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·5 marzo 2026

„Alles läuft nach Plan“: Oberdorf über Fortschritte & die Kunst der Dosierung

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Noch ein letzter Strecker, dann das kontrollierte Absetzen. Im Anschluss huscht Lena Oberdorf ein Lächeln über das Gesicht. Ihre Stimmung ist einmal mehr gut, gelassen, wie man Obi eben so kennt. Eine weitere Einheit auf der Athletikfläche am FC Bayern Campus liegt hinter ihr, sauber ausgeführt, ohne Hast. Dieses Lächeln in jenem Moment sagt weit mehr, als Zahlen es könnten: Ihr Körper antwortet auf die richtigen Signale, der Kurs stimmt.

Seit dem Kreuzbandriss im vergangenen Oktober arbeitet die 24-Jährige konsequent an ihrer Rückkehr. Sie weiß, dass der Weg anspruchsvoll ist, da sie ihn doch schon einmal gegangen ist. Und dennoch nimmt Oberdorf ihn mit der nötigen Gelassenheit und Konzentration auf sich. Das sieht man ihr schon nach wenigen Minuten an, wenn man sie in der Reha beobachtet. Die Verletzung erlitt sie im Bundesliga-Duell gegen den 1. FC Köln. Es war der zweite Kreuzbandriss in ihrer noch immer jungen Karriere. Aktuell prägt daher vor allem die sorgfältige Aufbauarbeit ihren Alltag: „Der Stand ist gut, ich fühle mich sehr wohl. Alles läuft nach Plan, wir machen gute Fortschritte in der Reha. Ab und zu reagiert das Knie nochmal, aber das ist völlig normal - ansonsten passt alles“, sagt sie.


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Steigerung mit Augenmaß

Die 24-Jährige plant ihre Tage mit den Athletik- und Rehatrainern gezielt, der Ball spielt in dieser Phase bislang noch selten eine Rolle. Stattdessen bestimmen Stabilisationsübungen, Krafttraining und koordinative Abläufe ihren Alltag. Für Außenstehende mag das unspektakulär wirken. Für die bestmögliche Rückkehr Oberdorfs ist es indes entscheidend. Denn hier, im Off, wird das On vorbereitet. „In der Reha gibt es natürlich Ups and Downs. Ich versuche einfach immer, das Positive zu sehen. Wenn die Reha gut läuft, bin ich glücklich - und wenn mal ein schlechterer Tag dabei ist, hole ich mir meine positiven Vibes eben abseits des Platzes.“ Zwischen Fortschritt und Vorsicht entsteht bei ihr so eine gewisse Routine: kleine Steigerungen, bewusst gesetzte Reize, das stetige Prüfen, ob das Knie den nächsten Schritt schon annehmen will. Augenmaß ersetzt sehr oft den Ehrgeiz.

Stabilität, Steuerung & Vertrauen

Nach der Operation und den ersten Reha-Monaten geht es für Oberdorf nunmehr um Stabilität, Belastungssteuerung und neues Vertrauen ins eigene Knie. Jede Übung hat einen Zweck, jede Wiederholung einen Gedanken dahinter.„Weil es eine Reruptur ist, ist mein Knie gerade etwas sensibler. Da muss man schauen, dass man Schritte etwas kleinteiliger macht. Beim ersten Mal konnte man mehr durchmarschieren“, erklärt die 24-Jährige.

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Ihre Erfahrung von damals wird zur Verbündeten: Sie kennt die Wege, sie kennt die Hürden. Und sie weiß, wie man darüber kommt. „Mental fällt es mir leichter, die ersten Schritte wieder zu machen, verglichen zum ersten Kreuzbandriss. Über die erste Hürde zu springen, da habe ich jetzt keine Blockade mehr. Man kennt die Übungen, man weiß, was hilft. Viele ‚Feel-Good‘-Übungen von damals sind jetzt wieder gut, geben Halt.“

Die nötige Geduld ist bei Oberdorf spürbar, wenngleich ihr das verständlicherweise nicht immer leichtfällt. „Gerade sind die Ausführung und Ansteuerung in der Reha extrem wichtig. Manchmal will ich aber einfach nur Gewichte stemmen.“ Humor, aber auch die richtige Einstellung helfen ihr in diesen Situationen: „Die Reha ist nicht immer leicht, weil ich ein Mensch bin, der sehen will, was er geschafft hat. Kilos am Beinstrecker erhöhen, das ist easy zu messen. Manchmal muss man aber verstehen, dass das Gelenk einfach noch Zeit braucht.“

Das Team hinter dem Team

Kein Weg zurück ohne die Menschen, die ihn begleiten. Eine ihrer Konstanten sind dabei die Athletik- und Rehatrainer im Team der FC Bayern Frauen. Sie begleiten die Einheiten, korrigieren Bewegungsabläufe, dosieren Lasten - mit Fingerspitzengefühl. Oberdorf weiß die Unterstützung in dieser Situation zu schätzen: „Ich merke, dass alles darauf ausgerichtet ist, das Bestmögliche für mich und meinen Fortschritt zu tun. Das gibt einem ein sehr schönes Gefühl.“

Neben der Expertise des Teams hinter dem Team bleibt die Nähe zur Mannschaft ein emotionaler Anker. Auch im Trainingslager in Spanien zu Beginn des Jahres war Oberdorf mit dabei, ist immer nah am Team dran. Ein Lachen, ein kurzer Plausch auf dem Weg in die Kabine, eine Hand auf der Schulter. Die kleinen Dinge machen viel aus. „Ich finde es schön, immer mit der Mannschaft im Austausch zu sein, etwas gemeinsam zu machen, auch in der Freizeit. Die Mädels sind für mich da, das ist ein gutes Gefühl.“

Gelassenheit statt Grübeln

Fortschritt misst sich in Oberdorfs Leben derzeit nicht nur an Kennzahlen. „Erfolg ist für mich gerade auch, das Leben neben der Reha zu genießen und nicht zu verkopft an das Ganze heranzugehen. Meine zweite Ruptur war ein Kontakt, da kann man einmal Pech haben.“ Ihr Alltag bleibt daher lebendig und nicht übervorsichtig: Zuhause Fußball schauen, kochen, Freunde treffen oder auch mal zu den FC Bayern Basketballern gehen. „Ich habe auch einen Hund, ich gehe durch den Wald spazieren, das ist alles kein Problem. Beim ersten Mal hätte ich mir da mehr Gedanken gemacht“, schildert sie.

Tempo mit Taktgefühl

Oberdorf weiß, dass die Reha eigene Regeln hat: Sie zählt nicht nur Wiederholungen, sie zählt auch Einsichten. Wann ist genug? Wann ist etwas zu früh? Wann trägt eine Übung, wann provoziert sie? Sie lernt, diese Fragen präzise zu beantworten und den Mut aufzubringen, ein „Noch nicht“ zu akzeptieren, bis es ein „Jetzt“ werden kann. Der Ball rollt aktuell noch nicht über den Rasen, doch jede sauber gesetzte Wiederholung rückt den Moment näher, in dem genau das wieder selbstverständlich sein soll. Bis dahin bleibt der Kraftraum ihr Spielfeld: die Bank, die Stange, die Matte. Orte, an denen Geduld zur Stärke wird. Und manchmal, nach einer Übung am Beinstrecker, ist es ein leises Lächeln, das den nächsten Schritt einleitet.

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