WolfsBlog
·16 gennaio 2026
Die Geschichte eines Podcasts: Teil 3

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·16 gennaio 2026

Gäste, Geschichten, Grenzerfahrungen
Zehn Jahre Wölferadio. Zehn Jahre DER VfL-Podcast – und ja, man kann es so deutlich sagen: Für alle, die wirklich VfL Wolfsburg hören, fühlen und verstehen wollen, ist das Wölferadio bis heute das einzige durchgehend relevante Audio-Format rund um die Grün-Weißen. Fan- und Clubradio zugleich – mit den drei „Ms“, die das Wölferadio bis heute auszeichnen: Meinung, Mehrwert und Humor. In dieser Wolfs-Blog-Serie gibt es die Hintergründe von der Entstehung bis heute.
Ein gelungener Start und frühes Feedback
Der Start glückt. Noch bevor der Podcast richtig begonnen hatte, war klar, dass sich etwas entwickelt hatte, das die Fans erreicht. Die ersten Folgen liefen reibungslos, das Feedback kam schnell und war überwiegend positiv – sowohl aus der Leserschaft des Wolfs-Blogs als auch über Social Media. Besonders die Wölferadio-Frage der Woche, eingebunden im Wolfs-Blog und ausgespielt über die sozialen Netzwerke, sorgte früh für Interaktion und band die Meinung der Fans fest in das Format ein.
Auch mal durch die kalte Küche
Schon zeitig entwickelte sich eine besondere Form des Austauschs. Neben klassischen Interviewgästen wurden Fantalks etabliert, um die Stimmung und Sichtweise aus dem VfL-Fanlager abzubilden. Teilweise spontan, manchmal improvisiert. So entstand auch Lennys Kitchengang – benannt nach einer kurzfristigen Aufzeichnungssession mit befreundeten Fans direkt in Lennys Küche. Ergänzt wurde das Ganze durch Experten, meist Journalisten aus ganz Deutschland, die den sportlichen Blick von außen einbrachten.
Namhaft, spontan und oft überraschend
Erstaunlich war, wie schnell auch namhafte Gäste den Weg ins Wölferadio fanden. Peter Neururer nutzte seinen Auftritt gleich für eine augenzwinkernde Bewerbung und erklärte, dass er den VfL auf jeden Fall vor dem Abstieg retten würde. Mit Stefan Schnoor entstand ein Interview im Auto auf der Rückfahrt aus dem Dänemark-Urlaub, während Christian Träsch direkt vom Strand in Dubai zugeschaltet wurde.
Der Journalist Tobias Holtkamp hatte zuvor in der Welt über den VfL gelästert, stellte sich aber auf Lennys Anfrage hin im Podcast der Diskussion. Gleiches galt für Ex-Sport1-Chefredakteur Pit Gottschalk, der dem VfL öffentlich sogar den Abstieg gewünscht hatte. Mit beiden entwickelte sich über die Jahre – nicht zuletzt durch das Wölferadio – ein respektvolles Verhältnis. So ein Auftritt war damals in der Tat nicht selbstverständlich, gab es doch auch genügend Drückeberger, die gern über den VfL öffentlich lästerten, aber dann das Echo nicht vertrugen, wenn man sie in den Podcast einladen wollte. Allen voran: Frankfurts Anti-VfL-Maulheld und “Podcast-Kollege” BastiRed, der bis heute keine Zeit fürs Wölferadio hatte. Aber in Sachen Frankfurt ging es auch anders: Trainerlegende Dragoslav Stepanovic, bekannt für sein berühmtes Zitat „Lebbe geht weida“, kam für einen fast philosophischen Talk über die Veränderungen im Profifußball und einen wohlwollenden Blick auf den VfL.
Ungewöhnliche Orte und neue Ideen
Auch die Orte der Gespräche waren nicht immer gewöhnlich. Mit dem Stadionsprecher des 1. FC Köln, Michael Trittel, wurde im Café des Kölner Maritim Hotels gesprochen, mit Sky-Reporterlegende Rollo Fuhrmann in der Brackstedter Mühle über seinen Fauxpas, Schalke 2001 vorschnell zum Vier-Minuten-Meister gekürt zu haben. Die wohl ungewöhnlichste Aufnahme-Location entstand jedoch an einem besonders heißen Sommertag: Wegen der Temperaturen im Podcast-Studio nahmen Malte Truxius und Lenny kurzerhand in einem Kinderplantschbecken Platz und streamten die Sendung live. Überhaupt wurden einige Folgen nicht nur als Podcast, sondern auch als Facebook-Live-Format ausgestrahlt.
Respekt vor Legenden und besondere Momente
Einen ganz besonderen Stellenwert hatte der erste Talk mit Roy Präger. Die Frage stand im Raum: Was fragt man eigentlich eine Vereinslegende, der man selbst noch auf der Tribüne zugejubelt hat? Renato Steffen wiederum brachte eine ganz andere Anekdote mit und bot als gelernter Maler an, bei Lenny noch die Wände zu streichen. Das hätte er nämlich noch “voll drauf”.
Vom Gast zum Markenzeichen
Als einer der ersten Gäste war Stadion-DJ Dirk Wöhler im Wölferadio zu hören. Daraus entwickelte sich eine besondere Zusammenarbeit: Dirks Firma WMS-Event designte später das markante Wölferadio-Logo mit dem Wolf und dem Kopfhörer. Weitere prominente Gäste folgten, darunter ARD Moderator und Werder-Stadionsprecher Arndt Zeigler, Stürmer-Schlitzohr Frank „Mach et, Otze“ Ordenewitz sowie der viel zu früh verstorbene Kult-Reporter Uli Potofski.
Spieler, Experten und feste Größen
Der erste VfL-Profi im Wölferadio war in der 18. Folge Jannes Horn. Ihm folgten auf Platz zwei und drei Sebastian Jung und Elvis Rexhbecaj. Dank der Unterstützung aus der VfL-Medienabteilung kamen in der Folge viele weitere Spieler hinzu. Am häufigsten zu Gast war Andreas Pahlmann von der WAZ, während RB Leipzig mit Journalist Holger Schrapel über Jahre der am meisten vertretene Gegner-Experte war. Beide sind bis heute regelmäßig im Wölferadio zu hören.
Mehr als Spielanalyse
Mit Sportpsychologe Simon Borgmann wurde zudem ein Blick über den Tellerrand gewagt. Er erklärte, wie Profispieler mit Rückschlägen, Drucksituationen und Niederlagenserien im Abstiegskampf umgehen. Hinzu kamen regelmäßige Besuche in der Mixed Zone, um Stimmen aus dem jeweiligen Spielerkader einzufangen – nah dran, persönlich und immer mit dem Blick darauf, was Fans aktuell bewegt oder wie Spieler die Rolle der Fans selbst wahrnehmen. Auch die erfolgreichen VfL-Frauen fanden ihren Platz im Wölferadio, den Auftakt machte Lena Goessling im Jahr 2018.
Haltung in schwierigen Zeiten
Die vielleicht schwerste Zeit für das Wölferadio kam früh. Die sportlich schwierige Relegationssaison 2016/17 stellte nicht nur den Verein, sondern auch den Podcast vor emotionale Herausforderungen. Von Beginn an wurde jedoch ein klares Mindset gesetzt: nicht nur draufhauen, sondern die Situation sachlich und im Sinne des Vereins einordnen, Orientierung bieten. Bis heute wird im Wölferadio nicht gefordert, dass Köpfe rollen oder Spieler niedergemacht werden. Sachliche, inhaltliche Kritik steht im Vordergrund – ohne Schönreden, aber auch ohne unnötige Polemik.
In Teil 4: Zeit und Zukunft
In Teil 4 lest ihr, wie sich das Wölferadio über die Jahre weiterentwickelt hat, welche vor zehn Jahren nicht für möglich gehaltenen Möglichkeiten und Gelegenheiten sich in der Zwischenzeit ergeben haben – und wie die Zukunft des Wölferadio aussehen könnte. All das im vierten und letzten Teil der Jubiläums-Story.









































