REAL TOTAL
·11 aprile 2026
Ein Spiel, das Hinweise liefert – aber keines, das Hoffnung macht

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Real Madrid steht vor einer weiteren verkorksten Saison – REAL TOTAL-Grafik: Getty Images
MADRID. Die kürzeste und schmerzloseste Schlagzeile lieferte in Spanien nach dem Abpfiff die Sportzeitung AS. „München oder der Abgrund“, war online zu lesen. Nach einem Spiel, das sich zu den so vielen Enttäuschungen in der laufenden Saison gesellt. Das Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen den FC Bayern „beginnt morgen“, hatte Álvaro Arbeloa am Donnerstag gefordert – um tags darauf im Estadio Santiago Bernabéu nur ein 1:1 gegen den FC Girona mitzunehmen. Meisterschaft adé.
Dabei ging es an diesem Freitagabend angesichts der ohnehin wenig aussichtsreichen Lage in LaLiga noch mehr darum, die Sieglos-Serie zu beenden, Selbstvertrauen zu tanken, einfach mit einem guten Gefühl nach München zu reisen. Dorthin, wo die Mannschaft heimisch ist, die als die derzeit weltbeste gilt.
Das Unentschieden gegen die Katalanen hat die Hoffnung auf eine Aufholjagd in der Allianz Arena nach dem 1:2 im Hinspiel wahrlich nicht verstärkt. Auffällig ist dieser Tage vor allem: Real offenbart selbst mit seinen Superstars Kylian Mbappé und Vinícius Júnior in vorderster Front erhebliche Schwächen in der Verwertung der Chancen. Kein gutes Zeichen, schließlich wäre es wegen Bayerns Treffsicherheit im eigenen Stadion selbst in einer effizienten Phase schon schwierig genug, die Runde auswärts zumindest auszugleichen.
Gegen den Tabellenzwölften der Primera División setzten die Merengues insgesamt 22 Schüsse ab, davon neun Torschüsse. Gegen die Münchner waren es drei Tage zuvor 20 Schüsse, davon ebenfalls neun, die direkt auf das gegnerische Gehäuse gingen. In beiden Partien reichte es dann aber nur für jeweils ein Erfolgserlebnis. Eine maue Ausbeute. 42 Schüsse, zwei Treffer – in einer ersten Monatshälfte, in der die Spielzeit für Real ein jähes Ende nehmen könnte, was die Jagd nach Silberware betrifft. Anders formuliert: Scheidet das Team am Mittwoch aus der Königsklasse aus, würde bis Ende Mai eine müde, weil bedeutungslose Sieben-Spiele-Schlussphase folgen.
Schüsse in letzten zehn Spielen
Arbeloa und die Profis geben sich nach außen hin trotz allem maximal zuversichtlich, das Viertelfinale an der Isar noch auf ihre Seite ziehen zu können und das Halbfinale gegen Paris Saint-Germain oder den FC Liverpool (2:0 im Hinspiel) zu erreichen. Während die Aufgabe am 31. LaLiga-Spieltag keinerlei Hoffnung machte, dass dieses Vorhaben unter der Woche aufgehen wird, lieferte sie wenigstens Hinweise – schon vor dem Anstoß.
Arbeloa dachte offensichtlich bereits eine Partie weiter, indem er Aurélien Tchouaméni erstmals überhaupt in seiner Amtszeit auf die Ersatzbank beorderte. Der Stammspieler im defensiven Mittelfeld wird gegen Bayern wegen drei Gelber Karten gesperrt fehlen, der Chefcoach entschied sich bei der Generalprobe im taktischen 4-4-2 für ein zentrales Mittelfeld bestehend aus Jude Bellingham und Eduardo Camavinga. Auch wenn Camavinga beim Tor von Girona zögerlich agierte und somit wie schon beim Treffer zum 0:1 auf Mallorca keine gute Figur abgab, ist es sehr wahrscheinlich, dass er in der Allianz Arena von Anfang an mitwirkt. Andernfalls würde man ohne einen richtigen Sechser agieren, das wäre gegen Harry Kane, Michael Olise und Co. sicherlich zu riskant.
Bellingham kommt inzwischen vermehrt in der Zentrale zum Zug, ein Fragezeichen scheint es also nur noch auf der linken Seite zu geben. Gegen Girona trat Brahim Díaz dort auf. Weil er es auch in München tun soll? Von der Belastung her könnte er das stemmen, da der Freitag-Mittwoch-Rhythmus nur noch wenig mit einer englischen Woche zu tun hat. Oder weil er damit demjenigen, der gegen Bayern aufläuft, eine Verschnaufpause verschaffte?
Kandidaten sind neben der Nummer 21 auch Arda Güler und Thiago Pitarch. Güler besetzt die Position seit dem Hinspiel gegen Manchester City am 11. März, damals tauschten er und Pitarch die Rollen. Der 18-Jährige wird seitdem in der Zentrale eingesetzt. Weil er sich gegen das Team von Vincent Kompany zuletzt jedoch als Sicherheitsrisiko erwies, könnte er für dieses Spiel wieder die etwas weniger verantwortungsvolle Rolle auf der Außenbahn übernehmen – oder ganz außen vor bleiben. Sein 90-minütiges Reservistendasein gegen Girona spricht allerdings eher dafür, dass Pitarch auf deutschem Boden wieder zu den Protagonisten zählt. In diesem Fall müsste Güler weichen, der in derartigen Spitzenspielen körperliche Defizite offenbart.
Die größte Frage ist letzten Endes aber eine andere: Wird München erobert oder Real in den Abgrund gestoßen? Ein Scheitern würde nach dem Null-Titel-Frühsommer 2025 (UEFA Super Cup und FIFA Intercontinental Cup in der Hinrunde) diesmal sogar eine komplett trophäenlose Saison bedeuten.
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