließ, indem er die Kugel entweder nicht aufs Tor bekam, oder am Gebälk scheiterte, oder sich das eine oder andere Mal nicht rechtzeitig vom Ball löste. So zeigte der Newcastle-Angreifer zwar, was theoretisch einerseits mit ihm möglich sein könnte, brachte aber erneut nicht die Durchschlagskraft, die es eigentlich bräuchte. (Note: 3)

Antonio Rüdiger (ab Spielminute 46): Zur Pause für Jonathan Tah gekommen, machte der Innenverteidiger von Real Madrid seine Sache zwar ordentlich, indem er mehrere wichtige Bälle gewann und insgesamt sehr abgeklärt agierte, aber dafür zuweilen etwas zögerlich agierte, wodurch er seine Gegenspieler zu Aktionen einlud. (Note: 3)

Lennart Karl (ab Spielminute 46): War Lennart Karl schon gegen die Schweiz ein sehr belebendes Element, unterstrich der erst 18-Jährige dies erneut, indem er frech ins Dribbling ging, mehrfach Gegenspieler verdutzt stehen ließ und durch Flanken oder Pässe Chancen für sein Team einleitete. Das einzige, was Karl noch ein wenig fehlte, war der Mut, auch mal selbst abzuschließen, doch ist der Münchner eindeutig einer der Gewinner dieses Lehrgangs. (Note: 2)

Deniz Undav (ab Spielminute 46): Während der ersten Halbzeit von den Fans lautstark gefordert, kam der Stuttgarter zur Pause für den unauffälligen Gnabry und zeigte tatsächlich früh, durch einige gute Bewegungen abseits des Balls, welch eine wichtige Option er fürs deutsche Angriffsspiel sein kann. Hiernach allerdings tauchte Undav für einige Minuten ab. Sein großer Moment kam dann aber trotzdem noch in der 88. Spielminute als der 29-Jährige nach einem tollen Doppelpass von Leroy Sané und Leon Goretzka richtig stand und den 2:1-Siegtreffer erzielte. (Note: 2)

David Raum (ab Spielminute 61): Offensiver als noch Nathaniel Brown versuchte der Leipziger das deutsche Angriffsspiel noch einmal zu beleben, indem er vorschob und Pässe in die Spitze spielte. Beim Gegentor verlor Raum aber die Anbindung an den letztlichen Torschützen Abdul Fatawu Issahaku, der dann freistehend einschieben konnte. (Note: 3,5)

Josha Vagnoman (ab Spielminute 61): Nach seiner Einwechslung hatten die Ghanaer über die rechte Seite Vagnomans gleich drei gute Konterchancen. Während zwei davon wieder unterbunden werden konnten, ging der Stuttgarter in der 70. Spielminute viel zu übermotiviert in den Zweikampf und ließ sich unnötig von Union-Schienenspieler und Ex-Galatasaray-Profi Derrick Köhn abkochen, der dann die Vorlage aufs zwischenzeitliche 1:1 gab. Hiernach stabilisierte sich Joscha Vagnoman etwas, die Abstimmung mit seinen Nebenleuten klappte aber nicht immer. (Note: 5)

Leon Goretzka (ab Spielminute 61): Die ersten Minuten nach seiner Einwechslung kaum zusehen, trat der 31-Jährige dann in den letzten zehn Minuten dafür umso mehr in Erscheinung und suchte den Abschluss oder ging ins Kombinationsspiel, so auch vor dem 2:1-Siegtreffer, als er den Vorlagengeber Leroy Sané gut in Szene setzte. (Note: 2,5)

Chris Führich (ab Spielminute 61): Der Stuttgarter durfte vor heimischem Publikum noch einmal ran und zeigte sich auf der linken Seite recht beweglich, für auffällige Situationen sorgte er aber nicht wirklich. Oftmals wählte Führich die sichere Variante im Passspiel, traute sich aber zu selten, mal ins Dribbling zu gehen, oder gar selbst den Abschluss zu suchen. (Note: 3)

Leroy Sané (ab Spielminute 78): War der Galatasaray-Angreifer gegen die Schweiz noch einer der schwächeren Deutschen, zeigte er in den 15 Minuten, die er an diesem Abend spielen durfte, mehr als noch in mehr als 60 Minuten gegen die Eidgenossen, indem er wiederholt nach innen zog, das Kurzpassspiel einleitete und versuchte, seine besser postierten Mitspieler einzusetzen. Den Siegtreffer durch Deniz Undav leitete der 30-Jährige durch einen Doppelpass mit Leon Goretzka selbst ein und legte dann per Kopf auf den letztlichen Torschützen ab. (Note: 2)

Foto: Sona Maleterova / Getty Images 

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