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·31 luglio 2026
Bouaddi zu Man City: Der Deal hängt an Rodri

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96 Pflichtspiele für Lille. Kein einziges Tor. Vier Vorlagen. Achtzehn Jahre alt. Und ein Preisschild von 100 Millionen Euro. Wer diese Zahlenreihe zum ersten Mal sieht, hält sie für einen Tippfehler – und übersieht, worum es Manchester City wirklich geht.
Der Stand am Freitagmorgen, sortiert nach Verlässlichkeit: Persönliche Bedingungen zwischen Ayyoub Bouaddi und Manchester City sind geklärt, mehrere Berichterstatter nennen einen Vertrag bis 2031. Fabrizio Romano meldete am Mittwoch, City beschleunige und sei zunehmend optimistisch. Matteo Moretto spricht von einer mündlichen Einigung mit dem Spieler. RMC Sport und Foot Mercato beschreiben eine Einigung zwischen den Klubs als nahe.
Was fehlt: die Einigung selbst. Lille beharrt öffentlich auf 100 Millionen Euro, City bietet nach übereinstimmenden Berichten rund 90 Millionen fix plus Boni. Das ist keine unüberbrückbare Lücke – aber sie ist am Freitagmorgen eben noch nicht überbrückt. Und Klubpräsident Olivier Létang hat vor zwei Wochen auf einer Pressekonferenz erklärt, es gebe eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Spieler bleibe. Vertrag bis Juni 2029, im Dezember verlängert. Man kann das als Verhandlungsposition lesen. Man kann es auch als Warnung lesen.
In der Gerüchteküche kursiert, City habe sich gegen Bayern und Chelsea durchgesetzt. Dafür findet sich in der belastbaren Berichterstattung nichts. Das Feld, das TEAMtalk und Sky Sport im Sommer aufgelistet haben, sah anders aus: Arsenal, Liverpool, Manchester United, Real Madrid, Paris Saint-Germain.
Arsenal galt lange als Favorit. Dass die Gunners abgerückt sind, hat einen konkreten Grund – sie haben ihre Mittel auf Bruno Guimarães umgelenkt. Real Madrid und PSG blieben in Lauerstellung, ohne die Forderung zu bedienen. Übrig blieb der Klub, der bereit war, den vollen Preis zu zahlen. Das ist die eigentliche Pointe dieses Transfers: City hat kein Bietgefecht gewonnen. City war irgendwann der Einzige, der noch am Tisch saß.
Bouaddi ist kein Statistikspieler, und das macht die Bewertung schwierig. Null Tore in 96 Spielen – wer nur auf die Ausbeute schaut, versteht den Preis nicht. Wer ihn spielen sieht, versteht ihn sofort: Tempokontrolle, Ballsicherheit unter Druck, ein Gespür dafür, wann ein Spiel beruhigt und wann es beschleunigt werden muss. Anlagen, die man mit 24 selten hat.
Die Chronologie hilft. Im Oktober 2023 debütierte er mit 16 Jahren und drei Tagen im Europapokal – der jüngste Spieler, der je in einem europäischen Klubwettbewerb auflief. Ein Jahr später, exakt an seinem 17. Geburtstag, stand er in der Champions League gegen Real Madrid auf dem Platz. Lille gewann 1:0. Bouaddi war der auffälligste Mann auf dem Feld.
Dann kam die WM. Aufgewachsen im französischen Nachwuchssystem, für Frankreichs U21 aktiv, entschied er sich für Marokko – und wurde zu einer der Entdeckungen des Turniers. Erst im Viertelfinale war Schluss, 0:2 gegen Frankreich. Transfermarkt hat seinen Marktwert nach dem Turnier auf 80 Millionen Euro angehoben. Létang sagt seither, sein Spieler sei mehr wert als das, was City im Juli für Elliot Anderson ausgegeben hat: 116 Millionen Pfund.
Die spannendste offene Frage ist nicht der Preis. Es ist das Datum.
Lille will Bouaddi eine weitere Saison behalten, wahlweise als Leihe zurück oder über eine Vorvereinbarung mit Wechsel im Juni 2027 – und hat laut Ben Jacobs signalisiert, dafür bei der Ablöse nachzugeben. City wollte ihn ursprünglich sofort. Romano hat am Mittwoch aber einen Zusatz geliefert, der die Sache erklärt: Der Zeitpunkt hänge auch an den Abgängen, ausdrücklich an der Rodri-Situation.
Das erklärt, warum diese Verhandlung sich seit dem Treffen zwischen Ferran Soriano und Létang Ende Juni so zäh zieht. City verhandelt nicht über einen Spieler. City verhandelt über eine Option auf die Zeit nach Rodri – und weiß selbst noch nicht, wann diese Zeit beginnt.
Hugo Viana und Enzo Maresca bauen ein Mittelfeld neu, nachdem Pep Guardiola gegangen und der Titel nach Arsenal abgewandert ist. Anderson für 116 Millionen war der erste Schritt. Bouaddi wäre der zweite – und der teurere Gedanke, weil er nicht für diese Saison gekauft würde, sondern für die vier danach.
Bleibt die Frage, die bei Talenten dieser Preisklasse selten gestellt wird: Was passiert, wenn ein Achtzehnjähriger, der noch nie ein Pflichtspieltor erzielt hat, ab August die Position ausfüllen soll, die zuletzt einem Ballon-d’Or-Gewinner gehörte? Lille findet darauf eine Antwort, die verdächtig nach Fürsorge klingt und ziemlich sicher auch Geschäft ist: noch ein Jahr Ligue 1. Vielleicht ist das die klügste Position in dieser ganzen Verhandlung – und sie kommt ausgerechnet von dem Klub, der verkaufen will.
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