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·2 aprile 2026

Bernadette Amani beim FC Bayern: Gekommen, um zu bleiben

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Der Transfer von Bernadette Amani zum FC Bayern war eine kleine Überraschung. In der Champions League zeigt sie nun ihren Wert.

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Die bisherige Karriere von Bernadette Amani ist sicher keine aus dem Lehrbuch. Erst im Alter von 26 Jahren debütierte die Mittelfeldspielerin in Spanien in der höchsten Spielklasse.


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2019 wechselte sie nach Europa. „Ich habe meine Karriere in der dritten Liga Spaniens begonnen“, sagte sie im Interview mit den Vereinsmedien des FC Bayern. Damals habe sie weder von einem Transfer in die oberste Spielklasse und schon gar nicht von Einsätzen in der Champions League geträumt.

Doch exakt das hat sie nun im Alter von 28 Jahren geschafft. Beim FCB unterschrieb die Kapitänin der ivorischen Nationalelf im Winter einen Vertrag bis 2029. Gegen Manchester United debütierte sie in der Königinnenklasse.

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Innerhalb von zwei Jahren erlebte Amani einen Aufstieg, der seinesgleichen sucht. Was für sie eine Riesengeschichte ist, sorgte in München zumindest teilweise für vorsichtige Skepsis. In der Vergangenheit gab es den einen oder anderen Transfer, der ähnlich wie dieser war: Eine durch Verletzungen aufklaffende Lücke wurde mit einer Spielerin repariert, die hierzulande noch relativ unbekannt ist.

Doch die ersten Auftritte Amanis sowie die Leistungen in beiden Spielen gegen United machen Lust auf mehr und deuten an, warum die Verantwortlichen rund um Bianca Rech direkt einen recht langfristigen Vertrag ausgehandelt haben.

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Bernadette Amani: „Der Weg war oft steinig“

„Jede Station, jede Herausforderung und jede Erfahrung der letzten Jahre haben mich aber geprägt und wachsen lassen“, sagt die Nationalspielerin über ihre Vergangenheit: „Der Weg war oft steinig, aber genau diese Momente haben mich stärker gemacht.“ Von der dritten Liga wechselte sie bald in die zweite und dann in die erste zu Eibar und dann Teneriffa.

Der FC Bayern ist ihre achte Station seit 2019. Nur 2024 wechselte sie ihren Verein nicht. Jetzt aber ist sie oben angekommen und will sich dort festsetzen und etablieren. In München fand sie im Winter eine nahezu einmalige Chance vor. Denn eigentlich war es im Sommer nicht der Plan von Rech und Co., das Mittelfeld im Winter nochmal verstärken zu wollen.

Die Idee war es, dass Lena Oberdorf sich gesundheitlich stabilisiert und neben Sarah Zadrazil und Georgia Stanway viele Minuten sammelt. Letztere hätte man zudem gern langfristig an sich gebunden. Außerdem gab und gibt es mit Arianna Caruso eine weitere namhafte zentrale Mittelfeldspielerin und mit Momoko Tanikawa ein hochveranlagtes Talent, das diese Position bekleiden kann, wenngleich sie beim FC Bayern weiter vorn gebraucht wird.

Doch dann verletzten sich Oberdorf und Zadrazil früh in der Saison schwer. Stanway machte zudem relativ bald klar, dass sie nicht über den kommenden Sommer hinaus bleiben wird. In der Hinrunde gab es mehrfach einen Engpass in der Schaltzentrale, sodass José Barcala teilweise improvisieren musste. Die Notwendigkeit war plötzlich da, auf dem Transfermarkt nochmal aktiv zu werden.

Amani wird für den FC Bayern immer wichtiger

Die Antwort war Amani. Eine auf diesem Niveau unerfahrene 28-Jährige, bei der unklar war, wie gut sie sich integrieren würde und könnte. Mittlerweile absolvierte sie 271-Bundesliga-Minuten, einen Kurzeinsatz im DFB-Pokal und kam in den beiden Partien gegen United zum Einsatz.

Von Barcala gab es am Mittwochabend ein Sonderlob für die Ivorerin, die sehr „solide“ spiele und dem Team damit Stabilität gebe. „Sie ist extrem zweikampfstark“, lobte der Trainer. Für den Spanier avancierte Amani in beiden Spielen zum wichtigen taktischen Baustein in seinen Matchplänen. Im Hinspiel agierte sie zunächst etwas tiefer, um die „Taschen“, wie er sie bezeichnet, zwischen Außenverteidigerinnen und Innenverteidigerinnen mitzuverteidigen und viele Zweikämpfe zu führen. In der zweiten Halbzeit schob sie weiter nach vorn und half dabei, das Pressing in vorderen Zonen zu verstärken.

Im Rückspiel war sie dauerhaft in der tieferen Rolle beschäftigt. Das lag auch daran, dass Barcala die offensiven Qualitäten von Tanikawa nutzen wollte. Defensiv, so der Trainer auf der Pressekonferenz später, hätte die Japanerin zu weite Wege nach vorn gehabt und wäre nicht mehr frisch gewesen.

Zweikampfstark und clever: Amani bereichert das Bayern-Mittelfeld

Amani soll bisher Lücken im Kader und in der ersten Elf füllen. Dabei geht es stets darum, wo sie den Schlüsselspielerinnen des Teams am besten den Rücken freihalten kann. Statistiken belegen ihre Bedeutung schon früh. Zwar ist die Stichprobe mit etwas weniger als 500 gespielten Minuten noch klein, aber schon jetzt ist sie im Abwehrbereich omnipräsent.

Fast zehn erfolgreiche Defensivaktionen pro 90 Minuten sind laut Wyscout in diesem Kalenderjahr der Spitzenwert beim FC Bayern.  Georgia Stanway und Katharina Naschenweng folgen mit etwas mehr als acht, dann gibt es eine größere Lücke zu Barbara Dunst, Vanessa Gilles und Linda Dallmann, die bei knapp unter sieben stehen.

Von rund sechs Zweikämpfen pro 90 Minuten gewinnt Amani etwas mehr als drei Viertel. Im Gesamtpaket eine ungemeine Entlastung für Stanway und das Team insgesamt. Auch gegen Manchester United agierte die 28-Jährige ungemein aggressiv, aber gleichzeitig clever. Das macht sie auch in beiden taktischen Rollen wertvoll: Offensiver als hohe Pressingspielerin und Balljägerin, defensiver in weiträumiger Abwehrrolle vor der Abwehr, um Räume zu schließen.

Georgia Stanway wird ein Loch im Bayern-Mittelfeld hinterlassen

Mit diesen Qualitäten ist Amani eine sinnvolle Verstärkung für einen Kader, der im Zentrum über viele feine Füße verfügt. Und sie kann auch einen Teil der Arbeit kompensieren, die durch Stanways Abgang frei wird. Auch die Engländerin ist eine sehr gute Pressingspielerin.

Offen bleibt derweil, wie die Bayern ab Sommer das spielerische Loch füllen wollen, das Stanway hinterlassen wird. Denn auch das wurde gegen Manchester United deutlich: Wie die Nationalspielerin der Three Lionesses ein Spiel an sich reißen und dominieren kann, ist absolute Weltklasse. Stanway ist omnipräsent, kontrolliert das Mittelfeld fast im Alleingang und findet immer wieder offensive Räume mit klugen Pässen.

Das kann keine andere Spielerin im Kader. Oder zumindest keine, die fit ist. Oberdorf wäre das zuzutrauen gewesen. Ob sie aber auf ihr gewohntes Niveau zurückfindet, nachdem sie nun eine weitere schwere Verletzung erlitten hat, ist unklar. Amani kam für andere Aufgaben.

Amani: Mit dem Ball solide, aber nicht mehr

Gerade gegen Manchester United konnte sie unter Beweis stellen, dass sie mehr ist als eine reine Zweikämpferin. Ihr Freilaufverhalten war gut, ihre Ballbehandlung unter Druck solide und sie fand meist ordentliche Lösungen, um den Ball nicht zu verlieren. Aber mehr als solide war es eben nicht.

Im Schnitt kommt sie derzeit auf rund 62 Pässe pro 90 Minuten beim FC Bayern – mehr als 30 weniger als Stanway. Amanis gute Passquote von fast 92 Prozent resultiert auch daraus, dass sie selten vertikale Lösungen sucht. Knapp 15 Vertikalpässe pro 90 Minuten sind für eine Sechserin im Bayern-Kader zu wenig, wenn man erwarten würde, dass sie eine Spielmacherin wäre. Stanway kommt hier auf 35.

Aber genau das sollte man eben nicht erwarten. Amani spielt souverän und mit sehr wenig Risiko. Das ist so gewollt von Barcala, der ihre Stabilität besonders hervorgehoben hat. Eine Stabilität, die sie zu mehr machen kann als einer reinen Übergangslösung. Und die bereits im Halbfinale gegen den FC Barcelona sehr wichtig sein kann, wenn die Abwehr des FCB vermutlich arg unter Druck stehen wird.

Die große Frage, die man in München bis Sommer beantworten muss, ist, wessen Rücken sie freihalten soll, wenn sie auf dem Platz steht. Stanways Abgang wird hier eine riesige Lücke in den Kader reißen.

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