Allesfahrer Roman Wöll im db24-Interview: "Wettberg hat zu Sechzig gepasst wie kein Zweiter" | OneFootball

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·30 marzo 2026

Allesfahrer Roman Wöll im db24-Interview: "Wettberg hat zu Sechzig gepasst wie kein Zweiter"

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1860-Allesfahrer Roman Wöll (71) hatte eine ganz besondere Beziehung zu Karsten Wettberg. Der Kulttrainer, der die Löwen 1991 zurück in den Profifußball führte, ist gestern im Alter von 84 Jahren für immer eingeschlafen. Wöll trauert. Das db24-Interview:

db24: Herr Wöll, was war Wettberg für Sechzig?


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ROMAN WÖLL: Zunächst ist es ein Schock für mich, dass Karsten nicht mehr unter uns ist. Für mich war Wettberg der Trainer für alle Fans – und für mich war er der, dem ich am nächsten gestanden bin. Vor allem von der menschlichen Art her. Er hat zu Sechzig gepasst wie kein Zweiter. Er war mein Lieblingstrainer der letzten 60 Jahre – und auch ein guter Freund. Er war auch bei meinem 60. und 70. Geburtstag. Und ich bei seinen…

db24: Erzählen Sie uns: Was hat Wettberg besonders ausgezeichnet?

Bei Haching hatte er Erfolge gefeiert, ist mit diesem Verein in die Zweite Liga aufgestiegen, während wir nicht aus der Bayernliga herausgekommen sind – und war deswegen bei uns alles andere als beliebt. Wir hatten ihn sogar mal gejagt – darauf bin ich heute nicht stolz. Nach einem Sieg von Haching im Sechzgerstadion, und das kam nicht so selten vor, waren meine Freunde und ich richtig sauer. Wir sind ihm nach. Wir wollten ihn ein bisschen ärgern, natürlich ohne Gewalt. Aber er war so schnell, dass wir ihn nicht erwischt haben. Er hat sich ein Taxi geschnappt und war weg…

db24: Im Winter 1989 war Wettberg plötzlich Trainer, nachdem sein Vorgänger Willi Bierofka beurlaubt wurde…

Karsten war immer bei uns im Gespräch – und zu diesem Zeitpunkt hat es einfach gepasst: Wir hatten einen Trainer gesucht – und Karsten war frei. Das war ein Traum. Als alles perfekt war, fragte ich ihn: „Herr Wettberg, darf ich Sie was fragen?“ Ich sagte zu ihm: „Ich war damals auch dabei.“ Er wusste gar nicht, was ich meine. Er fand das so ehrlich, dass wir seitdem Freunde waren – und sportlich ist alles dazu gekommen. Er hat Sechzig nicht nur gerockt, sondern auch verkörpert. Das war ein Wahnsinn. Die Szenen von den Aufstiegsspielen – das war danach nie mehr so intensiv wie unter Wettberg.

db24: Wettberg musste 1992 vor Beginn der Abstiegsrunde schon wieder gehen, weil die Ergebnisse ausblieben – ein Fehler?

Das war ein großer und strategischer Fehler, denn das, was Edi Stöhr zusammengebracht hat, hätte Wettberg auch locker hinbekommen. Ich war brutal enttäuscht, dass Karsten gehen musste. Wir sind dann leider nach einem Jahr wieder in die Bayernliga abgestiegen. Das war die absolute Leere.

db24: Aber dann kam Werner Lorant, Wettbergs Intimfeind…

Ich habe Lorant anfangs sehr kritisch gesehen – weil ich immer wieder Wettberg vor Augen hatte. Aber Lorant hat dann alle mitgerissen, und seine Erfolge sprechen für sich. Er hat uns in Rekordzeit von der Bayernliga bis in den Europapokal geführt.

db24: Politisch hatte Wettberg sich immer klar positioniert – für ein Gemeinsam bei 1860…

Karsten hat sich immer für ein Miteinander eingesetzt und ist dabei einen Weg gegangen, der nicht immer einfach und populär war.

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